Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Weniger Diabetes durch weniger übergewichtige Menschen // Depressionen gefährden Herz-Kreislauf-Gesundheit // Extensionsbrücke // Auch ausschließliche Wochenend-Sportler haben gesundheitlichen Profit // Barfußschuh beim Sport // Mehr Attraktivität durch schönen, gesunden Teint // Saunabesuche tun gut und beugen einer Demenz vor? // Nutrikosmetik: Q10 wirkt Zeichen der Hautalterung entgegen // Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft schützen Nachwuchs vor Asthma

Gesundheit und Prävention

Weniger Diabetes durch weniger übergewichtige Menschen

Jeder Mediziner weiß, dass das Risiko, an einer Diabetes-Erkrankung Typ-2 zu erkranken, geringer ist, wenn man weniger überflüssige Pfunde auf die Waage bringt. Diese Empfehlung  scheint in der Realität leider etwas praxisfern zu sein. Denn dicke, übergewichtige Menschen nehmen einen immer größeren Anteil in der Bevölkerung ein.

Wenn in diesem Zusammenhang also keine realistischen Konzepte zur Herabsetzung des Körpergewichts folgen, könnte es in Zukunft zu immer mehr Diabetikern kommen. Schwedische Wissenschaftler versuchten nun herauszufinden, wie sich eine Gewichtsreduzierung oder zumindest keine weitere Gewichtszunahme einzelner Betroffener auf das Diabetes-Risiko auswirken könne.

Dazu untersuchten sie über 33.000 Personen im Alter von 30, 40 und 50 Jahren. Es wurden Daten zu Gewicht, Größe und Blutzuckerspiegel erhoben und bei Notwendigkeit Beratungen bezüglich einer Ernährungs- und Lebensstil-Umstellung durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden für die Dauer von 10 Jahren nachbeobachtet.

Nach dem Beobachtungszeitraum war die Anzahl der Übergewichtigen gestiegen und die der  Normalgewichtigen gesunken. Während über 50 % der Studienteilnehmer sehr viel mehr Pfunde auf die Waage brachten, hatten nur 14 % das Ziel erreicht, abzunehmen. 3,3 % der Teilnehmer erkrankten innerhalb der zehn Jahre neu an Diabetes.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und Diabetesrate besteht. Jede Körpergewichtszunahme um 1 % lässt das Risiko für Diabetes um 5 % ansteigen. In Abhängigkeit vom Alter ist der gesundheitliche Profit einer Gewichtsabnahme sehr hoch zu bewerten: Würden die übergewichtigen Menschen im mittleren Alter es schaffen, überflüssige drei bis sechs Kilo abzunehmen, so ließen sich 40 % der Diabetesfälle vermeiden.

Wenn es zudem gelingen würde, bei diesen übergewichtigen Menschen das Gewicht lediglich zu stabilisieren, könnte die Diabetes-Häufigkeit um 20 % reduziert werden. Bezieht man diese Daten auf die Gesamtbevölkerung, die zu 50 % aus Übergewichtigen besteht, könnten 14 % der Diabetes-Fälle vermieden werden , wenn die adipösen Menschen es schaffen würden, nicht noch weiter zuzunehmen.

Würde es gelingen, das Übergewicht dieser Betroffenen um lediglich 5 % abzubauen, so könnte die Häufigkeit von Diabetes bereits maßgeblich gesenkt werden.

Depressionen gefährden Herz-Kreislauf-Gesundheit

Die Depression ist eine ernste Erkrankung der Psyche. Umso mehr überrascht die Meldung aus dem medizinischen Helmholtz-Zentrum in München, dass Depressionen ebenfalls ein ernst zu nehmender Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems seien.

Rauchen, zu hohe Werte des Cholesterinspiegels, Adipositas oder ein zu hoher Blutdruck schaden bekanntermaßen der Gesundheit des Herzens. Eine zehnjährige Studie mit fast 3.500 45- bis 74-jährigen Männern sollte nähere Auskunft darüber geben, welche Stellung eine Depression in der Rangliste dieser Risikofaktoren einnimmt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass eine Depression ein fast gleichgewichtiger Risikofaktor für eine tödliche Herzkreislauf-Erkrankung darstellt wie ein zu hoher Cholesterinspiegel oder Übergewicht und Fettleibigkeit. Nur Raucher und Bluthochdruckpatienten riskieren ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit in einem noch höheren Maße. Hinzu kommt, dass umgekehrt betrachtet Depressionen auch durch Erkrankungen des Herzens verursacht werden können.

Das Ergebnis zeigt, wie wichtig eine genaue Diagnose von Herzkreislauf-Patienten ist, um den passenden Therapieansatz zu finden.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Extensionsbrücke

Eine Extensionsbrücke (Synonyme: Freiendbrücke, Anhängerbrücke) dient der Versorgung einer verkürzten oder unterbrochenen Zahnreihe durch Anhängen eines Brückenglieds an zwei miteinander verblockten Kronen. Der Ausdehnung der Brücke sind hierbei durch Besonderheiten der Brückenstatik enge Grenzen gesetzt.

Brückenstatik
Auf Grund der im Folgenden erläuterten Anforderungen an die Statik einer Extensionsbrücke haben derartige Konstruktionen geringere Überlebensraten als sogenannte Endpfeilerbrücken. Dennoch kann eine Extensionsbrücke unter bestimmten Voraussetzungen die Therapieform der Wahl sein, um fest sitzenden Zahnersatz noch zu ermöglichen und eine herausnehmbare Versorgung oder chirurgische Maßnahmen wie die Implantation künstlicher Zahnwurzeln zu umgehen.

Zunächst sei der Vergleich zu einer Endpfeilerbrücke herangezogen. Bei dieser hängt das sogenannte Brückenglied, anders als bei der Extensionsbrücke, zwischen den als Brückenpfeiler dienenden Zähnen. Die Zahnlücke wird also von zwei Zähnen umschlossen. Wird das Brückenglied einer Endpfeilerbrücke durch Kaudruck belastet, findet die Übertragung der Druckkräfte statisch günstig in Achsrichtung auf die Pfeilerzähne statt.

Die statischen Anforderungen an die Pfeilerzähne einer Extensionsbrücke sind dagegen wesentlich größer. Hier wird das Brückenglied an den letzten Pfeilerzahn angehängt, wodurch bei Kaubelastung des Brückenanhängers starke Zugkräfte auf den lastfernen Pfeilerzahn einwirken, während der lastnahe Pfeiler in die Alveole (das knöcherne Zahnfach) intrudiert (hineingedrückt) wird. Die Zugkräfte können eine Lockerung des Brückenankers zur Folge haben.

Um einer derartigen Belastung standzuhalten, müssen die Zahnachsen der Pfeilerzähne weitgehend parallel ausgerichtet und die Zähne ausreichend dimensioniert sein. Daraus ergibt sich eine strenge Indikationsstellung für endodontisch (wurzel-) behandelte Pfeilerzähne, deren Zahnsubstanz auf Grund der Vorgeschichte stark reduziert ist.

Den höheren Anforderungen an die Retention (den mechanischen Halt der Brücke auf den Pfeilerzähnen) wird zum einen durch eine nahezu parallelwandige Präparation (Beschleifen) Rechnung getragen. Zum anderen wirkt sich eine der Lage des Brückenanhängers entgegengesetzte Neigung der Pfeilerzähne positiv auf die Brückenstatik aus.

Derart retentive Präparationsformen können in der Regel  nur durch die Versorgung mit Vollkronen, nicht etwa mit Teilkronen, geschaffen werden. Darüber hinaus müssen die Zähne über ein gesundes Parodont (Zahnhalteapparat) im Knochen verankert sein, um den unvermeidlichen Zugkräften standzuhalten.

Auf Grund der angreifenden Zugkräfte ist die Breite des Brückenanhängers im Zahnbogenverlauf auf maximal eine Prämolarenbreite limitiert.

Materialien

  • Vollgussbrücke aus Edelmetalllegierungen oder edelmetallfreien Legierungen (EMF, NEM) bzw. Titan – im Seitenzahnbereich zur Versorgung einer verkürzten Zahnreihe (durch Fehlen eines hinteren Backenzahns verursacht)
  • Kunststoffverblendbrücke – Ein Metallgerüst erhält im sichtbaren Bereich eine zahnfarbene Kunststoffbeschichtung. Da die Kunststoffverblendung der limitierende Faktor für die Lebenszeit der Konstruktion ist, wird nur in Ausnahmefällen auf diese Verblendungsvariante zurückgegriffen.
  • Keramikverblendbrücke – Metallgerüst mit Keramikverblendung
  • Vollkeramikbrücke – z. B. aus Zirkoniumdioxid, aus Aluminiumoxid oder Lithiumdisilikat

Befestigungsmöglichkeiten

  • Konventionelle Befestigung – Der dauerhafte Verbund zwischen Brückenmaterial und Brückenpfeilern wird mittels eines konventionellen Zements (z. B. Zinkphosphat-, Glasionomer- oder Carboxylatzement) geschaffen. Dabei dient der Zement als solcher nur dem Füllen der möglichst dünn zu haltenden Zementfuge. Den eigentlichen Halt bekommt die Brücke durch sogenannte Friktion (Passung durch Haftreibung zwischen parallelen Wänden).  Neben metallenen Brückengerüsten können auch Oxidkeramiken grundsätzlich konventionell befestigt werden.
  • Adhäsive Befestigung – Nach Konditionierung (chemischer Vorbehandlung) der zu verbindenden Flächen, also der präparierten Zähne und der Kroneninnenflächen, wird mittels chemisch härtender Komposite (Kunststoffe) ein mikromechanischer Verbund generiert und dadurch die Retention (mechanischer Halt) der Kronen auf den Pfeilerzähnen erhöht. Keramische Materialien werden häufig mit der aufwändigeren Adhäsivtechnik zementiert.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Zum Aufbau einer Prämolarenokklusion bei verkürzter Zahnreihe
  • Auf zwei direkt nebeneinander stehenden Pfeilerzähnen nur bei ausreichend langem, lastfernem Pfeiler und bei weitgehend übereinstimmender Achsausrichtung und dadurch nahezu parallelwandiger Präparationsform
  • Auf vitalen (lebenden, nicht wurzelbehandelten) und stabil dimensionierten Pfeilerzähnen
  • Zur Verlängerung einer verkürzten Zahnreihe mit distal (hinter dem letzten Pfeilerzahn) angehängtem Brückenglied in der Breite maximal eines Prämolaren (eines vorderen kleinen Backenzahns)
  • Zum Schluss einer unterbrochenen Zahnreihe mit mesial (vor dem letzten Pfeilerzahn) angehängtem Brückenglied in der Breite maximal eines Prämolaren – z. B. um die Präparation eines Eckzahnes zu umgehen
  • Zum Verhindern von Zahnwanderungen – z. B. der Elongation eines Antagonisten (Herauswachsen eines Zahnes im Gegenkiefer aus seinem Knochenfach

 

Sport

Auch ausschließliche Wochenend-Sportler haben gesundheitlichen Profit

Es heißt immer wieder, mehrmals die Woche für mindestens 30 Minuten Sport zu treiben, um fit zu bleiben und sich vor Herz- und Kreislauferkrankungen zu schützen.

Sportwissenschaftler aus Großbritannien gehen davon aus, dass das vorgegebene Pensum nicht unbedingt auf die Woche verteilt werden muss. Auch wer ausschließlich am Wochenende sportlich aktiv ist, hat demnach den gleichen gesundheitlichen Nutzen.

Sogenannte „Weekend Warriors“ kommen in der Woche aufgrund anderer Verpflichtungen nicht zum Sport. Am Wochenende versuchen sie dann, die gewünschten Mindestanforderungen an einem oder zwei Tagen nachzuholen. Laut Empfehlungen der sogenannten European Guidelines on Cardiovascular Disease Prevention sollten es mindestens ein 75-minütiges starkes aerobes Training, wie beispielsweise Tennis oder Joggen, oder 150-minütige moderate körperliche Tätigkeiten sein.

Im Rahmen einer Studie wurden die Angaben von 63.000 Erwachsenen, die im Rahmen einer Befragung zwischen den Jahren 1994 bis 2012 gesammelt wurden, ausgewertet. Aufgenommen wurden unter anderem Angaben zum Trainingspensum, zum Lebensstil und zum gesundheitlichen Zustand der Studienteilnehmer.

Im Ergebnis zeigte sich, dass es scheinbar nicht darauf ankommt, die sportlichen Aktivitäten gleichmäßig auf die Woche zu verteilen. Der gesundheitliche Nutzen war ähnlich, egal ob der Sport im Laufe einer Woche oder am Wochenende absolviert wurde. Im Vergleich zu den Nicht-Sportlern reduzierte sich die Gesamtmortalität um 30 %. Die Sterblichkeit infolge einer kardiovaskulären Erkrankung oder infolge von Krebs nahm um 40 % beziehungsweise 20 % ab.

Um noch eindeutigere Empfehlungen zur optimalen Verteilung des Sportpensums geben zu können, stehen weitere Studien an. Die klare Aussage, dass Sport wichtig ist, um lange gesund zu bleiben, kann jedoch wieder einmal eindeutig durch das vorliegende Studienergebnis bestätigt werden.

Barfußschuh beim Sport

Joggen liegt nach wie vor im Trend. Zwischenzeitlich kommt es dabei aber immer mal wieder zu Verletzungen an Beinen und Füßen. Spezielle Laufschuhe, die sogenannten Barfußschuhe,  haben den Anspruch, die Verletzungsgefahr beim Laufen herabzusetzen. Zum einen scheinen sie sich auszuwirken auf die biomechanischen Bewegungsabläufe, wodurch es zu einer vorteilhafteren Belastung der Füße kommen soll. Zum anderen sollen sie die stark belasteten Füße vor schmerzhaften Blasen und ähnlichen Druckstellen schützen.

Australische Sportwissenschaftler gingen den Verprechungen der Barfußschuh-Hersteller nach und ließen die Hälfte von 61 trainierten Läufern für die Dauer von etwa einem halben Jahr in Barfußschuhen laufen, während die andere Hälfte herkömmliche Laufschuhe trug. Das wöchentliche Training umfasste im Durchschnitt eine Länge von mindestens 25 km.

Bereits nach den ersten sechs Trainingswochen zeigten sich Unterschiede in den Befindlichkeiten: Die Barfußschuh-Läufer klagten über stärkere Schmerzen als die Läufer in herkömmlichen Laufschuhen, insbesondere an Knöcheln, Waden, Schienbeinen und Knien. Wurden pro Woche mehr als 35 Kilometer gelaufen, so waren die Schmerzunterschiede noch eindeutiger.

Zwar kam es in beiden Läufergruppen zum Ende der Studienzeit zu Verletzungen. Diese waren bei  kräftigeren Barfußschuh-Läufern mit etwas mehr Körpergewicht aber eindeutig höher als bei den Mitstreitern. Ab einem Körpergewicht von 86 kg hatten sie ein doppelt so hohes Verletzungsrisiko wie die konventionellen Läufer mit einem Körpergewicht von 71 kg. Lediglich ganz leichte Läufer, die weniger als 57 kg auf die Waage bringen, könnten von einem geringeren Verletzungsrisiko durch das Tragen von Barfußschuhen profitieren.

Beauty und ästhetische Medizin

Mehr Attraktivität durch schönen, gesunden Teint

Was macht mich anziehend und attraktiv für meinen Partner? Das fragen sich alltäglich viele Menschen und suchen nach Mitteln, die sie äußerlich noch interessanter machen. Australische Wissenschaftler haben jetzt belegen können, dass eine gesunde Gesichtsfarbe ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl ist, und dass diese recht einfach durch die Einnahme von Beta-Carotin beeinflussbar ist.

Junge Männer im Alter von etwa 22 Jahren wurden mittels Urin-, Speichel- und Spermaproben auf ihren gesundheitlichen Zustand untersucht. Werte zum Immunsystem, möglichen oxidativen Stress und zur Qualität der Spermien wurden erfasst. Zu Beginn der Studie wurde ebenfalls ein Foto vom Gesicht gemacht. Für die Dauer von drei Monaten ergänzten 50 % der Studienteilnehmer ihre tägliche Nahrung mit Beta-Carotin, während die anderen 50 % lediglich Placebo-Kapseln verzehrten.

Im Anschluss wurden erneut Fotos vom Gesicht gemacht und die angegebenen Parameter bezüglich des Gesundheitszustandes untersucht. Auf den Nachher-Fotos war eindeutig eine frischere, gelb-rötlichere Gesichtsfarbe einiger Probanden zu erkennen.

Alle Fotos wurden Frauen vorgelegt, damit sie die Attraktivität der Männer beurteilen konnten. Dabei zeigte sich, dass das Aussehen der Männer aus der Beta-Carotin-Gruppe eindeutig positiver  eingestuft wurde. Die Einnahme der Nahrungsergänzung veränderte die eher fahle Gesichtshaut hin zu einem rosigeren, attraktiveren Aussehen.

Saunabesuche tun gut und beugen einer Demenz vor?

Viele Menschen wissen regelmäßige Saunagänge zu schätzen. Zum einen, weil sie dem Körper, insbesondere dem Herz-Kreislaufsystem guttun und maßgeblich zur Entspannung beitragen. Viele  erhoffen sich vom Schwitzen auch eine schonende Reinigung der Haut.

Jetzt haben finnische Wissenschaftler einen weiteren Grund gefunden, der für häufige Saunagänge sprechen könnte. Regelmäßige Saunagänger (mehrmals die Woche) haben demnach ein deutlich reduziertes Risiko, an einer Demenz zu erkranken als solche, die nur einmal in der Woche bei entsprechend hohen Temperaturen schwitzen.

Im Rahmen einer Studie wurden über 2.000 Menschen im Alter von mindestens 70 Jahren, die jahrelang wöchentlich einmal und häufiger in die Sauna gingen, hinsichtlich ihrer Gedächtnisleistung überprüft. Faktoren, die sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken könnten, wie Alkoholgenuss, Tabakkonsum, ein zu hohes Körpergewicht, ein zu hoher Blutdruck, Diabetes oder Erkrankungen des Herzens, wurden bei der Auswertung berücksichtigt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass mehrmalige Saunagänge pro Woche dem Gedächtnis genauso guttun wie der Herzgesundheit. Das Erinnerungsvermögen der häufigen Saunagänger war im Alter weniger beeinträchtigt im Vergleich zu den Saunamuffeln. Entsprechende Hintergrundinformationen zu dieser positiven Wirkung des Saunierens müssen noch mit weiteren Studien ausgearbeitet werden.

Mit diesem Ergebnis tut sich jedoch bereits jetzt ein weiterer wichtiger Beleg dafür auf, öfter einmal eine Sauna zu besuchen, und das nicht nur aus Gründen der Wellness.

Vitalstoffe und Ernährung

Nutrikosmetik: Q10 wirkt Zeichen der Hautalterung entgegen

Coenzym Q10 ist ein Vitalstoff, der häufig in der Kosmetikindustrie als Zusatz für Hautcremes Verwendung findet. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt nun, dass Q10-Supplemente das Hautbild von innen heraus verbessern können. In der Studie nahmen 33 gesunde Teilnehmer über einen Zeitraum von 12 Wochen täglich eine von zwei Q10-Dosierungen oder ein Placebo (ein Produkt ohne wirksame Inhaltsstoffe) ein. Anschließend wurde die Wirkung auf verschiedene Hautparameter gemessen.

Ergebnisse
Die Einnahme von Q10 verhinderte eine deutliche Abnahme der Elastizität und reduzierte typische Zeichen der Hautalterung. Dazu gehörten eine deutliche (signifikante) Abnahme von Falten sowie eine Verbesserung der Hautglätte.

Zusammenfassung
Coenzym Q10-Supplemente können das Hautbild von innen heraus verbessern und Zeichen der Hautalterung entgegenwirken.

Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft schützen Nachwuchs vor Asthma

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in einer der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften, berichtet, dass die Supplementierung von marinen Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft das Risiko für Asthmaerkrankungen  beim Nachwuchs deutlich senkt.

Im Rahmen der Copenhagen Prospective Studies of Asthma in Childhood 2010 (COPSAC2010) erhielten 736 Frauen von der 24. Schwangerschaftswoche bis zur ersten Woche nach der Entbindung 2,4 g der marinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA oder ein Placebo. Weder die Wissenschaftler noch die damals Schwangeren wussten bis zur Untersuchung ihrer Kinder im Alter von drei Jahren, ob die Kapseln Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) enthielten oder ein Placebo waren.

In der Behandlungsgruppe diagnostizierten die Wissenschaftler im Alter von drei Jahren bei 16,9 % der Kinder dauerhaftes Keuchen oder Asthma bronchiale, in der Placebogruppe waren es 23,7 %. Dies entspricht einer signifikanten Risikoreduktion um 31 %. Für Schwangere, die zu Beginn der Studie niedrige EPA- und DHA-Werte hatten, konnte das Risiko sogar um 54 % reduziert werden. Zudem sank das Risiko für Erkrankungen der unteren Atemwege um 25 %.

Die Einnahme von Fischöl-Supplementen in der Schwangerschaft hat positive Effekte auf den Schutz des Nachwuchses vor Atemwegserkrankungen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen schwangeren und stillenden Frauen eine Zufuhr von mindestens 200 mg DHA pro Tag.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Krebs – Mehr Metastasen durch fettreiche Kost?

In der Krebsforschung ist die Suche nach den Ursachen der metastasierenden Zellen immer gegenwärtig. Denn solange ein Krebs keine Metastasen gebildet hat, lässt er sich mit der heutigen Medizin recht gut bändigen. Gehen einzelne Krebszellen im Körper jedoch auf Wanderschaft, um an anderer Stelle einen Tumor zu bilden, ist die Krebstherapie manchmal weniger erfolgreich.

Spanische Krebsforscher konnten kürzlich einen Zelltyp identifizieren, bei dem es sich aufgrund eines speziellen Rezeptors (CD36) um metastasierende Zellen handelt. Bei den getesteten Krebsarten war bei den Metastasen dieser spezielle Rezeptor immer wieder zu finden.

Interessanterweise scheint dieser CD36-Marker sehr fettsensibel zu sein. Im Tierversuch konnte belegt werden, dass eine Fütterung von krebskranken Tieren mit fettreichen, insbesondere palmfettreichen Lebensmitteln zu einer doppelt so hohen Ausbildung von Metastasen führte.

Um genauere Zusammenhänge herausfinden zu können, stehen weitere Studien an. Insbesondere stellt man sich die Frage, wie unterschiedlich sich die einzelnen Fettarten auf die Streuung von Krebszellen auswirken. Einige Fettsäuren bieten einen Schutz vor der Metastasierung und andere, wie beispielsweise die gesättigte Fettsäure Palmitinsäure, kurbeln diese scheinbar unnötig an.

Erste Empfehlungen, die aufgrund dieses Studienergebnisses gemacht werden können, lauten, noch stärker darauf zu achten, dass nicht zu viele Lebensmittel mit der gesättigten Palmitinsäure gegessen werden. Das scheint jedoch nicht so einfach zu sein, weil sie in vielen Produkten, insbesondere den Fertigprodukten, enthalten ist.

Darmkrebsrisiko bei jungen Erwachsenen höher als bei ihren Eltern

Die Häufigkeit von Darmkrebserkrankungen bei älteren Erwachsenen ist seit Jahren abnehmend. Im Gegenzug schlagen Krebsforscher Alarm, weil die Zahl der jüngeren Erwachsenen, die an Krebs erkrankt, zunehmend ansteigend ist.

Während bisher am ehesten die über 55-Jährigen von einer Darmkrebserkrankung betroffen waren und deshalb auch ab dem 50. Lebensjahr eine Koloskopie zwecks Früherkennung empfohlen wird, scheint sich seit Jahren eine umkehrende Entwicklung einzupendeln: Weil in den USA viele Menschen das vorbeugende Screening annehmen, werden entsprechende Krebsvorboten frühzeitig erkannt.

Dieses erklärt möglicherweise, warum die Zahl der Darmkrebserkrankungen in dieser Altersklasse zurückgedrängt werden konnte.

Sorge bereitet nun aber die Altersklasse der 20- bis 54-Jährigen. Hier steigt die Darmkrebsrate seit dem Jahr 1980 beim Kolonkarzinom (Krebs des mittleren Darmabschnitts) jährlich um ein bis zwei Prozent und beim Rektumkarzinom (Krebs des Enddarms) um drei Prozent an. Erwachsene, die 1980 geboren wurden, haben demnach ein doppelt so hohes Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken wie diejenigen, die dreißig Jahre zuvor, also 1950, geboren wurden.

Beim Rektumkarzinom ist das entsprechende Risiko bei den Jüngeren sogar um das Dreifache erhöht. Weshalb die jüngeren Erwachsenen ein erhöhtes Risiko für eine entsprechende Darmkrebserkrankung mit sich tragen, bedarf noch spezieller Untersuchungen.

Es mag sein, dass die bekannten Risikofaktoren wie eine wenig ballaststoffreiche Ernährung, Übergewicht, häufiger Verzehr von Alkohol, hoher Konsum von verarbeitetem roten Fleisch, mangelhafte körperliche Bewegung sowie Zigarettenrauchen in der jüngeren Altersklasse häufiger zum Tragen kommen. Entsprechende ungesunde Lebensstile sind bei den jungen Erwachsenen durchaus häufiger zu beobachten.