Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Geringeres Risiko für Kurzsichtigkeit durch Spielen im Freien // Multiband-Apparatur // Weniger Stürze durch Tai-Chi // „Das geht mir unter die Haut!“ – was ist dran an diesem Sprichwort? // Omega-3-Fettsäuren beeinflussen Durchblutung des Gehirns // Osteoporose: Auch Magnesium ist wichtig //  Übergewichtige riskieren ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit // Hörstörungen und kognitiver Abbau im Alter

Gesundheit und Prävention

Geringeres Risiko für Kurzsichtigkeit durch Spielen im Freien

Kinder, die ihre Spielzeit vor allem draußen verbringen, scheinen damit ihre Sehkraft zu stärken. Zu dieser Aussage kommen Wissenschaftler aus China, die Grundschulkinder von zwölf unterschiedlichen schulischen Einrichtungen untersuchten.

Im Rahmen einer dreijährigen Studie wurden Sehtests bei den Kindern durchgeführt. Während die Hälfte von ihnen mindestens 40 Minuten pro Tag im Freien spielten, verbrachte die Kontrollgruppe auch diese Spielzeiten nicht unter freiem Himmel.

Nach drei Jahren wurden die Sehtests bei allen Kindern wiederholt. Man kam zu dem Ergebnis, dass 30 % der im Freien spielenden Kindern eine Kurzsichtigkeit zeigte, während es bei der Kontrollgruppe 10 % mehr waren. Die Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass sich diese beiden Werte bei einer täglichen Spielzeit von zwei Stunden im Freien noch eindeutiger unterscheiden würden.

Es wird angenommen, dass insbesondere das Licht im Freien für die positivere Entwicklung der Sehkraft bei den Kindern ausschlaggebend ist. Der Aufenthalt in dunkleren Räumlichkeiten führt scheinbar dazu, dass sich aufgrund des geringeren Lichteinflusses der Augapfel eher in eine länglichere Form ausbildet. Dieses hat eine andere Bündelung des einfallenden Lichts zur Folge, was wiederum die Ursache für eine Kurzsichtigkeit ist.

Gut vorbereitet in eine Schwangerschaft

Wenn es um eine optimale Vorbereitung auf eine Schwangerschaft geht, wird als Erstes das Augenmerk auf eine ausreichende Folat-Versorgung der werdenden Mutter gelegt. Für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf ist neben weiteren Faktoren insbesondere aber auch ein individuelles Beratungsgespräch wichtig, so lautet die Empfehlung, die aus einer aktuellen Fortbildungsveranstaltung der Frauenärztlichen Bundesakademie (FOKO) in Düsseldorf hervorging.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass bundesweit die Anzahl von Frauen mit Übergewicht oder Diabetes Typ 2 einen zunehmenden Trend verzeichnet, ist es besonders wichtig, in diesen Fällen auf eine Schwangerschaft optimal vorbereitet zu sein. Je nach körperlicher Voraussetzung und Lebensstil spielen die Folat-, Jod- und Vitamin D-Versorgung eine wichtige Rolle, die in individuellen Beratungsgesprächen evaluiert werden sollten.

Eine frühzeitige optimale Folatversorgung – idealerweise bereits drei Monate vor Schwangerschaftsbeginn – hilft bei der Vorbeugung von Neuralrohrdefekten sowie von einem zu geringen Geburtsgewicht oder -körpergröße. Weiterhin kann Folat die Fruchtbarkeit der Frau maßgebend verbessern.

Aufgrund unterschiedlicher Ausgangspunkte und individueller Körperkonstitutionen sollte in dem ärztlichen Beratungsgespräch auf mögliche Risiken, auf eine angepasste Gesundheitsberatung und eine frühzeitige Einflussnahme mit dem Ziel einer gesunden Schwangerschaft unbedingt von beiden Beratungspartnern eingegangen werden.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Multiband-Apparatur

Multiband-Apparaturen gehören in die Gruppe der festsitzenden kieferorthopädischen Geräte zur Korrektur von Zahnfehlstellungen. Der festsitzenden Therapie geht meist eine Behandlung mit herausnehmbaren Apparaturen voraus.

Viele kieferorthopädische Behandlungen werden über einen Teil der Therapiezeit mit festsitzenden Multiband-Apparaturen ausgeführt. Davon betroffen sind etliche Anomalien der Zahnstellung wie beispielsweise Drehstände, insgesamt versetzt stehende Zähne oder Wurzelkippungen. Auch Behandlungen im Erwachsenenalter bedürfen meist einer festsitzenden Apparatur.

Multiband-Apparaturen bestehen grundsätzlich aus:

  • Brackets (engl. Klammern) – Diese werden auf den Labialflächen (äußeren Zahnflächen), bei der Lingualtechnik auf den Lingualflächen (inneren Zahnflächen) verklebt. Sie sind gegliedert in Basis (klebt auf dem Zahn) und Stamm, der den Slot (Schlitz, Einkerbung) für den Bogen und Flügel für die Ligaturen trägt. Brackets sind nicht nur aus Metall, sondern auch aus Keramik erhältlich.
  • Bändern – Sie werden auf den Molaren (hinteren Backenzähnen) zementiert. In einem Schloss auf der Bukkalseite (Wangenseite) des Bandes rastet der Bogen ein.
  • Bogen (engl.: archwire) – Er ist das aktiv auf die Zahnstellung einwirkende Element der Multiband-Apparatur. Der Bogen verläuft durch die Bracketslots und wird verwendet in unterschiedlichen Dicken, Elastizitätsgraden, Querschnitten und Materialien. Dünne, hoch elastische Bögen werden im Verlauf der Behandlung durch zunehmend dickere und starrere Bögen ersetzt.
  • Ligaturen – dünne Drähte zum Befestigen des Bogens im Bracket
  • Alastics – farbige Gummiringe zum Befestigen des Bogens im Bracket

Hinzu kommen gegebenenfalls Hilfselemente wie:

  • Elastics – Gummizüge, eingespannt an den Flügeln der Brackets, können sowohl zusätzlich zu den Alastics intramaxillär (zwischen Zähnen eines Kiefers) verlaufen oder auch intermaxillär(zwischen Ober- und Unterkiefer) eingespannt werden, um Einfluss auf die Lagebeziehung beider Kiefer zueinander und das Kieferwachstum zu nehmen. Der therapeutische Erfolg der Gummizüge ist entscheidend von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Im Idealfall werden die Elastics ganztägig getragen und nur während der Mahlzeiten und zur Zahnpflege ausgehakt. Auf Grund des allmählichen Elastizitätsverlustes werden sie täglich ersetzt.
  • Druckfedern – beispielsweise zum Öffnen von Lücken

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Prinzipiell hat jede kieferorthopädische Behandlung unabhängig davon, ob sie mit herausnehmbaren oder fest sitzenden Apparaturen stattfindet, folgende Therapieziele:

  • Einstellen einer neutralen Verzahnung (definierte Position der Ober- und Unterkieferzähne zueinander beim Kauschluss und den Kaubewegungen)
  • Optimierung der Funktion des craniomandibulären Systems (des Kausystems)
  • Verbesserung der Ästhetik

In vielen Fällen ist das Therapieziel erst durch die Kombination von herausnehmbaren Geräten mit einer Multibandbehandlung erreichbar. Die Behandlung mit fest sitzenden Apparaturen verkürzt hierbei zum einen durch die ganztägige Tragezeit die Gesamtdauer der kieferorthopädischen Therapie; zum anderen sind nicht rein kippende, sondern körperliche Zahnbewegungen nur mit einer Multiband-Apparatur möglich. Auch für die meisten Erwachsenenbehandlungen ist sie Voraussetzung.

Zu den Indikationen für eine festsitzende Behandlung zählen daher:

  • Körperliche Zahnbewegungen
  • Rotationen um die Zahnachse
  • Achsengerechtes Einstellen von Zähnen durch Torque (Verwindungen)
  • Aufrichtung gekippter Molaren – beispielsweise der 12-Jahr-Molaren (der zweiten hinteren Backenzähne) nach frühzeitigem Verlust der 6-Jahr-Molaren (der ersten hinteren Backenzähne)
  • Lückenschluss bei Erwachsenen
  • Lückenöffnung bei Erwachsenen
  • Deckbissbehandlung
  • ausgeprägte Spee-Kurve (Okklusionskurve, verlaufend durch die Kaukontakte der oberen und unteren Zähne)
  • Vertikales Wachstumsmuster (zu einem offenen Biss neigende Wachstumstendenz des Unterkiefers)
  • Kreuzbiss bei Erwachsenen (die bukkalen, der Wange zugewandten Höcker der oberen Seitenzähne beißen mittig in das Kauflächenrelief der unteren Seitenzähne anstatt seitlich an deren bukkalen Höckern vorbei)
  • Bukkale Nonokklusion / Scherenbiss bei Erwachsenen (der Unterkieferseitenzahn beißt vollständig auf der Wangenseite des Oberkieferseitenzahns vorbei)
  • Ausformen des Ober- und Unterkieferzahnbogens
  • u. a.

Sport

Weniger Stürze durch Tai-Chi

Ein typisches Alterssyndrom von Menschen im Alter von über 65 Jahren ist die erhöhte Sturzgefahr. Durschschnittlich etwa ein Drittel der Menschen in dieser Altersklasse kommt einmal pro Jahr zu Sturz. Bei einem Fünftel von ihnen ist eine anschließende medizinische Betreuung notwendig. Die Ursache für das erhöhte Sturzrisiko liegt wohl in der nachlassenden Muskelkraft, im mangelnden Gleichgewicht oder aber auch an gefährlichen Unfallquellen zu Hause.

Laut dem Ergebnis einer umfangreichen Analyse von spanischen Wissenschaftlern kann das Trainingskonzept des Tai-Chi helfen, den gefährlichen Stürzen vorzubeugen. Zehn Studien zu diesem Thema wurden vor diesem Hintergrund näher unter die Lupe genommen. Darin wurde der Einfluss des Tai Chi auf den Körper im Vergleich zu weiteren Programmen wie Pysiotherapie oder Gymnastik näher untersucht.

Die Teilnehmer der einzelnen Studien hatten für einen längeren Zeitraum (mindestens drei bis maximal sechs Monate) eine bis drei Stunden pro Woche ein Tai Chi-Training absolviert. Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Sturzrate mit Hilfe des Tai-Chi kurzfristig (< 12 Monate) um mindestens 40 % herabgesetzt werden konnte. Auch langfristig reduzierte sich das Sturzrisiko nach dieser Trainingszeit um bereits 13 %.

Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass es infolge des Tai Chi-Trainings nach einem Sturz nur halb so oft zu nachhaltigen Verletzungen kam wie bei den älteren Menschen, die nicht am Tai Chi-Training teilgenommen hatten.

Schmerzen in Nacken und Rücken – Yoga ebenso hilfreich wie Physiotherapie?

Immer mehr Menschen klagen über dauerhafte Schmerzen im Lenden- und Wirbelsäulenbereich (LWS-Schmerzen). In vielen Fällen ist die Physiotherapie wichtiger Bestandteil einer empfohlenen Therapie. Zunehmend lauten die Empfehlungen, an regelmäßigen Yoga-Sitzungen teilzunehmen.

Ganz aktuell haben Wissenschaftler im Rahmen einer Studie belegen können, dass es regelmäßige Yoga-Übungen bezüglich ihrer gesundheitlichen Wirksamkeit mit den physiotherapeutischen Maßnahmen aufnehmen und somit eine gute Alternative bei LWS-Schmerzen sein können.

Über 300 Teilnehmer, die seit mindestens drei Monaten von Kreuzschmerzen betroffen waren, nahmen an einem etwa 12-wöchigen Bewegungstherapie-Training teil. Während ein Drittel der Personen einmal pro Woche für die Dauer von 75 Minuten unter Anweisung Yoga machte, absolvierte das zweite Drittel 15 Wochen lang eine Stunde Physiotherapie. Das dritte Drittel diente als Kontrollgruppe und erhielt „lediglich“ ein Informationspaket zu diesem Thema.

Im Anschluss wurden neben funktionellen Tests auch sogenannte „Roland Morris Disability“ Scores durchgeführt, um zu erfahren, inwiefern die Schmerzen zurückgegangen sind. Mit diesen Assassments lässt sich abbilden, wie Patienten die Beeinträchtigung durch ihre Rückenschmerzen erleben.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass der „Roland Morris Disability“ Score bei 48 % der Yoga-Absolventen am Ende um mindestens 30 % besser ausfiel. Ähnlich berichteten 37 % der Absolventen einer Physiotherapie über eine Abnahme der Schmerzen und 23 % der Leser des Informationsmaterials. Weiterhin konnten sowohl in der Yoga-Gruppe als auch in der Physiotherapie-Gruppe Einnahmen von entsprechenden Medikamenten um etwa 20 % gesenkt werden.

Beauty und ästhetische Medizin

„Das geht mir unter die Haut!“ – was ist dran an diesem Sprichwort?

Die Psyche und die Haut sind durch ein enges Wechselspiel verbunden. Zum einen leiden hautkranke Menschen häufiger unter psychischen Belastungen. Zum anderen führen einschneidende psychische Erlebnisse oder Belastungen bei vielen Menschen dazu, dass die Haut „verrückt spielt“. So zeigte beispielsweise eine Studie, dass etwa 70 % von Psoriasis-Patienten innerhalb des letzten Monats vor einer Verschlechterung des Krankheitsbildes eine kritische psychische Belastung erlebt hatten.

Bei der Frage nach der Schnittstelle, die das Zusammenspiel zwischen Psyche und Haut herstellt, hat sich insbesondere das Immunsystem bestätigt. Beim Stress kommt es beispielsweise zur Ausschüttung vieler Botenstoffe wie Adrenalin und Noradrenalin. Der Hormonhaushalt kann auf diese Weise sehr schnell aus seinem Gleichgewicht gebracht werden.

Die Hormonausschüttung führt zu einer ungünstigen Aufruhr im Immunsystem. Diese wirkt sich auf weitere Organe aus. Um sich zu schützen, wird eine autoimmune Antwort in Gang gesetzt, die sich nicht selten in Form einer Entzündung oder eines Hautausschlages zu erkennen gibt. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn die Betroffenen bereits unter einer entzündlichen Erkrankung der Haut leiden.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass bei jedem vierten bis fünften Betroffenen von Hautkrankheiten zusätzlich auch eine psychische Beeinträchtigung vorliegt. Diskutiert wird heute immer noch bei der Frage, ob bestimmte Ausprägungen der Persönlichkeit das Auftreten von unerwünschten Hautsymptomen oder -erkrankungen begünstigen.

Bei der Neurodermitis-Erkrankung beispielsweise beruht das Auftreten der Erkrankung zwar nachweislich auf genetischen Veranlagungen, der Krankheitsverlauf und die Intensität des Juckreizes werden scheinbar aber auch durch die psychosozialen Eigenschaften der Betroffenen mitbestimmt. So kratzten sich solche Patienten, die depressive Verstimmungen hatten, dauerhaft gestresst oder unzufrieden und weniger „umgänglich“ waren, häufiger als ausgeglichenere Persönlichkeiten.

Atopische Dermatitis – welche Kleidungsfasern eignen sich am besten?

Die „atopische Dermatitis“ tritt in der Bevölkerung immer häufiger auf. Sie äußerst sich durch rote, schuppende, manchmal auch nässende Ausschläge auf der Haut und Juckreiz. Meistens treten die Symptome in Schüben auf und werden vornehmlich zunächst durch eine äußerliche Anwendung therapiert.

Es stellt sich bei den Betroffenen häufig die Frage, aus welchem Material idealerweise ihre Kleidung bestehen sollte. Insbesondere bei Kleinkindern wird in diesem Zusammenhang nach der optimalen Kleidungsfaser gesucht.

Im Rahmen einer australischen Studie wurde bestätigt, dass feine Fasern aus Merinowolle von jungen Patienten einer atopischen Dermatitis besser vertragen werden als reine Baumwolle. Die Betonung bei der richtigen Wollwahl liegt jedoch auf Kashmirwolle oder Merinowolle. Die etwas gröbere Schafswolle jedoch scheint für die Betroffenen unangenehmer zu sein. Dabei ist eine feinere Faser von Vorteil, da der Juckreiz grundsätzlich bei dickeren Fasern höher ist als bei feinen.

Die Hälfte der unter vierjährigen Studienteilnehmer mit atopischem Ekzem trug über einen Zeitraum von mehreren Monaten Kleidung aus Baumwolle. Die andere Hälfte trug für diese Zeit Kleidung aus feinen Merinofasern. Täglich für mindestens sechs Stunden wurden die Kleinen mit den Kleidungsstücken gekleidet.

Nach der Hälfte und am Ende des Beobachtungszeitraums unternahm ein Dermatologe eine Hautdiagnose auf Juckreiz und Ausschläge. Über das Material der Kleidung von den jeweiligen Kindern war der Mediziner nicht informiert, um unbeeinflusst urteilen zu können. Außerdem wurden mögliche Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme und weitere Faktoren zur Lebensqualität gemessen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der Wechsel der Kleidung auf Merinowolle eine positive Auswirkung auf die Intensität der atopischen Dermatitis hatte. Die Beschwerden waren insbesondere bei längerem Tragen dieser Wollfasern gesunken.

Bei einigen Kindern waren die Hautbeschwerden nach dieser Zeit sogar komplett verschwunden. Interessanterweise führte jedoch ein erneuter Wechsel von Merinowolle auf Baumwolle wieder zu zunehmenden Beschwerden, die mit den Ausgangsbeschwerden zu Beginn der Studie vergleichbar waren.

Bei der Wahl der Kleidung von betroffenen Atopikern könngte es folglich wichtig sein, darauf zu achten, aus welcher Sorte von Wolle die Stücke hergestellt sind.

Vitalstoffe und Ernährung

Omega-3-Fettsäuren beeinflussen Durchblutung des Gehirns

Personen mit einer guten Versorgung der Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) im Blut verfügen über eine bessere Gehirndurchblutung und bessere Fähigkeiten im Bereich der Erkenntnis- und Informationsverarbeitung (neurokognitive Fähigkeiten).

Wissenschaftler aus den USA werteten die Daten von 166 Patienten einer psychiatrischen Klinik aus. Für alle Patienten lagen Daten des Drucks, mit dem das Gehirn durchblutet wird (zerebrale Perfusion), der neurokognitiven Fähigkeiten und des Omega-3-Index im Blut vor.

Die Beurteilung der zerebralen Perfusion erfolgte durch Anwendung eines bildgebenden Schnittbildverfahrens (Single Photonen-Emissions-Computertomographie (SPECT)). Die Beurteilung der Fähigkeiten, welche das Wahrnehmen, Denken und Erkennen betreffen, wurde anhand einer computergestützten Software (WebNeuro) ausgewertet.

Ergebnisse
Personen, die zur Gruppe mit den 50 % höchsten Omega-3-Indizes gehörten, hatten im Vergleich eine deutlich bessere Durchblutung zahlreicher Hirnregionen.

Zusammenfassung
Eine optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann in zahlreichen Regionen des Gehirns die Durchblutung verbessern.

Osteoporose: Auch Magnesium ist wichtig

Eine ausreichende Aufnahme von Magnesium sowohl über die Nahrung als auch über Vitalstoff-Präparate schützt vor knochenschwundbedingten (Osteoporose) Knochenbrüchen im Alter. Zu diesen Erkenntnissen führte die Analyse einer großen amerikanischen Studie.

3.765 Teilnehmer mit einem durchschnittlichen Alter von 61 Jahren berichteten zu Beginn der Studie mittels eines Verzehrs-Protokolls (FFQ) über den täglichen Nahrungsmittelkonsum. Nach einem Beobachtungszeitraum von acht Jahren untersuchten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Nahrungszusammensetzung der Teilnehmer und dem Risiko für die Entwicklung von osteoporosebedingten Knochenbrüchen.

Ergebnisse
Die Teilnehmer wurden in Abhängigkeit des Magnesiumverzehrs über Lebensmittel inklusive Ergänzungen in bestimmte Abschnitte eingeteilt. Die am besten versorgten Männer hatten im Vergleich zu den am schlechtesten versorgten Männern ein um 53 % geringeres Risiko, im Untersuchungszeitraum einen Knochenbruch zu entwickeln.

Bei Frauen verminderte sich das Risiko um 62 %. Eine weitere Beobachtung war, dass die Einhaltung des empfohlenen täglichen Magnesiumverzehrs (320 mg) das Knochenbruch-Risiko für Frauen um 27 % reduzierte.

Zusammenfassung
Magnesium ist neben Vitamin D, Calcium und Vitamin K2 ein weiterer wichtiger Vitalstoff zur Prävention von Osteoporose und daraus bedingten Knochenbrüchen.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Übergewichtige riskieren ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit

Wer dauerhaft zu viel Pfunde auf die Waage bringt, gefährdet seine Gesundheit. Wie negativ der Einfluss von einem zu hohen Body-Mass-Index (BMI) ist, und dass dieser gefährlicher für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems ist als bisher angenommen, zeigt das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Über mehr als 10 Jahre wurden im Rahmen der Studie des Departments of Epidemiology and Public Health am University College London die Gesundheitsdaten von mehr als 120.000 Frauen und Männern gemessen und ausgewertet. Die Studienteilnehmer kamen sowohl aus Europa als auch aus den USA. Ziel der Untersuchungen war es unter anderem herauszufinden, welchen speziellen Einfluss Übergewicht auf Erkrankungen wie Diabetes, koronare Herzerkrankungen oder beispielsweise Schlaganfall haben könnte.

Das Ergebnis der Studie ließ bei den Wissenschaftlern große Besorgnis aufkommen. Denn der Einfluss eines zu hohen BMI auf die Gesundheit scheint noch negativer zu sein, als bisher angenommen. Je mehr Übergewicht die Teilnehmer hatten, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen zu sein.

Bei einem leichten Übergewicht (BMI 25-30) verdoppelt sich bereits das Erkrankungsrisiko. Bei einer Adipositas ersten Grades (BMI 30-35) erhöht sich das Risiko bereits um das Fünffache. Bei noch höheren BMI-Werten (35-40 und höher) kann sich das Risiko für Gefäßerkankungen und weiteren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sogar auf das 15-fache erhöhen!

Mediziner und Gesundheitsverbände sehen sich nun bestätigt, wie wichtig es ist, dem fortlaufend ansteigenden durchschnittlichen Körpergewicht vieler Menschen durch Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen entgegenzuwirken.

Außerdem sei es unabdingbar, bereits übergewichtige Menschen frühzeit auf Gefäßerkrankungen und weitere Krankheiten wie Diabetes zu untersuchen.

Während sich seit 1980 die Anzahl der Übergewichtigen in über 70 Ländern verdoppelt hat, sind zudem über 2/3 der globalen Todesfälle durch ein zu hohes Körpergewicht verursacht.

Hörstörungen und kognitiver Abbau im Alter

Zu den zunehmenden Beeinträchtigungen im Alter gehören bekanntermaßen die Hörstörungen: Mindestens 40 % der 70-79-Jährigen und 70 % der Über-80-Jährigen sind davon betroffen. Gleichermaßen unterliegen auch die kognitiven Leistungen wie das Kurzzeitgedächtnis sowie die Aufmerksamkeit im höheren Alter einem Abbau.

Es stellt sich daher die Frage, ob es Zusammenhänge zwischen den zunehmenden Hörstörungen und dem Nachlassen der speziellen Gehirnleistungen gibt. Könnte beispielsweise eine bessere Hörgeräteversorgung einem altersbedingten Abbau der kognitiven Leistungen vorbeugen?

Es gibt mehrere Studien, die auf einen möglichen Zusammenhang hinweisen. So hatten beispielsweise Alzheimer-Erkrankte zuvor auch häufiger mit Hörstörungen zu tun als solche Menschen, deren kognitives System altersentsprechend war. In einer anderen Studie wird berichtet, dass das Demenz-Risiko bei  Menschen mit Hörverlusten um das Drei- bis Fünffache erhöht ist im Vergleich zu den Menschen mit gesundem Hörorgan.

Dennoch fehlen Untersuchungen, die einen unmittelbaren kausalen Zusammenhang bestätigen. Es könnte nämlich auch sein, dass es eine dritte Ursache im Körper gibt, die beispielsweise vom Nervensystem oder vom Herzkreislauf-System ausgeht und sowohl die Hörleistung als auch die kognitive Leistung nachteilig beeinflusst.

Die Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass es direkte und indirekte Zusammenhänge zwischen den Hörstörungen und dem kognitiven Abbau mit zunehmendem Alter gibt. Betroffene können dem zu einem gewissen Teil vorbeugen, indem sie bei Hörstörungen auf Hörgeräte zurückgreifen, auch um dem kognitiven System eine unnötige übermäßige Belastung abzunehmen und somit die Kommunikationsfähigkeit im Alter zu steigern.