Mit dem Eucell Vitalstoff-Telegramm informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Ernährungsmedizin. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Gehirnfitness: Vitamin D erhält kognitive Funktionen im Alter / Nutrikosmetik: Q10 wirkt Zeichen der Hautalterung entgegen / Marine Omega-3-Fettsäuren: Nutzen für Statinverwender / Probiotika senken Körpergewicht und BMI / DHA in der Schwangerschaft verbessert Aufmerksamkeitsverhalten von Vorschulkindern / Grüntee-Polyphenole verbessern Cholesterinwerte von Frauen

Leberzirrhose: Probiotika verbessern Leberfunktion

Bakterielle Infektionen als Folge eines supprimierten Immunsystems sind ein wichtiger Risikofaktor für die schlechte Prognose bei einer vorliegenden Leberzirrhose. Wissenschaftler der medizinischen Universität Graz haben in einer Studie einie positive Wirkung von probiotischen Kulturen auf das Immunsystem und die Leberfunktion festgestellt. In einer randomisierten und doppelblinden Interventionsstudie betrachteten Horvath und Kollegen die sechsmonatige Einnahme einer täglichen Probiotikagabe im Vergleich zu einem Placebo. Als Versuchsgruppe dienten 80 Patienten mit stabiler Leberzirrhose.

Ergebnisse
Nach Ende der Studie zeigte sich in der Probiotikagruppe eine signifikante Verbesserung der Immunantwort im Vergleich zur Placebogruppe. Dies äußerte sich in einer verbesserten Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies durch neutrophile Granulozyten und höhere Neopterin-Konzentrationen im Blut (Marker für die Aktivität der Makrophagen). Darüber hinaus kam es zu einer Verbesserung der Leberfunktion.

Zusammenfassung
Die Einnahme von probiotischen Kulturen bei vorliegender Leberzirrhose ist nach den Ergebnissen dieser Studie eine gute Möglichkeit, um die Funktion der Leber zu stabilisieren oder zu verbessern.

 

Marine Omega-3-Fettsäuren senken Leberwerte: Metaanalyse

In einer aktuellen Metaanalyse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Clinical Nutrition, beschäftigten sich Guo und Kollegen mit der Frage, ob Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Docosahexaensäure (DHA), einen Nutzen für die Therapie von Fettlebererkrankungen haben. Die Wissenschaftler untersuchten die Ergebnisse von insgesamt 10 Fall-Kontrollstudien und 11 RCT-Studien die einen Zusammenhang zwischen marinen Omega-3-Fettsäuren und nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen untersuchten.

Ergebnis
Im Ergebnis zeigt sich, nach Zusammenführung aller verfügbaren Daten aus Fall-Kontroll-Studien, dass der DHA-Gehalt sowohl des Blutes als auch des Lebergewebes bei gesunden Kontrollpersonen signifikant höher war als bei Personen mit nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen. Die Zusammenfassung der RCT-Studien kam zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren die Leberwerte Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) signifikant senken konnte. Ebenfalls kam es durch die Einnahme zu einer Abnahme der Triglyceridspiegel um durchschnittlich 36,16 mg/dl und einer leichten Abnahme des Leberfettgehaltes um durchschnittlich 5,1 % (p = 0,051).

Zusammenfassung
Die aktuelle Metaanalyse untermauert die ernährungsmedizinische Bedeutung von marinen Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA, in der Therapie nicht-alkoholischer Fettlebererkrankungen.

Vitamin E-Therapie sinnvoll bei nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen

Vitamin E wird bereits vielfach in der Therapie nicht-alkoholischer Fettlebererkrankungen (NAFLD) und nicht-alkoholischer Fettleberentzündungen (NASH) eingesetzt. Sato et al. werteten in einer Metaanalyse die Daten von insgesamt fünf RCT-Studien aus, die den Einsatz von Vitamin E im Vergleich zu einem Placebo untersucht hatten.

Ergebnisse
Vitamin E führte zu einer signifikanten Reduktion der Leberwerte Aspartat-Aminotransaminase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT), alkalischer Phosphatase (AP) und verbesserte den Zustand im Hinblick auf die Leberverfettung, dem damit verbundenen Ballooning der Hepatozyten sowie der Inflammation im Vergleich zur Kontrollgruppe. Bei erwachsenen Patienten mit einer NASH trat im Vergleich zur Kontrollgruppe zusätzlich auch eine signifikante Reduktion von fibrotischen Veränderungen auf.

Zusammenfassung
Der Einsatz von Vitamin E bei nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung und nicht-alkoholischen Fettleberentzündungen ist eine sinnvolle adjuvante Therapiemöglichkeit zur Verbesserung der Lebergesundheit.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin E (Nationale Verzehrstudie II 2008)
In der Altersgruppe vom 19. – 80. LJ. erreichen nur circa 50 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung. Den am schlechtesten versorgten Männern fehlen durchschnittlich circa 7 mg Vitamin E, den Frauen fehlen entsprechend circa 6 mg.
(DGE-Empfehlungen: m. 19. – 24. LJ 15 mg/Tag, m. 25. – 50. LJ. 14 mg/Tag, m. 51. – 64. LJ. 13 mg/Tag, m. 65 > LJ. 12 mg/Tag, w. 19. – 64. LJ. 12 mg/Tag, w. 65 > LJ. 11 mg/Tag).

Magnesium kann Knochenbrüche verhindern

Die Ergebnisse einer großen finnischen Kohortenstudie geben Anlass zu der Vermutung, dass Magnesium das Risiko für Knochenbrüche im Alter senken kann. An der Kuopio Ischemic Heart Disease Prospective Cohort Study nahmen 2.245 Männer im Alter zwischen 42 – 61 Jahren teil. Das Team aus finnischen und britischen Wissenschaftlern wertete die Daten aus einem Zeitraum von durchschnittlich 25,6 Jahren aus. Sie untersuchten einen statistischen Zusammenhang zwischen der Magnesium-Serumkonzentration der Männer und einem späteren Auftreten von Knochenbrüchen.

Ergebnisse
Der Vergleich zwischen Männern mit den 25 % höchsten Magnesium-Serumkonzentrationen (Quartil 4) und denen mit den 25 % niedrigsten Serumkonzentrationen (Quartil 1) zeigte, dass eine schlechte Magnesiumversorgung das Risiko für Knochenbrüche um 110 % erhöhte (HR: 2,10; 95 % Konfidenzintervall (KI): 1,30 – 3,41). Auch nach der rechnerischen Bereinigung hinsichtlich klassischer Risikofaktoren für Knochenbrüche war dieses noch um 99 % (HR: 1,99; 95 % Konfidenzintervall (KI): 1,23 – 3,24) erhöht. Bei speziellen Knochenbrüchen wie dem Oberschenkelhals erhöhte sich das Risiko sogar auf 243 % (HR: 2,43; 95 % Konfidenzintervall (KI): 1,30 – 4,53).

Zusammenfassung
Eine niedrige Magnesium-Serumkonzentration ist nach den Ergebnissen dieser Kohortenstudie ein starker und unabhängiger Risikofaktor für Knochenbrüche im Alter.

Kontrazeptiva: Polyphenole schützen Frauen vor Nebenwirkungen der Pille

Die Einnahme von Kontrazeptiva könnte nach den Ergebnissen von Markoski und Kollegen Marker für Entzündungsreaktionen und oxidativen Stress erhöhen. In ihrer Studie kommen die Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass eine zusätzliche Aufnahme von Polyphenol-Supplementen die erhöhten Serumwerte verhindern könnte. Insgesamt 28 Frauen nahmen an der randomisierten und placebokontrollierten Interventionsstudie teil. Die Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren nahmen über einen Zeitraum von 15 Tagen zusätzlich zu ihren Kontrazeptiva entweder eine Kapsel mit Polyphenolen oder ein Placebo ein.

Ergebnisse
Bei Frauen aus der Placebogruppe kam es zu einem signifikanten Anstieg der Prostaglandin E2 (PGE2)-, der hochsensitiven C-reaktiven Protein (hs-CRP)- und der F2-Isoprostankonzentration im Blut. In der Polyphenolgruppe stiegen diese nicht an. Auch das Verhältnis von oxidiertem zu reduziertem Glutathion (Marker für oxidativen Stress) war in der Polyphenolgruppe vorteilhafter.

Zusammenfassung
Die zusätzliche Einnahme von Polyphenolen scheint für Frauen im gebärfähigen Alter, bei gleichzeitiger Einnahme der Pille, gesundheitlich vorteilhaft.

B-Vitamine schützen vor gesundheitlichen Veränderungen durch Feinstaub

Feinstaub kann zu Methylierungen der DNA führen und Entzündungsreaktionen sowie oxidativen Stress begünstigen. Eine Studie veröffentlicht von einem großen Team internationaler Wissenschaftler kommt zu dem Ergebnis, dass B-Vitamine die feinstaubinduzierten Methylierungen reduzieren können. Die Wissenschaftler setzten zehn erwachsene Studienteilnehmer für zwei Stunden einer kontrollierten Feinstaubbelastung aus. Ein Teil der Gruppe erhielt eine Kombination der Vitamine B6, B12 und Folsäure, die andere Gruppe ein Placebo.

Ergebnisse
Die Feinstaubexposition induzierte bei den Teilnehmern eine Methylierung von Genen, die an dem mitochondrialen Energiestoffwechsel beteiligt sind. Insgesamt kam es zu einer Abnahme von 11,1 % der verantwortlichen Genaktivität im Vergleich zu Teilnehmern ohne Feinstaubexposition. Die Einnahme von B-Vitaminen konnte den Methylierungseffekt um 102 % reduzieren.

Zusammenfassung
B-Vitamine können nach den Ergebnissen dieser Studie die Auswirkungen von Feinstaub auf die DNA abschwächen.