Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Schlafmangel fördert Heißhunger und Appetit // Grünkohl – das beste krebsvorbeugende Gemüse // Vollkeramikkronen // Kann Yoga bei Asthma helfen? // Gelenke von Marathon-Läufern nicht dauerhaft geschädigt // Ständiger Juckreiz nach dem Urlaub? Bettwanzen als mögliche Ursache // Neueste Empfehlungen für die Babyhaut-Pflege // Anthocyane senken LDL-Cholesterin // Omega-3-Fettsäuren senken Homocystein // Hat Tee eine gewisse Schutzfunktion vor Krebs? // Erschreckendes zum Weltnichtrauchertag: Raucherinnen leben durchschnittlich zehn Jahre kürzer

Gesundheit und Prävention

Kinder mit Fettleber besonders anfällig für Zuckerkrankheit

Eine sogenannte nichtalkoholische Fettlebererkrankung ist eine häufige Lebererkankung hierzulande, bei der sich vermehrt Fette in der Leber einlagern. Sie wird auch als „Wohlstands- oder Zivilisationskrankheit“ bezeichnet, weil sie leider in den meisten Fällen auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen ist: Die meisten Patienten sind übergewichtig und ernähren sich zu fettreich und unausgewogen. Überschüssiges Fett, das somit im Blut zirkuliert, lässt die Leber langsam verfetten. In Deutschland sind bereits etwa ein Drittel der Erwachsenen betroffen.

Leider nimmt die Zahl der adipösen Kinder und somit die Häufigkeit einer kindlichen Fettleber zu. Die auf diese Weise angeschlagene Leber kann zu zahlreichen unangenehmen Folgeerkrankungen führen. US-amerikanische Wissenschaftler haben untersucht, inwiefern sich bei Kindern eine Fettleber auf die Entwicklung einer Zuckerkrankheit auswirkt. Bisher wurde angenommen, dass 30 % der Kinder mit Fettleber bereits einen Prädiabetes oder Diabetes entwickelt haben.

675 Kinder mit einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), davon 71 % Jungen und 29 % Mädchen im Alter von durchschnittlich 12 Jahren nahmen an der Studie teil. Bei einem Viertel von ihnen lag bereits ein fortgeschrittenes Stadium einer Fettleber, die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH), vor.

Bei 6,5 % der jungen Studienteilnehmer hatte sich bereits ein Diabetes entwickelt und bei 23,4 % eine entsprechende Vorstufe eines Diabetes. Mädchen hatten dabei häufiger mit der Folge Zuckerkrankheit zu tun, denn ihr Risiko für einen Diabetes war im Vergleich zu dem der Jungen um das Fünffache erhöht.

Die Wissenschaftler weisen im Ergebnis darauf hin, dass man die nichtalkoholische Leberverfettung (NAFLD) als einen ernst zu nehmenden „Vorläufer“ für den Diabetes-Typ-2 bezeichnen kann. Zudem betonen sie, dass Kinder mit Leberverfettung und  Diabetes-Typ-2 besonders anfällig sind für eine folgenschwere nicht-alkoholische Leberhepatitis. Blutzucker und mögliche Leberwerte müssten daher bei den betroffenen Kindern unbedingt unter regelmäßiger medizinischer Beobachtung stehen und frühzeitig behandelt werden.

Hormonspirale oder Kupferspirale – Einfluss auf Körpergewicht und -zusammensetzung gleich

Immer wieder wird vor allem bei den Anwenderinnen diskutiert, ob man mit der Hormonspirale oder mittels Kupferspirale verhüten solle. Dabei tritt immer wieder das Argument auf, dass es möglicherweise durch eine von den beiden Methoden eher zur Zunahme oder zur unangenehmen Veränderung des Körpergewichts kommt.

Wissenschaftler der Washingtoner Universität haben jetzt bestätigen können, dass die körperlichen Veränderungen, die sich durch die unterschiedlichen Implantate zur Verhütung als Nebenwirkung ergeben können, vergleichbar sind. Vor dem Hintergrund einer unangenehmen körperlichen Veränderung gibt es demnach kein Argument, das für oder gegen eine Hormon- oder Kupferspirale spricht.

149 Frauen im durchschnittlichen Alter von 26 Jahren nahmen an der Studie teil. 85 von ihnen verhüteten seit mindestens einem Jahr mit einer Levonorgestrel-(LNG)-Spirale, 31 mit einer Kupfer-Spirale und 33 mit einem Etonogestrel-(ENG)-Implantat. Alle Teilnehmerinnen hatten vor Beginn dieser 12 Monate keine auffälligen Veränderungen des Körpergewichts verzeichnet und waren nicht von Störungen des Stoffwechsels oder des Essverhaltens betroffen.

Während des Studienzeitraums wurden Kenndaten bezüglich Körpergewicht und -zusammensetzung gemessen, um mögliche Veränderungen diesbezüglich feststellen zu können. Im Ergebnis zeigte sich, dass sich die Veränderungen von Körpergewicht- und zusammensetzung, das heißt das Verhältnis von Körperfett, Körperfettmasse und schlanker Masse, bei den Anwenderinnen aller drei Verhütungsmitteln nicht unterschied.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Kariesprophylaxe mit Fluoriden

Neben einer zahngesunden Ernährung und adäquater Mundhygiene sind Fluoride die tragende Säule der Kariesprophylaxe (Vorbeugung gegen Zahnfäule).

Fluorid ist ein natürliches Spurenelement. Es kommt weltweit im Boden und in jedem Wasser, so auch im Trinkwasser vor. Ein besonders hoher Fluoridgehalt findet sich in Meerwasser und vulkanischen Böden.

Im menschlichen Organismus findet eine Ossifikation (Entstehung von Knochengewebe) nur in Anwesenheit von Fluorid statt. Auch für die Bildung der widerstandsfähigen, schwer löslichen Mischkristalle aus Hydroxylapatit und Fluorapatit im Dentin (Zahnbein) und Schmelz der Zahnhartsubstanz ist Fluorid unabdingbar.

Der große Erfolg der Fluoride in der Zahnmedizin beruht auf der Tatsache, dass – anders als bei zahngesunder Ernährung und Mundhygienetraining – keine Änderung des Verhaltens erforderlich ist. Denn allein durch das Vorhandensein im wässrigen Mundmilieu wirken Fluoride auf mehrfache Weise kariesprotektiv (schützend vor Zahnfäule):

  • sie fördern die Remineralisation (Wiedereinlagerung von Mineralstoffen aus dem Speichel in die Zahnhartsubstanz)
  • sie hemmen die Demineralisation (Herauslösen von Mineralstoffen aus der Zahnoberfläche in saurem Mundmilieu)
  • Sie bilden eine Calciumfluorid-Deckschicht aus, die als Fluoriddepot wirkt und bei Säureeinwirkung (Nahrungsmittelsäuren oder Säuren aus dem bakteriellen Stoffwechsel) Fluorid zur Remineralisation an die Zahnoberfläche abgibt
  • sie werden in das Kristallgefüge der Zahnhartsubstanz eingelagert: Hydroxid-Ionen (OHˉ) im Apatitkristall werden teilweise durch Fluorid-Ionen (Fˉ) ausgetauscht, wodurch das Kristallgefüge schwerer säurelöslich ist und eine Härtesteigerung erfährt
  • sie erschweren die Adhäsion (Anhaftung) von Bakterien an die Zahnoberfläche und tragen so zur Plaquereduktion (verringerte Bildung mikrobiellen Zahnbelags) bei
  • Sie hemmen bakterielle Enzyme (v. a. Enolase), die für den Abbau des Zuckers erforderlich sind. Diese Hemmung des Bakterienstoffwechsels führt dazu, dass weniger Säuren produziert werden, die letztendlich die Zahnhartsubstanz angreifen.

Da alle genannten Wirkmechanismen bei direktem Kontakt des Fluorids mit der Zahnoberfläche greifen, hat sich die lokale Fluoridapplikation in der Zahnmedizin etabliert.

Systemische Fluoridgaben, die dem gesamten Organismus über Trinkwasser, Mineralwasser, Nahrung, Kochsalz oder Tabletten zur Verfügung gestellt werden, wirken letzten Endes auch dadurch, dass das Fluorid nach der Aufnahme über den Verdauungstrakt, Verteilung im Organismus über das Blutplasma und Ausschüttung über den Speichel wieder ins Mundmilieu abgegeben wird, um dort direkt kariesprotektiv (vor Zahnfäule schützend) auf die Zahnsubstanz einzuwirken.

Unbedenklichkeit der Fluoridanwendung
Die altersabhängige Fluoridsupplementierung von 0,25 mg bis 1,0 mg täglich gilt heute als allgemeinmedizinisch absolut unbedenklich.  Eine Voraussetzung hierfür ist, dass Fluorid besonders in den ersten Lebensjahren nur unter Kontrolle und nach sorgfältiger Erhebung einer Fluoridanamnese verabreicht wird. Andernfalls ist mit Nebenwirkungen zu rechnen:

Schmelzfluorose (Synonyme: Zahnfluorose, gefleckter Schmelz, mottled teeth, mottled enamel): ist die erste und am häufigsten auftretende Nebenwirkung. Wird in der Phase der Schmelzbildung, die sich über die ersten acht Lebensjahre erstreckt, zu viel Fluorid aufgenommen, reagieren ausgerechnet die Ameloblasten (Schmelz bildenden Zellen) sensibel auf das Überangebot.

Die Folge ist eine qualitativ schlechtere Schmelzstruktur, die im Gegensatz zum regelrecht gebildeten Zahnschmelz opak (weniger lichtdurchlässig) erscheint und weiße bis bräunliche Flecken oder Streifen aufweist. Bei älteren Menschen, die zeitlebens mit Trinkwasser ab 8 ppm Fluorid versorgt wurden, werden Verdichtungen der Knochenstruktur festgestellt.

In Gebieten der Erde, die Trinkwasser mit einem Fluoridgehalt von 20 ppm und mehr aufweisen (Indien, Südafrika) oder in denen klimabedingt viel Wasser auch geringeren Fluoridgehalts getrunken werden muss, kommt es zur Erkrankung der Skelettfluorose (Synonym: Knochenfluorose): den verdichteten und verhärteten Knochen mit einer verdickten Kortikalis (äußeren Knochenschicht) mangelt es an Elastizität und Widerstandskraft.

Unter der Knochenvermehrung leiden auch die Gelenke und die Wirbelsäule, sodass Versteifungen die Folge sind.

Indikationen (Anwendungsgebiete)
Die Fluoridierung der Zahnoberflächen zum Schutz vor Karies ist prinzipiell für jedermann indiziert, der sich nicht konsequent zahngesund ernähren und keine optimale Mundhygiene betreiben kann. Um Überdosierungen zu vermeiden, muss den Empfehlungen eine sogenannte Fluoridanamnese vorausgehen, welche mehrere Faktoren berücksichtigt. Hinzu kommt, dass die Fluoridgaben beim Kind altersentsprechend abgestuft werden.

Sport

Yoga und Atemübungen gegen Depression?

Im Rahmen der Suche nach ergänzenden Therapiemöglichkeiten finden Betroffene einer Depression oftmals die Empfehlung, einen Yoga-Kurs zu besuchen. Das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie deutet nun darauf hin, dass diese Empfehlungen durchaus gerechtfertigt sind, weil Yoga und kontrollierte Atemübungen demnach helfen können, eine Depression erfolgreich zu therapieren.

Die Studienteilnehmer litten unter einer mittelschweren Depression und nahmen bereits entsprechende Medikamente ein. Für die Dauer von drei Monaten nahmen sie zusätzlich an einem 90-minütigen Yoga-Training teil, das auch ein 20-minütiges Atemübungs-Training beinhaltete. Die Hälfte der Teilnehmer trainierte dreimal pro Woche für 90 Minuten und zusätzlich viermal zu Hause für 30 Minuten. Die andere Hälfte trainierte etwas weniger: zweimal 90 Minuten sowie dreimal für 30 Minuten zu Hause.

Im Ergebnis zeigte sich, dass sich das unterstützende Yoga-Training besonders vorteilhaft auf das Auftreten der depressiven Symptome auswirkte. Die Depression trat während der dreimonatigen Trainingsphase bei den Betroffenen deutlich weniger auf. Die Gruppe mit dem häufigeren Yoga-Training konnte die Intensität der Depression sogar auf einen Wert senken, der unter dem offiziellen Schwellenwert für depressive Symptome lag. Die zweite Gruppe profitierte ebenfalls von deutlich reduzierten depressiven Symptomen.

Für konkretere Ergebnisse stehen weitere Studien an, die belegen sollen, dass sich Yoja sowie kontrollierte Atemübungen optimal in Ergänzung zur medikamentösen und psychotherapeutischen Therapie anbieten.

Häufiges Sitzen belastet die Leber

Bewegungsmangel schadet der Gesundheit, weil unter anderem das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen der Leber dadurch ansteigt. Wissenschaftler aus Seoul konnten vor diesem Hintergrund belegen, dass insbesondere das häufige und lange Sitzen einen nachteiligen Einfluss auf die Entstehung einer nichtalkoholischen Fettleber-Erkrankung (NAFLD) hat: Wer viel sitzt, geht ein erhöhtes Risiko ein, dass es zur Verfettung der Leber kommt.

Die Daten von über 139.000 Koreanern mit durchschnittlichem Alter von 40 Jahren flossen in die Studie mit ein. Die Studienteilnehmer verbrachten im Durchschnitt 7,6 Stunden pro Tag im Sitzen. Bei etwa 39.000 von ihnen wurde eine Fettleber diagnostiziert.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass diejenigen, die fünf bis zehn Stunden täglich im Sitzen verbrachten, ein um vier Prozent erhöhtes Risiko hatten, an einer Fettleber zu erkranken, im Vergleich zu den „Wenigsitzern“. Wer regelmäßig mehr als 10 Stunden sitzend verbrachte, musste sogar mit einem um neun Prozent erhöhten Risiko für eine Fettleber rechnen.

Dieser ungünstige Effekt des Sitzens auf eine Fettleber kann möglicherweise darauf zurückgeführt werden, dass das Verhältnis von Muskelmasse zu Körperfett auf diese Weise nachteilig beeinflusst wird. Durch das lange Sitzen steigt die Körperfettmasse an, während die Muskeln an Masse einbüßen müssen.

Da die nichtalkoholische Fettlebererkrankung insbesondere auf eine unausgewogene Ernährung und mangelnde Bewegung zurückzuführen ist, wird vor dem Hintergrund dieser Studie noch einmal mehr empfohlen, regelmäßig sportlich aktiv zu sein und die langen Sitzzeiten im Alltag möglichst durch häufiges Aufstehen zu unterbrechen.

Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung schützt die Leber vor einer Verfettung und unterstützt sie dabei, dass sie ihre lebenswichtige Funktion ohne Komplikationen erfüllen kann.

Beauty und ästhetische Medizin

Ein aufgesetztes Lächeln wird bereits von Kleinkindern enttarnt

Ein Lächeln ist ein wichtiges und effektives Mittel, um mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren und soziale Bindungen einzugehen. Ein freundliches Lächeln wirkt sich vorteilhaft auf eine Beziehung zu seinem Gegenüber aus und verleiht ein freundliches Äußeres. Leider ist ein Lächeln nicht immer ehrlich und herzlich, sondern aufgesetzt.

Wie Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben, können schon Kinder ab vier Jahren ein echtes Lächeln von einem falschen Lächeln unterscheiden. Sie können dann bereits die entsprechenden Absichten des Gegenübers grob einschätzen.

168 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwei und fünf Jahren wurden im Rahmen einer Studie dabei beobachtet, wenn ihnen Fotos mit Personen gezeigt wurden, die jeweils einmal ehrlich oder aufgesetzt lächelten. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Blicke der Kinder länger auf den ehrlich lächelnden Gesichtern verweilten als auf den unehrlich lächelnden Gesichtsausdrücken.

Die Kinder ab einem Alter von vier Jahren hatten zudem direkt ausgesagt, dass sie die ehrlich lächelnden Gesichter erkennen konnten. 60 bis 70 % der befragten Kinder trauten den Personen mit dem ehrlichen Lächeln eher zu, dass sie etwas abgeben würden als den aufgesetzten Lächlern. Das echte Lächeln wurde von ihnen somit mit einem angenehmen, freundlichen Verhalten in Verbindung gebracht.

Ein echtes Lächeln kann unter anderem dadurch enttarnt werden, dass nicht ausschließlich die Mundwinkel angehoben werden, sondern sich durch die Aktivierung weiterer Gesichtsmuskeln auch die Wangen heben. Das Lächeln beschränkt sich demnach nicht ausschließlich auf die Mund-, sondern auch auf die Augenpartie. Es handelt sich um ein ehrliches Signal von positiven Emotionen, das unwillkürlich erfolgt.

Natürliches Olivenöl zur Babyhaut-Pflege?

Olivenöl wird von vielen Müttern genutzt, um die trockene und schuppende Haut ihrer Neugeborenen zu pflegen. Wissenschaftler aus Manchester gingen nun der Frage nach, inwiefern sich natürliche Öle für die Babyhaut-Pflege eignen, oder ob sich diese unbehandelten Öle gegebenenfalls nachteilig auf die Haut der Neugeborenen auswirken.

Im Rahmen einer Studie wurden 115 Säuglinge für die Dauer von einem Monat zweimal täglich entweder mit Olivenöl, mit Sonnenblumenöl oder gar nicht eingerieben. Die Wissenschaftler führten vor Beginn der kosmetischen Behandlung sowie nach dem Behandlungszeitraum Untersuchungen durch, um Aussagen zum klinischen Zustand der Neugeborenen-Haut zu erfassen.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass das Einreiben mit den beiden Ölen zu einem verbesserten Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut bei den Neugeborenen führte. Bei näheren spektroskopischen Untersuchungen konnte jedoch in der Haut keine verbesserte Zusammensetzung des Fettmusters festgestellt werden.

Die Ergebnisse lassen die Wissenschaftler sogar annehmen, dass die natürliche physiologische Zusammensetzung der Babyhaut nach dem regelmäßigen Einölen eher nachteilig beeinflusst wurde. Sicherlich stehen für konkretere Aussagen noch weitere Untersuchungen an. Die Studienautoren weisen aber darauf hin, dass zum jetzigen Zeitpunkt der vorliegenden Ergebnisse natürliche Öle nur unter Vorbehalt eingesetzt werden sollten.

Im Rahmen der Babyhaut-Pflege müssten natürliche Öle nach dem jetzigen Stand der Forschung nicht unbedingt von Vorteil sein. In einer Studie mit Erwachsenen konnte beispielsweise beobachtet werden, dass sich Olivenöl im Vergleich zum Sonnenblumenöl eher nachteilig auf die natürliche Barriere der Haut auswirkte.

Es wird empfohlen, bei der Pflege junger Kinderhaut möglicherweise vorerst auf solche Produkte zurückzugreifen, deren Unschädlichkeit und Wirksamkeit offiziell nachgewiesen ist.

Vitalstoffe und Ernährung

Sportler: Probiotika verbessern Immunsystem

Langanhaltende und intensive Trainingseinheiten schwächen das Immunsystem und erhöhen das Risiko für Erkältungskrankheiten. In einer aktuellen Studie der medizinischen Universität Innsbruck konnten Wissenschaftler nun zeigen, wie Sportler den Abfall der Immunfunktion nach intensiven Trainingseinheiten verhindern können.

33 Leistungssportler nahmen dazu während der Wintermonate über einen Zeitraum von 12 Wochen täglich entweder ein Präparat mit sechs verschiedenen probiotischen Kulturen oder ein gleich aussehendes Präparat ohne Kulturen, ein Placebo, ein.

Ergebnisse
Sportler aus der Placebogruppe erkrankten 2,2-fach häufiger an einem Infekt der oberen Atemwege (z. B. einer Erkältung) als solche, die Probiotika eingenommen hatten.

Zusammenfassung
Probiotika können Sportler vor Erkältungen schützen.

Vielversprechende Therapie: Vitamin D bei Neurodermitis

Eine gemeinsame Auswertung verschiedener Studien, die zu diesem Thema durchgeführt wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitamin D-Supplementen eine neue Therapieoption bei Neurodermitis sein könnte. Für ihre Untersuchungen fassten Kim und Kollegen alle Studien zusammen, die den Vitamin D-Status oder die Wirkung einer Vitamin D-Einnahme bei vorliegender atopischer Dermatitis untersucht hatten.

Ergebnisse
Nach Zusammenfassung aller verfügbaren Studien hatten die an Neurodermitis erkrankten Personen einen deutlich niedrigeren Vitamin D-Spiegel (SMD = -2,03 ng/ml) als Gesunde. Besonders ausgeprägt war dies bei Kindern (SMD = -3,03 ng/ml). Eine Zufuhr von Vitamin D über Vitalstoffpräparate senkte den SCORAD-Index und den EASI-Score um durchschnittlich 5,85 Punkte. Der SCORAD-Index und EASI-Score sind international akzeptierte Punktzahlen zur standardisierten Beurteilung des Hautzustandes und Ausprägungsgrades der Neurodermitis.

Zusammenfassung
Vitamin D könnte gemäß der Gesamtauswertung zahlreicher Studien eine zusätzliche Therapieoption bei Neurodermitis sein.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Eine gesunde Darmflora als wichtige Basis im Wettlauf gegen viele Zivilisationskrankheiten

Probiotische Lebensmittel liegen seit Jahren im Trend. Viele Menschen sind überzeugt von ihren gesundheitsfördernden Eigenschaften und möchten sie auf ihrem täglichen Speiseplan nicht mehr missen.

In den Industrieländern nimmt die Häufigkeit von Zivilisationskrankheiten nach wie vor aufgrund ungesunder Lebensstile, Verhaltensweisen und vorherrschender Umweltfaktoren zu.  Herz- und Gefäßkrankheiten, Adipositas, Diabetes-Typ-2, Gicht, Erkrankungen der Leber, Allergien und Krebs sind nur einige Beispiele, deren Therapie insbesondere bei der Verminderung der genannten Risikofaktoren ansetzen muss.

Das Tückische an vielen Zivilisationskrankheiten ist es, dass sie anfangs unspezifisch sind und daher spät wahrgenommen werden. Auch die Darmflora nimmt bei den Betroffenen erheblichen Schaden und wird durch Über- und Fehlernährung mit zu viel Zucker und Fett sowie weitere Lebensstilsünden aus ihrem Gleichgewicht geworfen.

Zahlreiche wichtige Funktionen der Darmflora laufen aus dem Ruder. Viele Zivilisationskrankheiten sind bis zu einem gewissen Stadium reversibel. Eine Ernährungsumstellung ist in den meisten Fällen aber unabdingbar. Ein effektiver begleitender Therapieansatz bei den genannten Krankheiten ist es daher, die Darmflora mit wichtigen probiotischen Bakterienstämmen für einen schnelleren Therapieerfolg zu unterstützen und zu stärken.

Aus einer Adipositas ergibt sich schnell eine Erkrankung des Herzens und der Gefäße oder eine Erkrankung der Leber, weil dieses Organ gegen das Übermaß an Fett und Zucker im Blut nicht ankommen kann.

Untersuchungen zeigen, dass hier beispielsweise Probiotika eine gezielte Maßnahme darstellen, um dem Fortschreiten einer Leberverfettung vorzubeugen. So konnte durch eine mehrwöchige Einnahme von Probiotika die gestörte Darmflora wieder aufgebaut werden. Über die Blutgefäße, welche mit der Leber verbunden sind, konnten vorhandene Funktionsstörungen ausgleichend beeinflusst werden.

Ein gesundes Darmmilieu kann helfen, die Fetteinlagerungen in der Leber zu senken und entsprechende Entzündungsprozesse einzudämmen. Nicht zuletzt fördert eine gesunde Darmflora eine gute Verdauung und somit auch die Bildung und Funktion der Gallensäuren. Eine gute Gallensäure-Funktion ist wiederum eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Fettstoffwechsel und damit für weniger Fetteinlagerungen in der Leber.

So wie im oben genannten Beispiel bietet eine gesunde Darmflora eine wichtige unterstützende  Basis für die Vermeidung vieler Zivilisationskrankheiten und somit für ein gesundes, langes Leben.

Wer regelmäßig frühstückt, tut Gutes für seine Herzgesundheit

Ein gesundes langes Leben basiert grundlegend auf einem gesunden Herz. Dessen Gesundheit ist jedoch bei zunehmend vielen Menschen aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen gefährdet, die sich größtenteils präventiv vermeiden ließen.

Wie die American Heart Association (AHA) berichtet, konnten US-amerikanische Wissenschaftler beweisen, wie einfach es sein kann, durch einen gesunden Lebensstil Herzkreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Demnach kommt es bei der Einnahme der Tagesmahlzeiten vor allem darauf an, wie häufig und zu welcher Tageszeit gegessen wird.

Sie werteten die Daten von entsprechenden Studien aus, die sich unter anderem mit US-Bürgern befassten, die „rund um die Uhr“, also zu jeder Tageszeit, Mahlzeiten zu sich nahmen. Im Ergebnis ihrer Auswertungen zeigt sich, dass die oft propagierte Botschaft, den Tag ohne ein Frühstück zu beginnen, keinen gesundheitsfördernden Nutzen hat. Im Gegenteil, ein regelmäßiges Frühstück reduziert die Gefahr, übergewichtig zu werden.

So zeigt beispielsweise eine Studie, dass 3.600 junge Erwachsene mit einem täglichen Frühstück während der folgenden Jahre weniger an Körpergewicht zunahmen als diejenigen, die niemals oder höchstens dreimal die Woche frühstückten. In einer anderen Studie zeigte sich, dass es bei den Teilnehmern sogar über mehrere Jahre hinweg zur Gewichtsabnahme kam, sofern sie einen Teil ihrer Nahrung über das Frühstück aufnahmen.

Aus einem anderem Blickwinkel betrachtet gibt es Studien, die zeigen, dass der Verzicht auf das Frühstück zu einem um 27 % erhöhten relativen Risiko für nicht tödlichen Herzinfarkt oder tödliche Herzkreislauf-Erkrankungen geführt hatte, im Vergleich zu einem Tagesbeginn mit regelmäßigem Frühstück.

Die American Heart Association nimmt an, dass ein regelmäßiges Frühstück helfe, zu einem ausgewogeneren Ernährungsverhalten und gesünderen Essverhalten zu gelangen und als wichtige Basis zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen zu sehen ist.