Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Beeinträchtigen kleine Mengen Alkohol das Gehirn? // Häufiger Allergien durch Weichmacher? // Munddusche // Tai Chi hilft Brustkrebspatientinnen bei Schlafproblemen // Weniger Gebärmutterkrebs durch Sport // Fördert Facebook den Schlankheitswahn von Mädchen? // Deuten viele Muttermale in der Kindheit auf erhöhtes Hautkrebsrisiko hin? // Leberzirrhose: Probiotika verbessern Leberfunktion // Langanhaltender Effekt: Multivitamin-Präparate in der Schwangerschaft beeinflussen Intelligenz im Schulkindalter // Den Menschen in den Industrienationen erwartet ein immer längeres Leben // Der Lebensstil der Deutschen – ein internationaler Vergleich

Gesundheit und Prävention

Beeinträchtigen kleine Mengen Alkohol das Gehirn?

Bisher bestätigen Studien die Aussage, dass geringe Mengen an Alkohol keinen negativen Einfluss auf Herz und Gehirn haben. Doch aufgrund einer aktuellen Studie scheint diesbezüglich ein Umdenken angebracht zu sein. Englische Wissenschaftler fanden nun heraus, dass auch geringe Mengen an Alkohol nachteilig für das Gehirn zu sein scheinen. Von einer Schutzwirkung könne den aktuellen Ergebnissen zur Folge keine Rede sein.

Daten der sogenannten Whitehall-II-Studie, die sich über den Zeitraum von 1985 bis 2015 erstreckte, sind in die Studie der Oxford Universität eingeflossen. Die damals erhobenen Werte von 550 zufällig ausgewählten Studienteilnehmern wurden bezüglich vorhandener MRT-Untersuchungen und bezüglich des jeweiligen Konsums von Alkohol näher unter die Lupe genommen.

Im Ergbebnis zeigte sich, dass Menschen, die niemals Alkohol verzehrt hatten, über den 30-jährigen Studienzeitraum keine kognitiven und sprachlichen Einbußen verzeichneten. Bei denjenigen jedoch, die ab und zu oder aber auch häufiger Alkohol genossen hatten, nahm das Niveau bezüglich Wortgedächtnis und lexikalischem Denkvermögen ab. Hierbei machte es scheinbar keinen Unterschied, ob man nur gelegentlich oder aber häufig zum Alkohol gegriffen hatte.

Bei näheren Untersuchungen entdeckten die Wissenschaftler, dass der Teil des Gehirns, der für das Gedächtnis und das Lernen zuständig ist, der sogenannte Hippicampus, abgenommen hatte, sofern regelmäßig Alkohol getrunken wurde. Hier zeigte sich jedoch eine Dosis-Wirkung-Abhängigkeit, also je mehr getrunken wurde, desto stärker der Rückgang der entsprechenden Gehirnzellen. Eine bisher vereinzelt angenommene Schutzwirkung des Alkohols auf die Gehirnfunktion stellten die Forscher nicht fest.

Für weitere verlässliche Aussagen zu diesem Thema, insbesondere bezüglich kursierender Empfehlungen zum Alkoholkonsum und dessen möglicher Schutzwirkungen oder beeinträchtigenden Auswirkungen auf die Gesundheit, müssen zusätzliche Untersuchnungen erfolgen.

Häufiger Allergien durch Weichmacher?

Sogenannte Phthalate geraten als Weichmacher immer wieder in die öffentliche Diskussion. Ihnen werden hormonähnliche Effekte un unserem Körper zugesprochen. Da sie in vielen Kunststoffen enthalten sind, mit denen wir in unserem Alltag in Berührung kommen, gelangen sie über die Haut, die Nahrung oder die Luft in unseren Organismus und können gegebenenfalls nachteilige gesundheitliche Folgen haben.

Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Phthalate möglicherweise auch über Generationen hinweg die Gesundheit negativ beeinflussen können. Kinder, deren Mutter häufigen Kontakt zu Phthalaten hatten und somit einen hohen Anteil entsprechender Abbauprodukte im Urin hatten, zeigten ein höheres Risiko, ein allergisches Asthma zu entwickeln.

Sowohl in einer Studie mit Mutter und Kind, in der der Lebensstil und die spezifischen Umweltfaktoren mit einem Allergierisiko des Nachwuchses in Verbindung gebracht wurden, als auch in Tierversuchen konnte ein entsprechender Zusammenhang bis in die übernächste Generation, also die der Enkel, bestätigt werden.

Es wird angenommen, dass  die Weichmacher dazu führen, dass sich einzelne Gene in der Generation der Nachkommen verändern. Dieses hat eine Abweichung ihrer Immunantwort zur Folge, und zwar in der Art, dass in stärkerem Maße solche T-Helfer-Zellen gebildet werden, die eine Allergie fördern können.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Munddusche

Mundduschen (Irrigatoren, Mundspülgeräte, Wasserstrahlgeräte) sind wertvolle Hilfsmittel für die Mundhygiene. Sie stellen eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Zahnpflege mit Zahnbürste, Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürstchen dar, können diese aber nicht ersetzen.

Dabei bietet sich die Benutzung einer Munddusche nicht nur für bereits parodontal (an einer Zahnbettentzündung) erkrankte Patienten an. Vielmehr lässt sie sich prophylaktisch (vorsorglich) von jedermann einsetzen, um – in Kombination mit den oben genannten Hilfsmitteln – langfristig Zähne und Zahnhalteapparat gesund zu erhalten und die Entstehung parodontaler Erkrankungen von vornherein zu vermeiden.

Als Plaque oder Biofilm werden die mikrobiellen Beläge bezeichnet, die sich bei auf Dauer unzureichender Zahnpflege auf den Oberflächen und in den Approximalräumen (Zwischenräumen) der Zähne bilden. Durch zu langes Überangebot an Kohlenhydraten reift die Plaque zu einem den Zähnen fest anhaftenden, gut organisierten Ökosystem aus und führt nicht nur zu einem erhöhten Kariesrisiko.

Denn durch die Zunahme der Plaque über einen längeren Zeitraum und die damit erschwerte Sauerstoffzufuhr in den tiefer gelegenen Schichten gedeihen dort anaerobe (ohne Sauerstoff lebende) Keime, die innerhalb von wenigen Tagen unweigerlich zur Gingivitis (Zahnfleischentzündung) in den nicht gereinigten Bereichen führen. Kommen weitere ungünstige Faktoren hinzu, kann eine entzündliche Schädigung des Zahnhalteapparates in Form einer Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) die Folge sein.

Parodontitis zieht langfristig den Knochenabbau der Alveole (des knöchernen Zahnfachs) und schließlich den Zahnverlust nach sich. Außerdem sind Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand wissenschaftlich belegt: Parodontitis steigert das Risiko für einen Apoplex (Schlaganfall), einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder Frühgeburten.

Im Rahmen der Parodontitis-Therapie ist es notwendig, parodontopathogene (den Zahnhalteapparat schädigende) Keime zu reduzieren und die Zahnfleischtaschen durch entsprechende Mundhygienetechniken dauerhaft entzündungsfrei zu halten. Liegt bereits eine Parodontitis vor, so kann diese nur durch mehrere, Hand in Hand gehende Maßnahmen erfolgreich therapiert werden:

  • zunächst muss eine professionelle Zahnreinigung (PZR) erfolgen
  • zeitgleich erfolgt eine Mundhygieneberatung, die dem Patienten die richtige Putztechnik mit Hilfe der Zahnbürste sowie die Interdentalraumhygiene (Mundhygiene, die auf die schwerer zu reinigenden Interdentalräume (Approximalräume, Zahnzwischenräume) abgestimmt ist) mit Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürste vermittelt
  • die erfolgreiche Umsetzung der neu erlernten Methoden wird von der zahnärztlichen Praxis begleitet
  • im Anschluss wird eine Parodontalbehandlung durch den Zahnarzt durchgeführt
  • engmaschige Vorsorgetermine beim Zahnarzt tragen dazu bei, ein Wiederaufflammen der Parodontitis zu verhindern

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Mundduschen sind geeignet:
  • zur Massage und Stimulation der Gingiva (des Zahnfleisches)
  • zur Erleichterung der Zahnpflege bei festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen, Implantaten und Brücken
  • zur Vorsorge gegen Gingivitis oder Parodontitis
  • zur Entfernung loser Speisereste an schwer zugänglichen Stellen wie Zahnzwischenräumen
  • zur Sauerstoffanreicherung des bakteriellen Taschenmilieus
  • zur Reduzierung von Mundgeruch

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Mundduschen sind nicht geeignet zur Entfernung fest anhaftender Plaque (Zahnbelages); diese muss zuvor durch andere Mundhygienetechniken gelockert worden sein. Mundduschen können die Zahnbürste und Hilfsmittel für die Interdentalraumhygiene also nicht ersetzen.
  • Erfolgt die Anwendung des Wasserstrahls unsachgemäß mit zu hohem Druck in die entzündlich veränderte Zahnfleischtasche hinein, so kann dies zu einer Verletzung des ohnehin ödematösen (geschwollenen) und durch die entzündlichen Vorgänge aufgelockerten Gewebes führen. Die dadurch in die Blutbahn gelangenden Keime führen zu einer Bakteriämie (Einschwemmung von Bakterien in den Blutkreislauf), die bei Patienten mit Endokarditisrisiko (Herzinnenhautentzündung) oder dem Risiko, an rheumatischem Fieber zu erkranken, zu vermeiden ist.

Die Verfahren

Mundduschen bieten in der Regel die Möglichkeit zur Druckregulierung am Handgriff an und erlauben antimikrobielle Zusätze wie z. B. CHX (Chlorhexidindiglukonat).

Mundduschen werden ein- oder mehrstrahlig, mit der Möglichkeit zur Umstellung des Wasserstrahls und mit Rotationsstrahl angeboten. Dabei dient der gebündelte Strahl zum Entfernen von lockeren Speiseresten, während bei der mehrstrahligen Einstellung von einer Massagewirkung auf die Gingiva (das Zahnfleisch) auszugehen ist.

Pulsierende Wasserstrahlen mit einer Frequenz von 800 bis 3.000 Schwingungen pro Minute verbessern die Reinigungswirkung.

Neu entwickelte Modelle (z.B. Oral-B® OxyJet) filtern die Luft und reichern den Wasserstrahl mit Millionen von Mikro-Luftblasen an mit dem Ziel, anaerobe (ohne Sauerstoff lebende) Keime im Taschenmilieu und in der Plaque (Zahnbelag) zu reduzieren.

Der Wasserstrahl erreicht nicht die gesamte Zahnfleischtasche. Spezielle Düsen (z. B. Waterpik® PikPocket) erhöhen ggf. die Eindringtiefe auf max. 90 %.

Eine Besonderheit stellen sogenannte Mundbadeanlagen dar, mit denen in der zahnärztlichen Praxis verschiedene antimikrobielle Zusätze – in der Regel weinsäure- oder kohlensäurehaltige Lösungen (0,3 %) und neutralisierende Natriumhydrogenkarbonat-Lösungen (0,3 %) – über einen programmierbaren Ablauf abwechselnd appliziert werden können.

Folgende Anwendungshinweise sollten berücksichtigt werden:

  • Die Munddusche wird nach dem Zähneputzen sowohl morgens als auch abends angewendet.
  • Um Verletzungen vorzubeugen, sollte zu Beginn der untere Druckbereich eingestellt werden, bis man an die Handhabung gewöhnt ist. Das gleiche gilt bei Zahnfleischentzündungen. Bei gesundem Zahnfleisch und nach Eingewöhnung kann auf den mittleren Druckbereich gesteigert werden.
  • Zunächst muss der Wasserstrahl im rechten Winkel zur Zahnachse oder vom Zahnfleisch weg in Richtung Zahnkrone ausgerichtet werden, um die nach der Reinigung mit Zahnbürste, Zahnzwischenraumbürste und/oder Zahnseide verbliebenen gelockerten Beläge zu entfernen.
  • Ist dies erfolgt, kann nun der Winkel des Wasserstrahls leicht in Richtung der Zahnfleischtaschen gelenkt werden, um dort verbliebene gelockerte Plaque (Zahnbelag) zu entfernen und ggf. das Taschenmilieu mit Sauerstoff anzureichern. Damit wird den anaeroben – ohne Sauerstoff lebenden – Bakterien die Lebensgrundlage entzogen.
  • Anfängliches entzündungsbedingtes Zahnfleischbluten geht nach den ersten Wochen bei sachgemäßer Anwendung zurück.

Sport

Tai Chi hilft Brustkrebspatientinnen bei Schlafproblemen

Patientinnen einer Chemotherapie infolge einer Brustkrebserkrankung klagen häufig über einen gestörten Schlaf. Vor allem die begleitenden negativen Gedanken rauben den Brustkrebspatientinnen im Rahmen ihrer Therapiemaßnahmen den wertvollen Schlaf. Aus diesem Grunde ist ihre Nachfrage bei Verhaltenstherapeuten sehr groß.

Wissenschaftler aus Los Angeles haben jetzt belegen können, dass es aus dem sporttherapeutischen Bereich eine gute Alternative gibt, um die betroffenen Frauen erfolgreich in der schweren Zeit zu begleiten. Die beruhigenden und meditativen Übungen der Tai-Chi-Gymnastik können bei entsprechend bedingten Schlafstörungen Abhilfe leisten und den Frauen zu einem besseren Schlaf verhelfen.

Entsprechende Untersuchungen zeigten, dass Brustkrebspatientinnen zu etwa gleichen Teilen von einer Verhaltenstherapie sowie von den Übungen des Tai Chi profitierten. Die Betroffenen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Während die erste verhaltenstherapeutisch gegen die Schlafstörungen anging, nahm die zweite Gruppe an regelmäßigen Tai-Chi-Einheiten teil. In beiden Gruppen berichtete jeweils etwa die Hälfte der Teilnehmer von einem gesünderen und erholsameren Schlaf.

Ein weiteres Ergebnis der Studie sei auch die Erkenntnis gewesen, dass die betroffenen Krebspatientinnen mehr Bereitschaft und Bedürfnis zeigten, ihre Gesundheit durch einen gesünderen Lebensstil und mehr körperliche Aktivität zu fördern.

Weniger Gebärmutterkrebs durch Sport

Einer Studie von Wissenschaftlern aus Norwegen zur Folge kann regelmäßige sportliche Aktivität bei der Vorbeugung von Gebärmutterkrebs helfen. Zu diesem Ergebnis kamen sie, nachdem sie die Daten von über 52.000 Frauen über einen Zeitraum von durchschnittlich 13 Jahren untersuchten und auswerteten.

Die Frauen hatten ein Alter zwischen 30 und 70 Jahren. 687 Studienteilnehmerinnen erkrankten innerhalb des Studienzeitraums an Gebärmutterkrebs. Bei 83,8 % von ihnen handelte es sich um den östrogenabhängigen Tumor des Typs 1.

Ein wichtiger Inhalt der Studie war die Frage nach der Intensität ihrer körperlichen Aktivität sowohl zu Beginn der Studie als auch nach sechs bis acht Jahren. Entsprechende Angaben zu sportlichen Aktivitäten sowie zur körperaktiven Gestaltung des Alltags, wie beispielsweise im Haushalt oder im Beruf, fanden dabei Berücksichtigung. Bei der Auswertung wurden viele wichtige Parameter wie Körpergewicht, Genussmittelkonsum, mögliche Verhütungsmittel, Zahl der Geburten, Menopause oder mögliche Hormonersatztherapien berücksichtigt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Frauen, die sich über Jahre hinweg wenig körperlich bewegten, ein mindestens doppelt so hohes Risiko hatten, an Gebärmutterkrebs zu erkranken wie diejenigen, die regelmäßig aktiv waren. Wer also mehr Sport trieb oder sich anderweitig körperlich fit hielt, konnte sein Erkrankungsrisiko um etwa 20-30 % reduzieren, so die Wissenschaftler.

Wie es zum positiven Einfluss körperlicher Aktivität auf das Krebsrisiko kommt und ob man nun spezielle Empfehlungen zur optimalen körperlichen Bewegung vor diesem Hintergrund geben kann, muss in weiteren Untersuchungen beleuchtet werden. Fest steht, dass mangelhafte körperliche Bewegung mitverantwortlich ist für das Auftreten einer Gebärmutterhalskrebserkrankung.

Beauty und ästhetische Medizin

Fördert Facebook den Schlankheitswahn von Mädchen?

Dass heute immer mehr Mädchen zu streng mit ihrem eigenen Körperbild sind, ist bekannt. Es kommt immer häufiger die Frage auf, woran das liegen könnte. Australisch-britische Wissenschaftler kamen jetzt zu dem Ergebnis, dass offenbar auch die zunehmende Nutzung von sozialen Internet-Plattformen wie Facebook ein Grund dafür sein könnte.

Über 400 Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren nahmen an einer Befragung teil, in der es zum einen um den Umfang ihrer Nutzung von Facebook und zum anderen um die Selbsteinschätzung des eigenen Körperbildes ging. 24 Monate später wurden die jugendlichen Mädchen erneut befragt.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass das soziale Netzwerk im Alltag der Mädchen eine zunehmende Bedeutung eingenommen hatte. Interessanterweise zeigten sich folgende direkte Zusammenhänge: Je mehr Facebook-Freunde einem Mädchen zugeordnet werden konnten, desto stärker trat der Schlankheitswahn einzelner Mädchen hervor. Anders herum betrachtet hatten solche Mädchen, die ihr Körperbild sehr intensiv beobachteten, nachweislich mehr Facebook-Kontakte zu verzeichnen.

Die Zahl der Facebook-Freunde steht somit in einer engen Beziehung mit dem zunehmenden Schlankheitswahn vieler Mädchen. Virtuelle Freunde beeinflussen scheinbar das Verhalten vieler Mädchen immer mehr und nehmen eine bedeutende soziokulturelle Macht im Verhalten vieler junger Menschen ein.

Deuten viele Muttermale in der Kindheit auf erhöhtes Hautkrebsrisiko hin?

Kinder, bei denen sich auffällig viele Muttermale auf der Haut zeigen, sind in späteren Jahren offenbar häufiger von einer Hautkrebserkrankung betroffen als ihre Mitmenschen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, an der 569 US-amerikanische Schüler, zu 90 % hellhäutig, im Alter von 13 bis 15 Jahren teilnahmen.

Bei einer Erstuntersuchung wurde die Haut hinsichtlich möglicher Muttermale näher unter die Lupe genommen. Drei Jahre später wiederholte sich das Hautscreening und wurde durch Fragen an die Schüler ergänzt. Hierbei ging es den Wissenschaftlern unter anderem darum, nähere Informationen zum Umgang mit der Sonne und ihrem Bräunungsverhalten zu erhalten.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass Kinder, die verhältnismäßig viele beziehungsweise große Muttermale hatten und sich sich zudem des öfteren einen Sonnenbrand zugezogen hatten, Jahre später mit einem erhöhten Risiko rechnen müssen, an einem Melanom zu erkranken. Es scheinen zum einen die Anzahl der Sonnenbrände als auch die Art und Anzahl der Muttermale einen Einfluss auf das spätere Hautkrebsrisiko zu haben.

Weitere Studien müssen folgen, um bestätigen zu können, dass allein ein spezieller Hauttyp mit vielen oder großen Muttermalen im direkten Zusammenhang mit einem erhöhten Melanomrisiko im späteren Alter steht, oder ob nicht weitere Faktoren wie beispielsweise der Umgang mit der Sonne zu berücksichtigen sind.

Für die Forscher steht jedoch aufgrund dieser Studie fest, dass das Untersuchen auf Muttermale einen wichtigen Schritt darstellt, Risikogruppen frühzeitig zu identifizieren, um sie dann präventiv bezüglich des gesunden Umgangs mit den Sonnenstrahlen beraten zu können.

Vitalstoffe und Ernährung

Leberzirrhose: Probiotika verbessern Leberfunktion

Infektionen als Folge eines beeinträchtigten Immunsystems sind ein wichtiger Risikofaktor bei einer vorliegenden Leberzirrhose. Wissenschaftler der medizinischen Universität Graz haben in einer Studie eine positive Wirkung von probiotischen Kulturen auf das Immunsystem und die Leberfunktion festgestellt. In einer (randomisierten und doppelblinden Interventions-) Studie betrachteten Horvath und Kollegen die sechsmonatige, tägliche Einnahme von Probiotika im Vergleich zur Einnahme von einem Placebo, d. h. einem Produkt ohne Kulturen. Als Versuchsgruppe dienten 80 Patienten mit stabiler Leberzirrhose.

Ergebnisse
Nach dem Ende der Studie zeigte sich in der Probiotikagruppe im Vergleich zur Placebogruppe eine deutliche (signifikante) Verbesserung der Immunantwort. (Dies äußerte sich in einer verbesserten Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies durch neutrophile Granulozyten und höheren Neopterin-Konzentrationen im Blut (Marker für die Aktivität der Makrophagen). Darüber hinaus kam es zu einer Verbesserung der Leberfunktion.

Zusammenfassung
Die Einnahme von probiotischen Kulturen bei vorliegender Leberzirrhose ist nach den Ergebnissen dieser Studie eine gute Möglichkeit, um die Funktion der Leber zu stabilisieren oder zu verbessern.

Langanhaltender Effekt: Multivitamin-Präparate in der Schwangerschaft beeinflussen Intelligenz im Schulkindalter

Die Einnahme von Multivitamin-Präparaten in der Schwangerschaft ist noch im Schulkindalter beobachtbar. Im Rahmen der SUMMIT-Studie untersuchte ein internationales Team aus Wissenschaftlern den Einfluss einer Multivitaminsupplementierung von Schwangeren auf die Entwicklung des Nachwuchses.

Die Schwangeren erhielten im Rahmen der (randomisierten und doppelblinden Interventions-) Studie entweder ein Multivitamin-Präparat oder ein Präparat aus Folsäure und Eisen. Von den 27.356 Schwangeren, deren Nachwuchs im Alter von 3 Monaten erstmalig untersucht wurde, konnten im Verlauf der Studie eine Teilmenge von 2.879 Kindern im Alter von 9-12 Jahren erneut untersucht werden.

Ergebnisse
Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft eine Kombination aus mehreren Vitalstoffen eingenommen hatten, verfügten im Vergleich zu denen, die nur Folsäure und Eisen eingenommen hatten, über ein (signifikant) besseres (prozedurales) Gedächtnis und erreichten in 18 von 21 Tests zur Beurteilung der kognitiven Fähigkeit eine höhere Punktzahl.

Die Autoren berechneten, dass dies einem Entwicklungsvorsprung der Kinder von circa einem halben Schuljahr entspräche. Bei Kindern von Schwangeren mit einer Blutarmut (Anämie) entsprach der Vorsprung sogar dem eines ganzen Schuljahres.

Zusammenfassung
Die Einnahme von Multivitamin-Präparaten in der Schwangerschaft hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Fähigkeiten des Nachwuchses und kann einen Entwicklungsvorsprung von bis zu einem Schuljahr ausmachen.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Den Menschen in den Industrienationen erwartet ein immer längeres Leben

Londoner Wissenschaftler bestätigen den Bewohnern von Industrienationen für die Zukunft eine ansteigende Lebenserwartung. Während zurzeit die Lebenserwartung für Männer hierzulande bei etwa 78 Jahren liegt, soll sie bis 2030 auf 82 Jahre ansteigen. Bei dem weiblichen Geschlecht wird ein Anstieg um drei Jahre von derzeit 83 auf 86 angenommen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler aus einem Abgleich von Geburts- und Sterbedaten, zu denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in 35 Industrienationen Buch geführt hatte.

Der Anstieg der Lebenserwartung wird bei den Männern wahrscheinlich zu 85 % und bei den Frauen zu 65 % eintreten. Sicherlich werden diese Erhöhungen von Region zu Region etwas unterschiedlich sein. So wird beispielsweise südkoreanischen Frauen im Jahr 2030 sogar ein durchschnittliches Alter von 90 Jahren bescheinigt. Für die Bewohnerinnen Frankreichs, Spanien und Japans ist ein ähnlicher Trend zu erwarten.

Interessanterweise ging man noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts davon aus, dass eine durchschnittliche Lebenserwartung von 90 Jahren nahezu unerreichbar sei.

Der Lebensstil der Deutschen – ein internationaler Vergleich

Wer über Jahre hinweg einen ausgeglichenen Lebensstil pflegt, der hat nachweislich eine bessere Chance auf ein gesundes und vitales langes Leben. Wie steht es überhaupt um die körperliche Aktivität, um den Konsum von Alkohol und Tabak oder um das durchschnittliche Körpergewicht der Deutschen?

Dieser Frage gingen Forscher in 28 Ländern der Europäischen Union nach und nahmen den aktuellen Lebensstil ihrer Bürger näher unter die Lupe. Anschließend stellten sie einen internationalen Vergleich auf.

In Sachen sportlicher Aktivität liegen die Deutschen EU-weit recht weit vorne. 45 % der weiblichen und 51 % der männlichen Bevölkerung hierzulande kommen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgreich nach und trainieren ihren Körper 150 Minuten pro Woche durch ausdauernde Aktivitäten.

Beim Kraftsport erreichen lediglich 27 beziehungsweise 31 % die empfohlene Intensität von mindestens zwei Trainingseinheiten wöchentlich. Regelmäßiger Sport beugt nachweislich einem vorzeitigen Tod vor.

In Sachen Obst- und Gemüseverzehr liegen die Deutschen eher am Ende der internationalen Rangliste: Der empfohlenen Menge von fünf Portionen Obst beziehungsweise Gemüse am Tag kommen die Deutschen bei Weitem nicht nach. Während nur etwa die Hälfte der deutschen Frauen lediglich eine Portion Obst isst, schaffen es nur 40 % mit lediglich einer Portion Gemüse. Die Männer verzehren nur zu 38 % eine Portion Obst und zu 23 % eine Portion Gemüse am Tag.

Leider steht es bei den jungen Menschen besonders schlecht um den Obst- und Gemüseverzehr, während mit zunehmendem Alter vermehrt Wert auf eine entsprechend gesunde Ernährung gelegt wird. Auch scheinen sich Menschen mit höherer Bildung hierzulande mehr Gedanken über eine gesunde Ernährungsweise zu machen.

In Sachen Genussmittel hat Deutschland im internationalen Vergleich ein Alkohol-Problem. Bei etwa einem Viertel der weiblichen und fast der Hälfte der männlichen Bevölkerung führt der Alkohol mindestens einmal pro Monat zu einem Rausch. In anderen europäischen Ländern ist dieses bei nur halb so vielen Menschen der Fall.

Das Rauchen ist bei den Deutschen ebenso verbreitet wie beim Durchschnitt Europas. Fast 20 % der Frauen und 25 % der Männer sind nikotinabhängig. Besorgniserregend jedoch ist die vergleichsweise hohe Zahl der jungen deutschen Raucherinnen im Vergleich zu den anderen Ländern.

Beim Körpergewicht fallen etwas mehr als die Hälfte der Deutschen aus der Norm. Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen etwas über dem Mittel bezüglich einer Fettleibigkeit: 15 % von ihnen haben einen eindeutig zu hohen Body-Mass-Index (BMI) von 30 und mehr.