Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Schlafmangel fördert Heißhunger und Appetit // Grünkohl – das beste krebsvorbeugende Gemüse // Vollkeramikkronen // Kann Yoga bei Asthma helfen? // Gelenke von Marathon-Läufern nicht dauerhaft geschädigt // Ständiger Juckreiz nach dem Urlaub? Bettwanzen als mögliche Ursache // Neueste Empfehlungen für die Babyhaut-Pflege // Anthocyane senken LDL-Cholesterin // Omega-3-Fettsäuren senken Homocystein // Hat Tee eine gewisse Schutzfunktion vor Krebs? // Erschreckendes zum Weltnichtrauchertag: Raucherinnen leben durchschnittlich zehn Jahre kürzer

Gesundheit und Prävention

Warum neigen immer mehr Kinder zur Fettleber?

Die Kinder in den westlichen Industrieländern bewegen sich deutlich zu wenig und leiden daher  im Vergleich zu früher zunehmend an Übergewicht. Sicherlich sehen die Ernährungsgewohnheiten vieler Kinder heutzutage zudem nicht immer unbedingt gesund aus: Die Ernährung enthält häufig zu viel Zucker. Zudem hat die körperliche Bewegung der Kinder im Durchschnitt um 13 % abgenommen.

Eines steht fest: Immer mehr Kinder tragen zu viel Körpergewicht mit sich herum. Nicht nur das Herz-Kreislauf-System, der Stoffwechsel oder Knochen und Gelenke der Kleinen, sondern auch das wichtige Leber-Organ wird durch unnötiges Übergewicht in Mitleidenschaft gezogen. Immer häufiger treten sogenannte nicht-alkoholische Fettleberschäden (NAFLD) auf. Dabei kommt es zur Anreicherung der Leberzellen mit kleinsten Fetttröpfchen. Wenn eine derartige Lebererkrankung unentdeckt und unbehandelt bleibt, kann sich eine chronische Lebererkrankung bis hin zur aggressiven Leberzirrhose entwickeln.

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist inzwischen die häufigste Ursache für eine chronische Lebererkrankung bei Kindern und Jugendlichen in industrialisierten Nationen geworden. Es wird angenommen, dass 3-10 % aller Kinder in den westlichen Industrienationen von einer NAFLD betroffen sind. Bei übergewichtigen Kindern liegt diese Krankheitshäufigkeit sehr viel höher. Bei 80 % der Kinder, bei denen eine Fettleber bereits vorhanden ist, ist diese auf körperliches Übergewicht zurückzuführen.

Eltern sollten also unbedingt auch vor diesem Hintergrund auf ein gesundes Körpergeicht ihres Nachwuchses achten. Hierbei liegt die oberste Priorität in ausreichender körperlicher Bewegung und den Verzicht auf zu viel Zucker in der Ernährung, damit sich die überflüssigen Pfunde erst gar nicht ansetzen. Da sich spätestens im Erwachsenenalter ohne Behandlung aus einer NAFLD nicht umkehrbare Leberschäden einstellen, sollten mögliche Früh-Anzeichen wie Trägheit und Müdigkeit ernst genommen werden.

Besonderes Gen verantwortlich für Lust auf Süßigkeiten?

Der häufige Genuss von Leckereien und Süßem scheint einer aktuellen Studie zufolge auf ein bestimmtes Gen zurückzuführen zu sein. Wer also gern und häufig zu Naschereien greift, der kann die Ursache dafür möglicherweise in einem Hormon finden, das von der Leber gebildet wird. Eine spezielle Form des sogenannten Fibroblasten-Wachstumsfaktors 21 (FGF21) konnte einer dänischen Studie zufolge vermehrt bei Naschkatzen nachgewiesen werden.

6.500 Dänen nahmen an der Studie teil, die Aufschluss über Lebensstilfaktoren und Stoffwechsel geben sollte. Unter anderem wurde auch nach möglichen Zusammenhängen zwischen der genetischen Ausstattung und den Vorlieben für bestimmte Speisen gesucht. Die Wissenschaftler legten dabei besonderes Augenmerk auf zwei spezielle Genvarianten des FGF21-Faktors.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass Teilnehmer, bei denen sich eine der Varianten des speziellen Gens im Erbgut nachweisen ließ, häufiger zu Naschereien griffen. Die Studienautoren sprechen von einer um 20 % erhöhten Wahrscheinlichkeit, mit der sich die Betroffenen zu Naschkatzen entwickeln. Das spezielle Hormon scheint im menschlichen Körper den Appetit von süßen Speisen zu beeinflussen. Interessanterweise zeigen diese Personen aber kein erhöhtes Risiko für Übergewicht oder Diabetes.

Die beiden Varianten des Gens könnten zudem dazu führen, dass der Genuss von Alkohol und Tabak angekurbelt wird. Scheinbar haben die beiden Genvarianten Einfluss auf unser Belohnungssystem im Gehirn, so die Wissenschaftler.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Die Zähne bis ins hohe Alter hinein vor Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) zu schützen ist ein realisierbares Ziel, wenn prophylaktische (vorbeugende) Maßnahmen wie eine konsequente häusliche Zahnpflege und regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt Hand in Hand gehen.

Durch die häusliche Mundhygiene werden Bereiche wie die Interdentalräume (Zahnzwischenräume) und die retromolaren Räume (hinter den letzten Backenzähnen) deutlich schwerer erfasst als die Kau-, Außen- und Innenflächen der Zähne.

Sammelt sich aber Plaque (mikrobieller Zahnbelag) über mehrere Tage hinweg an, ist eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) die Folge, die bei längerem chronischen Verlauf wiederum in eine Parodontitis übergehen kann. Außerdem gefährden kariogene Bakterien in der Plaque die Zahngesundheit durch Karies.

Während eine Gingivitis durch verbesserte und ambitionierte Putztechnik wieder rückgängig gemacht werden kann, hilft dies jedoch nicht mehr weiter, wenn sich Zahnbeläge durch Einlagerung von Mineralstoffen erst einmal zu Zahnstein (oberhalb des Zahnfleischrandes) oder gar Konkrementen (Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrandes) verfestigt haben.

Auch feste Farbauflagerungen, die beim Genuss von Kaffee, Tee, Nikotin o. ä. entstehen, sind mit der häuslichen Mundhygienetechnik nur schwer zu beseitigen. Hier setzt die professionelle Zahnreinigung (PZR) an, welche in der Zahnarztpraxis in der Regel von fortgebildetem Fachpersonal (Zahnmedizinische Prophylaxehelferin, Zahnmedizinische Fachassistentin, Dentalhygienikerin) durchgeführt wird.

Durch die Kombination von guter Zahnpflege und PZR lassen sich Karies (Zahnfäule, bakterielle Zerstörung der Zahnhartsubstanzen), Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis (Zahnbettentzündung) effektiv und lebenslang verhindern.

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) umfasst:

  • das Entfernen von weichen und harten Belägen auf dem Zahnschmelz und evtl. freiliegenden Zahnwurzeln supragingival bzw. gingival (oberhalb des bzw. im Bereich des Zahnfleischsaums)
  • die Reinigung der Interdentalräume (Zahnzwischenräume)
  • das Entfernen des Biofilms (der Plaque, der mikrobiellen Beläge)
  • die Oberflächenpolitur der Zähne
  • geeignete lokale (örtliche) Fluoridierungsmaßnahmen zum Kariesschutz
  • Schulungen/Übungen zur Mundhygiene und/oder Verwendung von Mundhygiene-Hilfsmitteln

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Die PZR wird eingesetzt:

  • zur Entfernung von supragingivalem Zahnstein (oberhalb des Zahnfleischsaums) und Konkrementen im klinisch erreichbaren Subgingivalbereich (im oberen Bereich der Zahnfleischtasche)
  • zur Therapie einer bakteriellen Gingivitis
  • zur Entfernung aufgelagerter Zahnverfärbungen
  • bei Halitosis (Mundgeruch)
  • als Bestandteil einer parodontalen Initialbehandlung (vor weitergehenden Maßnahmen zur Behandlung einer Zahnbettentzündung)
  • zur Erhaltungstherapie nach Behandlung einer Parodontitis (Zahnbettentzündung)
  • im Rahmen eines Recalls (einer Vor- bzw. Nachsorgebehandlung)

Die Abstände eines Recalls (der Nachsorgetermine) sind für jeden Patienten individuell festzulegen und liegen in der Regel bei drei bis sechs Monaten.

Insbesondere wenn eine unterstützende Parodontaltherapie zur Langzeiterhaltung (UPT) nach einer erfolgreichen Parodontitistherapie (Behandlung einer Zahnbettentzündung,  z.B. chirurgisch oder mit der Vector®-Methode) erforderlich ist, werden engmaschige Recalls indiziert sein, um das erneute Anhaften von subgingivalen Konkrementen (Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrandes in den Zahnfleischtaschen) von vornherein zu verhindern und im Biofilm eine Verschiebung der Keimzusammensetzung hin zu apathogenen Keimen (ohne Krankheitswert) zu begünstigen.

Sport

Eine „gute“ Darmflora dank Sport

Wer regelmäßig sportlich aktiv ist, tut nicht nur etwas Gutes für sein körperliches und seelisches Gleichgewicht. Auch die kleinsten Bewohner im Darm profitieren von einer ausgewogenen und gesundheitsfördernden Vielfalt.

Zu diesem Ergebnis kommen mehrere Studien. So bestätigten unter anderem C. Bressa et al., dass Frauen, die in unterschiedlichem Maße Sport trieben oder völlige Bewegungsmuffel waren, eine entsprechend differenzierte Zusammensetzung der Darmflora zeigten. Alle Frauen befanden sich noch nicht in der Menopause, waren normalgewichtig und hatten einen ähnlichen Body-Mass-Index (BMI). Bei der Untersuchung der Darmflora wurden elf spezielle Bakterienstämme näher unter die Lupe genommen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass das Gleichgewicht der Darmflora bei den sportlicheren Studienteilnehmerinnen positiver war. Bei den elf untersuchten Bakterienstämmen, darunter beispielswesie auch das wünschenswerte Bifidobakterium spp., waren die Unterschiede in deren Anzahl eindeutig.

Die Wissenschaftler weisen zwar auch darauf hin, dass die positivere Darmflora bei den Sportlerinnen wohl zum Teil auch darauf zurückzuführen ist, dass diese häufiger Früchte und Gemüse sowie seltener Fleisch auf ihrem Speiseteller hatten. Auch weitere Studien in diesem Zusammenhang kommen jedoch zu dem Schluss, dass körperliche Bewegung die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflusst.

Sport verbessert Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes

Wenn es mit dem Nachwuchs nicht klappt, so könnte „Mann“ die Chance auf erfüllten Kinderwunsch möglicherweise auch durch etwas mehr Sport erhöhen. Denn eine regelmäßige sportliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf die Spermienqualität und Spermienanzahl.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Gießener Universität mit 280 Männern im Alter von 25 bis 40 Jahren. Die gesunden Studienteilnehmer wurden je nach Grad ihrer sportlichen Aktivitäten in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Während eine Gruppe moderat trainierte, wurde das Training der weiteren beiden Gruppen intensiver gestaltet. Eine vierte Gruppe schloss sich keiner dieser Gruppen an und blieb während des Studienzeitraums von 24 Wochen eher bewegungsträge.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass das Sperma der drei Sportlergruppen eindeutig weniger Parameter für Stress oder mögliche Entzündungen enthielt. Somit war die Qualität der Samen und relevanter Fortpflanzungsgene eindeutig verbessert. Nebenbei zeigten sich wie erwartet auch positivere Werte bezüglich Körpergewicht und Körperzusammensetzung. Bei den Nichtsportlern waren diese Effekte nicht zu erkennen.

Laut Aussagen der Studienautoren spielt das Maß der sportlichen Aktivität eine wichtige Rolle, denn bei der Gruppe der moderat Trainierenden waren die Ergebnisse bezüglich der verbesserten Spermienqualität besonders vorteilhaft.

Beauty und ästhetische Medizin

Haarausfall beim Mann – hängt es mit der Körpergröße zusammen?

Viele Männer sind vom unliebsamen Haarausfall betroffen. Wissenschaftler der Universiät in Bonn untersuchten, inwieweit es dafür genetische Ursachen gibt und ob der frühzeitige Haarverlust mit bestimmten Körpermerkmalen oder Erkrankungen zusammenhängt.

Um festzustellen, welchen Einfluss individuelle Eigenschaften wie Körpergröße, Pubertät, Hautfarbe, Dichte der Knochen oder einzelne Krebserkrankungen auf einen möglichen Eintritt von Haarausfall haben, gingen die Wissenschaftler die genetischen Daten von etwa 23.000 Männern von sieben unterschiedlichen Nationen durch. Die Hälfte der Studienteilnehmer hatten sehr früh eine Glatze bekommen, während die andere Hälfte nicht vom Haarausfall betroffen war.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der frühzeitige Haarausfall scheinbar durchaus mit mehrzähligen Veränderungen im Erbmaterial der Betroffenen gekoppelt war. So waren mehrere von ihnen von eher kleiner körperlicher Statur, hatten einen helleren Haut-Teint oder waren bereits früh in die Pubertät eingetreten. Zudem konnten die Forscher auch eine Verbindung zwischen fühzeitigem Haarverlust und höherem Prostatakrebs-Risiko feststellen.

Zwar gebe dieses leicht erhöhte Risiko keinen Anlass zur Sorge. Es belegt aber auch, dass ein bestimmter genetischer Zusammenhang zwischen Haarausfall und einzelnen Körpermerkmalen besteht.

Bluthochdruckpatienten müssen nicht auf die Sauna verzichten

Wellness und Beauty – für viele Menschen gehört der Besuch einer Sauna zum Wohlfühlgedanken dazu. Doch Patienten eines Bluthochdrucks trauen sich aus verständlichen Gründen oftmals das Saunieren nicht, obwohl es zahlreiche Studien gibt, die eine positive Wirkung des regelmäßigen Saunabesuches auf die Regulation des Blutdrucks bestätigen.

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. in Heidelberg weist darauf hin, dass Bluthochdruckpatienten die Sauna grundsätzlich nicht meiden müssen. Wenn der Bluthochdruck gut eingestellt ist, ist ihr Besuch kein Problem, solange folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Sofern über längere Zeit keine sportlichen Aktivitäten ausgeübt wurden, sollten betroffene Saunainteressierte mit Hilfe einer EKG-Untersuchung abklären lassen, dass am Herzen kein Sauerstoffmangel vorherrscht. Der Blutdruck sollte so eingestellt sein, dass bei Patienten mittleren Alters bei 100 Watt die Werte von 200/100mmHg nicht überschritten werden.

Zum Saunaeinstieg werden Saunen mit nicht zu hohen Temperaturen empfohlen, wie beispielsweise eine Biosauna oder eine Dampfsauna bei 45 bis 60 Grad Celsius. Die Saunagänge sollten anfänglich nicht länger als 3 bis 5 Minuten andauern. Auch sind kühlende Kaltwasserbecken und Kaltduschen im Anschluss nicht zu empfehlen, da die extrem kalten Temperaturen die Gefäße kurzfristig verengen und somit den Blutdruck spontan ansteigen lassen.

Bluthochdruckpatienten wird daher geraten, derartige Extremschwankungen der Temperaturen zu meiden und sich nach dem Saunagang langsam an der Luft oder unter einer warmen Dusche abkühlen zu lassen. Eine anschließende Ruhepause von einer halben Stunde ist ebenfalls ein Muss für die Saunagänger.

Vitalstoffe und Ernährung

Marine Omega-3-Fettsäuren verbessern geistige Funktionen im Alter

Eine Studie aus China berichtet, dass die tägliche Einnahme von Präparaten mit marinen Omega-3-Fettsäuren die kognitiven Fähigkeiten im Alter verbessern kann. Unter kognitiven Fähigkeiten versteht man solche, die die Erkenntnis und die Informationsverarbeitung betreffen.

Für die Untersuchung teilten die Wissenschaftler 86 Senioren, mit einem Durchschnittsalter von 71 Jahren und leichten kognitiven Beeinträchtigungen, entweder in eine Gruppe, die täglich ein Präparat mit 1.200 mg marinen Omega-3-Fettsäuren einnahm, oder in eine Placebogruppe (die täglich ein Präparat ohne wirksame Inhaltsstoffe erhielt) ein.

Ergebnisse
Die Senioren, die täglich marine Omega-3-Fettsäuren eingenommen hatten, verbesserten im Verlauf des Studienzeitraums ihre Gesamtpunktzahl bei bestimmten kognitiven Leistungstests, den Basic Cognitive Apitude Tests (BCAT). Insbesondere die Leistung in den Bereichen Wahrnehmungsgeschwindigkeit, räumliche Vorstellungskraft und Arbeitsgedächtnis nahm zu.

Zusammenfassung
Senioren mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen können von der täglichen Einnahme mariner Omega-3-Fettsäuren profitieren.

Allergischer Schnupfen: Probiotika verschaffen Linderung

Die Symptome einer allergischen Rhinitis können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Eine Studie aus Amerika konnte nun zeigen, dass die Einnahme probiotischer Kulturendie Symptome lindert und die Lebensqualität verbessert. Das wissenschaftliche Team um J. C. Dennis-Wall teilte 173 Teilnehmer im Alter von durchschnittlich 27 Jahren nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen auf.

Die erste Gruppe erhielt während der Allergiezeit im Frühling über 8 Wochen ein Probiotikum bestehend aus Lactobacillus gasseri, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium longum. Die zweite Gruppe erhielt ein Placebo, ein gleich aussehendes Produkt ohne Kulturen.

Ergebnisse
Im Zeitraum von Beginn der Studie bis hin zum Zeitpunkt des intensivsten Pollenflugs hatten Teilnehmer aus der Probiotikagruppe einen deutlich (signifikant) niedrigeren MRQLQ-Score als Teilnehmer der Placebogruppe. Der MRQLQ-Score ermittelt, wie stark die Betroffenen durch ihre Allergie beeinträchtigt sind.

Zusammenfassung
Die Verwendung probiotischer Kulturen kann Symptome einer allergischen Rhinitis lindern.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Erhöht zu viel Blutzucker das Dickdarmkrebs-Risiko?

Es ist lange bekannt, dass Übergewicht das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs erhöht.

Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) haben jetzt belegen können, dass ein gestörter Zuckerstoffwechsel zu einem großen Anteil zum erhöhten Dickdarmkrebsrisiko beiträgt.

Etwa 1.000 erwachsene Personen nahmen an einer sogenannten Fall-Kontroll-Studie teil, mit der dieser Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Darmkrebsrisiko näher beleuchtet werden sollte. 266 Teilnehmer waren an Dickdarmkrebs und 186 an Enddarmkrebs erkrankt. Die restlichen gesunden Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Erwachsene, die pro Jahr über 300 g Körpergewicht zunahmen, ein um über 50 % erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs verzeichneten. Diese Risikoerhöhung zeigte sich bei normalgewichtigen Menschen ohne entsprechende Gewichtszunahme nicht. Ein ähnlich erhöhtes Risiko war auch bei Erwachsenen zu beobachten, die über einen 30-jährigen Zeitraum mehr als 9 kg Körpergewicht zugenommen hatten.

Interessanterweise scheinen eine zeitgleiche Erhöhung des Taillenumfangs sowie hohe Blutzuckerspiegel-Werte diese Risikobeziehung nachteilig zu beeinflussen. Ein erhöhter Taillenumfang ist in der Regel auf Fetteinlagerungen im Bauchraum zurückzuführen und ein länger erhöhter Blutzuckerspiegel deutet möglicherweise auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel hin.

Aus früheren Untersuchungen ist zudem bekannt, dass eine Störung des Fettstoffwechsels das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs erhöhen kann. Inwieweit eine ähnliche Aussage auch für einen gestörten Zuckerstoffwechsel zutrifft, muss nun in weiteren Studien untersucht werden.

Die Studienautoren weisen aber bereits jetzt darauf hin, dass diese entdeckten Zusammenhänge zwischen ungesundem Fett- sowie Zuckerstoffwechsel und Darmkrebserkrankungen wieder einmal zeigen, wie wichtig ein gesunder Lebensstil ist, indem darauf geachtet wird, sich nicht unnötig Körperfettmasse anzuessen.

Dickdarm- und Mastdarmkrebs (Kolonkarzinom) sind die häufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 50.000 Menschen neu an Darmkrebs. Gleichzeitig ist Darmkrebs unter den Krebserkrankungen die Todesursache Nummer 1.

Kann der Verzehr von Fleisch das Sterberisiko erhöhen?

Immer wieder wird der Verzehr von Fleisch hinsichtlich seines Ernährungswertes diskutiert. Insbesondere das „rote Fleisch“, zu dem das Fleisch vom Rind, Kalb, Schwein oder Lamm zählen, gerät in die Kritik, weil es bei übermäßigem Verzehr das Krebsrisiko nachteilig beeinflussen könnte.

Um konkretere Ergebnisse zu diesem Thema zu erhalten, werteten Wissenschaftler die Daten der sogenannten  NIH-AARP Diet and Health Study des Nationalen Krebsinstituts der USA näher aus. An der Erhebung hatten über eine halbe Millionen US-Bürger im Alter von 50-71 Jahren teilgenommen. Über einen 16-jährigen Beobachtungszeitraum wurden deren Angaben zum Ernährungsverhalten gemeinsam mit offiziellen Sterberaten ausgewertet. In dieser Zeit starben etwa 129.000 Teilnehmer.

Im Ergebnis zeigte sich, dass diejenigen Studienteilnehmer, die häufig rotes Fleisch verzehrt hatten, ein erhöhtes Sterberisiko aufzeigten. Vergleicht man ihre Gesamtsterblichkeit mit der der „Wenig-Fleisch-Esser“, so liegt sie um 26 % höher.

Für konkretere Ergebnisse nahmen die Wissenschaftler die Sterberaten unterschiedlicher  Krankheitskategorien näher unter die Lupe. Dabei zeigte sich, dass es vor allem bei Lebererkankungen zu einer Zunahme des Sterberisikos um mehr als das Doppelte kam. Der übermäßige Verzehr von rotem Fleisch führte aber auch bei Erkrankungen des Herzens, der Atemwege, der Nieren sowie bei Diabetes, Schlaganfall und Infektionen zu einer erhöhten Sterblichkeit.

Weitere Studienergebnisse weisen darauf hin, dass sich der Verzehr von verarbeitetem roten Fleisch noch nachteiliger auswirkt. Dieses scheint zu einem großen Teil (mindestens 50 %) durch den Gehalt an Nitrat begründet zu sein.

In nicht verarbeitetem roten Fleisch ist laut Aussagen der Forscher das enthaltene Häm-Eisen, das im Vergleich zum weißen Geflügelfleisch vermehrt vorzufinden ist, Hauptverursacher der erhöhten Sterblichkeit. Vor dem Hintergrund dieser Studie sollte also die Empfehlung ausgesprochen werden, weniger rotes, unter anderem weniger rotes verarbeitetes Fleisch zu verzehren, und statt dessen auf den Verzehr von weißem Fleisch aus Geflügel und Fisch umzusteigen.