Mit dem Eucell Vitalstoff-Telegramm informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Ernährungsmedizin. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Vitamin D-Spiegel beeinflusst Telomerlänge // Generation R Studie: Omega-3-Fettsäuren verbessern fetale Entwicklung // Studie: Magnesium verbessert depressive Symptome // Omega-3-Fettsäuren & Rheumatoide Arthritis: Studie findet Zusammenhang zwischen Fischverzehr und Krankheitsaktivität // Sonnenbrand: Vitamin D kann Hautreaktionen abmildern // Kardiovaskuläre Erkrankungen: Weniger Entzündungen durch Omega-3-Fettsäuren

Vitamin D-Spiegel beeinflusst Telomerlänge

Ein Vitamin D-Mangel ist, nach den Ergebnissen vieler Studien, mitverantwortlich für ein erhöhtes Risiko der Allgemeinsterblichkeit und für Krebserkrankungen. Die Auswertung der Daten einer großen amerikanischen Studie könnte nun den Erklärungsansatz liefern. Die Wissenschaftler werteten die Daten der US NHANES-Studie aus den Jahren 2001 bis 2002 aus. Für die Auswertung wurden die Serum 25-Hydroxy-Vitamin D-Werte von Erwachsenen zwischen 40 bis 59 Jahren mit deren Telomerlänge verglichen. Eine geringe Telomerlänge ist ein Indikator für ein schnelleres biologisches Altern und instabile Gene.

Ergebnisse
Teilnehmer mit einem Vitamin D-Spiegel ≥ 50 nmol/l hatten im Vergleich zu Teilnehmern mit Konzentrationen <50 nmol/l eine um 0,13 Kilobasenpaare (kpb) längere Telomerkette. Jede Erhöhung des Serumspiegels um 10 nmol/l erhöhte die Kettenlänge um 0,03 kpb.

Zusammenfassung
Ein erniedrigter Vitamin D-Spiegel ist nach den Ergebnissen der Studie invers mit der Telomerlänge verknüpft.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Generation R Studie: Omega-3-Fettsäuren verbessern fetale Entwicklung

Laut Health-Claims-Verordnung hat die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft einen Einfluss auf die Augengesundheit und Gehirnentwicklung des Fetus. In einer großen populationsbezogenen Geburtenstudie wurden nun weitere positive Effekte entdeckt. Die Generation R Studie umfasste insgesamt 6.974 schwangere Frauen und deren Nachwuchs. Wissenschaftler erfassten das Verhältnis mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren zu mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren im Serum zum Zeitpunkt um die 20. Schwangerschaftswoche. Anschließend glichen sie die Verhältnisse mit Parametern zum Schwangerschaftsverlauf und der fetalen Entwicklung ab.

Ergebnisse
Ein besseres Verhältnis zugunsten der Omega-3-Fettsäuren begünstigte die fetale Entwicklung in Bezug auf das Gewicht, die Länge und den Kopfumfang. Weitere Vorteile, die mit einem besseren Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis korrelierten, waren eine längere Schwangerschaftsdauer und ein höheres Geburtsgewicht.

Zusammenfassung
Ein höheres Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren im Serum von Schwangeren verbessert die fetale Entwicklung und den Schwangerschaftsverlauf.

Studie: Magnesium verbessert depressive Symptome

Die Ursachen von Depressionen sind vielfältig und eine medikamentöse Therapie mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Eine kürzlich veröffentlichte Interventionsstudie beschreibt eine schnelle und nebenwirkungsfreie Möglichkeit zur Verbesserung depressiver Symptome und Angststörungen. Daley und Kollegen bezogen 126 Patienten mit milden bis moderaten Depressionen in ihre Studie ein. Die Teilnehmer hatten ein durchschnittliches Alter von 52 Jahren und waren in ambulanter klinischer Behandlung. Sie wurden randomisiert, in zwei Gruppen geteilt und erhielten anschließend über 6 Wochen 248 mg Magnesium oder ein Placebo. Nach Ablauf der Intervention wurden die Gruppen getauscht.

Ergebnisse
Die Einnahme von Magnesium verbesserte die Symptome der Depression um 6 Punkte (PHQ-9) und die Ausprägung von Angststörungen um 4,5 Punkte (Generalized Anxiety Disorders-7 score) hochsignifikant. Erste Effekte waren bereits nach 2 Wochen zu beobachten und es traten keine Nebenwirkungen auf. 61 % der Patienten gaben an, die Einnahme weiter fortsetzen zu wollen.

Zusammenfassung
Die Einnahme von Magnesium ist eine einfache Möglichkeit zur Verbesserung einer Depression bei milden bis moderaten Ausprägungen.

Omega-3-Fettsäuren & Rheumatoide Arthritis: Studie findet Zusammenhang zwischen Fischverzehr und Krankheitsaktivität

Wer regelmäßig Fisch isst, leidet im geringeren Umfang unter den Beschwerden einer rheumatoiden Arthritis. Wissenschaftler analysierten die Daten der ESCAPE-RA Studie, einer Kohortenstudie, bestehend aus 176 Patienten mit rheumatoider Arthritis. Die Patienten füllten zu Beginn der Studie einen Fragebogen aus, der die Verzehrgewohnheiten des letzten Jahres abbilden sollte. Anschließend wurden sie anhand der Häufigkeit ihres Fischkonsums in Gruppen eingeteilt.

Ergebnisse
Patienten, die in den letzten Jahren mindestens zwei Portionen Fisch pro Woche gegessen hatten, wiesen im Vergleich zu solchen, die seltener als einmal pro Monat Fisch verzehrten, eine signifikant niedrigere DAS28-CRP Punktezahl auf. Der DAS28-CRP ist ein validiertes System zur quantitativen Ermittlung des Krankheitszustandes einer rheumatoiden Arthritis. Der Durchschnittswert in der Kohorte lag bei 3,5 Punkten. Die Punktezahl reduzierte sich durch den häufigen Fischverzehr um durchschnittlich 0,49 Punkte.

Zusammenfassung
Ein häufiger Fischverzehr scheint, nach Auswertung der Daten, den Krankheitszustand und Verlauf einer rheumatoiden Arthritis zu verbessern. Verantwortlich dafür könnten die im Fisch enthaltenen, antiinflammatorisch wirkenden marinen Omega-3-Fettsäuren sein.

Sonnenbrand: Vitamin D kann Hautreaktionen abmildern

Vitamin D besitzt zahlreiche, gut erforschte immunomodulatorische Wirkungen. Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam hat nun auch eine Schutzwirkung auf die Haut nach einem Sonnenbrand nachweisen können. An der kleinen randomisierten, doppelverblindeten und placebokontrollierten Studie nahmen 20 gesunde Erwachsene teil. Sie erhielten eine Stunde nach einem experimentell erzeugten Sonnenbrand entweder eine Einmaldosis Vitamin D (200.000 Internationale Einheiten – entspricht 5.000 µg) oder ein Placebo.

Ergebnisse
48 Stunden nach der sonnenbrandauslösenden Bestrahlung war die Expression proinflammatorischer Mediatoren wie dem Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) oder der induzierbaren NO-Synthase (iNOS) bei Teilnehmern der Vitamin D-Gruppe signifikant geringer als in der Placebogruppe. Es zeigte sich ebenfalls, dass Teilnehmer mit einem höheren Vitamin D-Spiegel signifikant besser antiinflammatorische Mediatoren wie der Arginase-1 entwickelten und eine geringere Hautrötung aufwiesen.

Zusammenfassung
Vitamin D kann die inflammatorischen Prozesse nach einer erhöhten UV-Strahlung modulieren und die Regeneration der zerstörten Hautbarriere beschleunigen.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Kardiovaskuläre Erkrankungen: Weniger Entzündungen durch Omega-3-Fettsäuren

Inflammationen sind bedeutsame Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine Studie, veröffentlicht im Journal Nutrition, berichtet über einen Zusammenhang zwischen den Serumspiegeln mehrfach ungesättigter Fettsäuren, insbesondere den Omega-3-Fettsäuren, und inflammatorischen Biomarkern. In der Studie wurde 364 Patienten mit einer bestehenden kardiovaskulären Erkrankung Blut abgenommen und das Serum auf den Gehalt mehrfach ungesättigter Fettsäuren und zahlreicher inflammatorischer Biomarker untersucht.

Ergebnisse
Patienten mit einem hohen Gehalt mehrfach ungesättigter Fettsäuren wiesen mit zunehmender Konzentration abnehmende Gehalte des C-reaktiven Proteins (CRP) und des Interleukin-1 beta (IL-1 beta) auf. Insbesondere den marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure kam eine besondere Bedeutung zu. Mit jeder Erhöhung um 1 Gramm pro 1.000 kcal über die Nahrung reduzierte sich der IL-1 beta Spiegel um 48 %.

Zusammenfassung
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, sind invers mit inflammatorischen Biomarkern assoziiert. Eine hohe Aufnahme dieser Fettsäuren könnte bedeutsam in der Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen sein.