Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Weniger Penicillinallergiker als bisher angenommen //Aktueller Ernährungsbericht der DGE bestätigt: „So dick war Deutschland noch nie!“ // Höheres Erkrankungsrisiko bei Scheidungskindern // Unsichtbare Zahnkorrektur // Sport fördert Gehirnleistung im Alter // Wer sich täglich 30 Minuten bewegt, lebt länger // Haarausfall – sind dicke Raucher eher betroffen? // Allergieauslöser Kinderschuh – wenn Kinderfüße Ausschlag haben // Altersdemenz: Folsäure kann helfen // Generation R Studie: Omega-3-Fettsäuren verbessern fetale Entwicklung // Erhöhtes Risiko für bestimmte Krankheiten durch zu lange Arbeitszeiten // Immer weniger jugendliche Raucher

Gesundheit und Prävention

Aktueller Ernährungsbericht der DGE bestätigt: „So dick war Deutschland noch nie!“

Alle vier Jahre werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Daten zum Ernährungsverhalten und zur Ernährungsituation der Deutschen veröffentlicht. In dem aktuell herausgegebenen 13. Bericht kommen die Wissenschaftler zu der traurigen Erkenntnis, dass Übergewicht und Adipositas hierzulande immer noch weiter zunehmen. Der besorgniserregende Trend der vergangenen Jahre scheint sich demnach fortzusetzen.

In einem Ergebnis des Berichts heißt es, dass 59 % aller männlichen und 37 % aller weiblichen Erwachsenen in Deutschland von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind. Im höheren Alter ab 65 Jahren werden diese Zahlen sogar noch weiter übertroffen: Hier liegen sie bei 74 beziehungsweise 56 %!

Seit dem Jahre 1999 ist der Anteil von übergewichtigen Männern somit leider um 40 % und bei den Frauen um 24 % angestiegen, und das sei sehr bedenklich, so die Studienautoren.

Ein weiterer negativer Trend zeichnet sich ab: Zunehmend viele schwangere Frauen gehen bereits mit Übergewicht in eine Schwangerschaft. 20 % der Schwangeren riskieren auf diese Weise ihre Gesundheit, weil sich dadurch ein Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder Komplikationen bei der Geburt ergeben könnten.

Zum anderen können sich die überflüssigen Pfunde nachteilig auf die Gesundheit des Nachwuchses in Form von Diabetes, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder ebenfalls durch mögliches Übergewicht auswirken.

Als wichtigste Ursache für die „Adipositasepidemie“ in Deutschland sehen die Wissenschaftler das riesige und immer verfügbare Angebot an energiereichen Lebensmitteln sowie die Problematik, dass auf diese Weise zu viel Energie verzehrt, also aufgenommen, im Gegenzug aber zu wenig Körperenergie durch Bewegung und Sport verbraucht wird. Überflüssige Pfunde lagern sich vor diesem Hintergrund schnell im Körper an.

Höheres Erkrankungsrisiko bei Scheidungskindern

Dass eine Scheidung psychosoziale Auswirkungen auf viele Scheidungskinder hat, konnte in vergangenen Untersuchungen belegt werden. Mehr oder minder ausgeprägt werden die Kinder durch die Trennung ihrer Eltern beeinflusst.

Wissenschaftler aus den USA haben jetzt herausgefunden, dass auch das Risiko für bestimmte Krankheiten bei Scheidungskindern, deren getrennt lebende Eltern schlecht miteinander kommunizieren, erhöht ist. Dazu waren bisher Studien zur Erkrankung an Asthma, Krebs und Infektionen bekannt. Zudem konnte jetzt auch eine nachteilige Auswirkung auf Erkältungskrankheiten festgestellt werden.

Eine Gruppe von gesunden 18- bis 55-Jährigen wurde vor diesem Hintergrund näher unter die Lupe genommen. Sie wurden mit einem herkömmlichen Erkältungsvirus in Kontakt gebracht und die darauffolgenden fünf Tage unter Beobachtung gestellt.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Personen, deren Eltern sich teilweise auch schon Jahre vorher getrennt hatten und nicht miteinander kommunizierten, ein um das Dreifache erhöhtes Risiko hatten, den Erkältungsviren zu unterliegen und daran zu erkranken im Vergleich zu Nicht-Scheidungskindern. Fand eine Kommunikation zwischen den getrennt lebenden Eltern hingegen statt, so war ein entsprechender gesundheitlicher Nachteil nicht zu beobachten.

Besonders interessant war das Ergebnis auch deshalb, weil dieses Erkrankungsrisiko der Scheidungskinder auch Jahre nach der Trennung noch überdurchschnittlich hoch war. Somit wirkt in vielen Fällen eine fehlende Kommunikation getrennt lebender Eltern noch Jahre nach.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Unsichtbare Zahnkorrektur

Bei der Invisalign®-Technik (Synonym: unsichtbare Zahnkorrektur) handelt es sich um ein kieferorthopädisches Verfahren zur Beseitigung von Zahnfehlstellungen mit Hilfe einer Serie von herausnehmbaren transparenten Kunststoffschienen, den sogenannten Alignern.

Jeder Aligner hat eine Tragezeit von 14 Tagen. Mit jedem Aligner ändern sich Stärke und Richtung der auf die Zähne wirkenden Kräfte minimal, sodass ein Hinführen auf das Behandlungsziel in vielen kleinen Einzelschritten erfolgt. Je nach Schweregrad der zu behandelnden Fehlstellung ergibt sich ein Bedarf von 10 bis 50 Schienen.

Die Schienen müssen täglich mindestens 22 Stunden lang getragen werden, Ausnahmen sind also nur die Mahlzeiten nebst intensiver Mundhygiene und besondere Anlässe. Die Behandlungsdauer überstreckt sich über 9 bis 18 Monate.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Die großen Vorteile der Therapie mit Alignern bestehen in der uneingeschränkt möglichen Mundhygiene und in der Tatsache, dass sie fast unsichtbar sind. Auch die Phonetik (Lautbildung) ist vergleichsweise unproblematisch; somit stellt die Invisalign®-Technik eine Bereicherung für das kieferorthopädische Behandlungsspektrum bezüglich der Berufsgruppen dar, die ästhetisch und phonetisch besondere Ansprüche haben.

Außerdem zeigen Untersuchungen, dass sich das anfängliche Tragen für den Patienten im Vergleich zu festsitzenden Apparaturen weniger unangenehm gestaltet.

Als nachteilig ist anzusehen, dass Schienen bezüglich des Kraftansatzes am Zahn prinzipiell nicht die gleiche Möglichkeit haben wie festsitzend arbeitende kieferorthopädische Techniken. Wo nötig, müssen deshalb zusätzliche Attachments (Befestigungen) wie z. B. auf dem Zahn mit Komposit-Technik adhäsiv befestigte Knöpfe verwendet werden, um einen Zahn räumlich zu bewegen, also nicht nur zweidimensional zu kippen.

Letztendlich ist auch die Kombination mit festsitzenden Apparaturen möglich, wodurch sich das Indikationsspektrum nahezu beliebig erweitern lässt.

Die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten bewegt sich zwischen einfachen (10 bis 20 Aligner) und ausgeprägten (20-50 Aligner) Zahnstellungskorrekturen. Letztere können z. B. nach Zahnextraktionen (Zahnentfernungen) nötig werden.

Der Haupteinsatzbereich liegt bei folgendem Korrekturbedarf, wobei eine stabile neutrale Interkuspidation (Vielpunktkontakt zwischen Ober- und Unterkieferzähnen) vorausgesetzt wird:

  • mittelgradiger Engstand der Frontzähne
  • mittelgradiger Lückenstand der Frontzähne
  • Protrusion der Frontzähne (Zahnkronen sind zur Lippe hin gekippt)
  • Retrusion der Frontzähne (Zahnkronen sind zur Mundhöhle hin gekippt)
  • geringgradige Intrusion (Zähne sind in den Kiefer versenkt)
  • geringgradige Extrusion (Zähne sind verlängert): hier werden zusätzlich die oben erwähnten Attachments verwendet

Eine nur bedingte Verwendungsmöglichkeit bietet sich bei folgenden Korrekturerfordernissen, sofern nicht weitere kieferorthopädische Hilfsmittel eingesetzt werden sollen:

  • Aufhebung von Torsionen (Drehung um die Längsachse) der Eckzähne oder Prämolaren (vorderen Backenzähne);
  • Lückenschluss, z. B. nach systematischer symmetrischer Extraktion der ersten Prämolaren (Entfernung der ersten vorderen Backenzähne);
  • Zahnretentionen (im Knochen über ihre natürliche Durchbruchszeit hinaus verbliebene Zähne)

Sport

Sport fördert Gehirnleistung im Alter

Mit zunehmendem Alter nimmt bei vielen Menschen die Denk- und Gedächtnisleistung ab. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, wird unter anderem empfohlen, regelmäßig körperlich aktiv zu sein und Sport zu treiben, da Sport nachweislich bei der Vorbeugung von Gehirnerkrankungen wie Demenz und Alzheimer hilft.

Welchen direkten Einfluss eine entsprechende körperliche Aktivität auf den Stoffwechsel des Gehirns hat, versuchten nun Wissenschaftler der Goethe Universität in Frankfurt herauszufinden. Sport fördert die Durchblutung des Gehirns und die Funktion der Nerven. Sport hat einen positiven Einfluss auf wichtige Regionen des Gehirns, deren Leistungsvermögen im Alter zunehmend abnimmt, und reduziert die Gefahr für Gefäßerkrankungen. Doch warum ist das so?

Frauen und Männer im Alter zwischen 65 und 85 Jahren ohne vorliegende Beeinträchtigungen des Denkvermögens nahmen an der Studie teil. Während eine Gruppe für die Dauer von drei Monaten ein körperliches Training absolvierte (etwa dreimal pro Woche für eine halbe Stunde), übte die andere Gruppe ihre Alltagsaktivitäten aus wie zuvor. Anschließend wurden Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Einflüsse des Sports auf Gehirn und Nerven festzustellen.

Die Forscher konnten auf diese Weise feststellen, dass Sport einen direkten Einfluss auf die Funktionalität und den Stoffwechsel des Gehirns hat. In der bewegungsträgeren Gruppe stieg die Konzentration eines Botenstoffes, dem Cholin, an. Dieser Stoff ist Bestandteil eines wichtigen Neurotransmitters. Für eine gute Funktion der Gehirn- und Nervenzellen muss er in einer bestimmten Konzentration vorhanden sein.

Je mehr Nervenzellen abgebaut werden, wie zum Beispiel bei einer Alzheimer-Erkrankung, desto mehr freies Cholin ist messbar. Bei der Sportlergruppe konnten die Wissenschaftler eine gesunde Konstante dieses einflussreichen Stoffes messen.

Es wird daher vermutet, dass ausdauernder Sport die Nervenzellen direkt schützt und deren Verfall aufhält. Auf diese Weise sammeln sich weniger Mengen des Cholin-Botenstoffes an, so wie in der Studie nachgewiesen.

In vergangenen Untersuchungen konnten bereits weitere direkte Zusammenhänge wie die Zunahme der Masse im Gehirn durch Ausdauersport belegt werden.

Fest steht, dass eine gesunde Ernährung in Kombination mit regelmäßigem körperlichen und geistigen Training das Alzheimer-Risiko im Alter um mindestens 50 % herabsetzen kann.

Wer sich täglich 30 Minuten bewegt, lebt länger

Dass regelmäßiger Sport gut tut, ist lange bekannt. Wie positiv sich jedoch körperliche Bewegung im Alltag auf ein längeres, gesundes Leben auswirkt, und dass es nicht unbedingt eine aktive Sportart sein muss, belegt jetzt die bisher größte Studie zu diesem Thema.

Im Rahmen einer kanadischen Studie wurden über 130.000 Menschen aus 17 unterschiedlichen Industrienationen und Entwicklungs- sowie Schwellenländern für die Dauer von über sechs Jahren begleitet, befragt und untersucht. Somit wurden nicht nur Menschen erfasst, die ihre körperliche Aktivität in Sportvereinen oder Fitnesstudios oder bei anderen sportlichen Aktionen ausübten, sondern auch solche, die ihr Bewegungspensum einfach nur im Alltag absolvierten, sei es auf dem Weg zur Arbeit oder durch Tätigkeiten im Haushalt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass sich das Sterberisiko eines Menschen um 20 % im Vergleich zu bewegungsträgerenen Menschen herabsetzen ließ, sobald er sich über mehrere Jahre (sieben Jahre und mehr) mindestens 150 Minuten pro Woche moderat körperlich bewegt hatte. Dieser positive Effekt nahm weiter zu, je mehr Sport absolviert wurde.

Besonders aktive Teilnehmer, die 750 Minuten wöchentlich und mehr bewegungsaktiv waren, konnten die Gesamtmortalität sogar um 35 % senken. Dabei war es egal, in welcher Art sie sich bewegten, also ob im Alltag oder in Form einer sportlichen Aktivität. Auch spielte es keine Rolle, welchem sozioökonomischen Status sie zugehörig waren.

Vor dem Hintergrund dieses Studienergebnisses empfehlen die Studienautoren, die von der WHO empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche“ zum einen durch sportliche Freizeitaktivitäten oder aber auch durch moderate Bewegungen und Anstrengungen im Alltag zu erfüllen.

Beauty und ästhetische Medizin

Haarausfall – sind dicke Raucher eher betroffen?

Rauchen ist ungesund! Wenn die Raucher dann auch noch übergewichtig sind, dann leidet nicht nur die Gesundheit, sondern möglicherweise auch die Haarpracht.

Italienische Wissenschaftler bewerteten vor diesem möglichen Zusammenhang die Daten von 351 Personen, hauptsächlich von Männern im durchschnittlichen Alter von 35 Jahren, die von einem hormonell-erblichen Haarausfall (androgene Alopezie) betroffen waren. Diese Form, die auf einer erhöhten Empfindlichkeit des Haarfolikels auf das männliche Geschlechtshormon basiert, ist der häufigste Grund für Haarausfall.

Angaben zum Gewicht, zur Ernährungsform, zum Genussmittelkonsum, zur Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie zum Bildungsstand flossen in die Untersuchung mit ein.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit Übergewicht und die Raucher ein um das Sechsfache erhöhtes Risiko für Haarausfall hatten im Vergleich zu Normalgewichtigen und Nichtrauchern. Personen, die beide Laster mit sich trugen, also Übergewicht und Nikotinkonsum, waren besonders betroffen.

Es wird derzeit angenommen, dass zum einen giftige Stoffe im Tabakrauch zu den Schädigungen an den Haarwurzeln führen. Zum anderen wird ein nachteiliger Einfluss auf die Durchblutung der Kopfhaut sowie schädigende Entzündungsprozesse vermutet. Ähnlich scheinen nachteilige Stoffwechselprozesse und ausgeschüttete Botenstoffe, die bei Übergewicht vermehrt auftreten, entzündungsähnliche Prozesse auszulösen und somit am Haaransatz Schäden anzurichten.

Allergieauslöser Kinderschuh – wenn Kinderfüße Ausschlag haben

Zunehmend viele Kinder entwickeln an ihren Füßen allergische Symptome. Laut Ergebnis einer Studie aus Spanien ist diese Entwicklung auf Herstellungsverfahren und Inhaltsstoffe, insbesondere in Turn- und Freizeitschuhen zurückzuführen. Der Nachwuchs steckt immer mehr Stunden am Tag in Freizeitschuhen.

Dieses führt zur Feuchtigkeitsansammlung an den Füßen bei geringer Atmungsaktivität. Zusammen mit der so entstehenden Wärme in Verbindung mit möglichen chemischen Restbeständen aus der Herstellung des Schuhs bieten sich ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines allergischen Ekzems.

Untersucht wurden fast 400 Kinder im durchschnittlichen Alter von 10 Jahren in Spanien, bei denen an den Füßen ein Hautausschlag aufgetreten war. Es wurde ein Allergie-Test, der sogenannte Patch-Test, durchgeführt. Dabei werden mögliche Allergene auf die Haut aufgetragen und nach einigen Tage die Reaktion überprüft.

Im Ergebnis zeigte sich, dass bei 44 % der Studienteilnehmer eine Kontaktallergie vorlag, die zu den Unverträglichkeitsreaktionen am Fuß geführt hatten.

Leider war es in vielen Fällen das Kadmiumdichromat, welches als Allergen ausfindig gemacht wurde. Es dient bei der Schuhherstellung als Mittel zur Gerbung. Zudem schienen einige Patienten auf ein Konservierungsmittel eines Desinfektionssprays sensibel zu reagieren. Auch weitere verwendete Stoffe, die im Kleber oder in den Schuhsohlen aus Gummi noch vorhanden waren, lösten die Kontaktallergie aus.

Weiterhin stellten die Forscher fest, dass teilweise auch Wundpflaster oder anderes selbstklebendes Verbandsmaterial die Auslöser aufgrund bestimmter Bestandteile waren.

Vitalstoffe und Ernährung

Altersdemenz: Folsäure kann helfen

Die tägliche Einnahme von Folsäure kann die Leistungsfähigkeit des Wahrnehmens, Denkens und Erkennens (kognitiv) von Menschen im Alter verbessern. In einer Studie der medizinischen Hochschule Tianjin erhielten 152 ältere Personen über einen Zeitraum von 12 Monaten entweder ein Vitalstoffpräparat mit 400 µg Folsäure oder ein Placebo. Die Teilnehmer wiesen Symptome einer altersbedingten, leichten kognitiven Beeinträchtigung auf.

Ergebnisse
Die Einnahme von Folsäure führte nach 12 Monaten zu einer Verbesserung und Senkung verschiedener relevanter Werte (Folat-, Homocystein-, Interleukin-6 (IL-6), Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) und Amyloid-beta-42-Spiegel). Ebenso kam es zu einer Verbesserung der kognitiven Leistung. Sowohl der Gesamtintelligenzquotient (IQ) als auch die Punktzahl für die Kategorien Informations- und Zahlenmerkspanne verbesserten sich deutlich.

Zusammenfassung
Die Einnahme von Folsäure-Ergänzungen kann die kognitiven Fähigkeiten im Alter bei leichten kognitiven Beeinträchtigungen verbessern und Entzündungswerte senken.

Hinweis zum Versorgungszustand von Folsäure (Nationale Verzehrstudie II 2008)
In der Altersgruppe vom 19. – 80. LJ. erreichen weniger als 50 % der Männer und Frauen die Zufuhrempfehlung. Den am schlechtesten versorgten Männern und Frauen fehlen circa 150-180 µg Folsäure.

(DGE-Empfehlung 300 µg/Tag)

Generation R Studie: Omega-3-Fettsäuren verbessern fetale Entwicklung

Laut Health-Claims-Verordnung hat die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft einen Einfluss auf die Augengesundheit und Gehirnentwicklung des Fetus. In einer großen populationsbezogenen Geburtenstudie wurden nun weitere positive Effekte entdeckt. Die Generation R Studie umfasste insgesamt 6.974 schwangere Frauen und deren Nachwuchs.

Wissenschaftler erfassten das Verhältnis mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren zu mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren im flüssigen Teil des Blutes (Serum) zum Zeitpunkt um die 20. Schwangerschaftswoche. Anschließend glichen sie die Verhältnisse mit Parametern zum Schwangerschaftsverlauf und der fetalen Entwicklung ab.

Ergebnisse
Ein besseres Verhältnis zugunsten der Omega-3-Fettsäuren begünstigte die fetale Entwicklung in Bezug auf das Gewicht, die Länge und den Kopfumfang. Weitere Vorteile, die mit einem besseren Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis korrelierten, waren eine längere Schwangerschaftsdauer und ein höheres Geburtsgewicht.

Zusammenfassung
Ein höheres Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren im Serum von Schwangeren verbessert die fetale Entwicklung und den Schwangerschaftsverlauf.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Erhöhtes Risiko für bestimmte Krankheiten durch zu lange Arbeitszeiten

Regelmäßig anfallende Überstunden, die zu einer dauerhaften Arbeitszeit von über 52 Wochenstunden führen, tun der Gesundheit des Arbeitnehmers nicht gut. Ganz im Gegenteil: Eine Forschergruppe aus Texas hat jetzt belegen können, dass durch diese dauerhafte Mehrarbeit das Risiko für Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen erhöht wird.

Eine seit Ende der siebziger Jahre laufende Studie wurde von den Wissenschaftlern aus den USA analysiert. Über 2.300 Menschen nahmen teil. Der allgemeine Gesundheitszustand und insbesondere aufgetretene Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie Krebserkrankungen wurden mit den täglichen Arbeitszeiten und -verhältnissen in einen möglichen Zusammenhang gestellt.

Nach Auswertung der Daten zeigte sich, dass sich eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 52 Stunden nachteilig auf den gesundheitlichen Allgemeinzustand auswirkt. Im Vergleich zu Berufstätigen in einer Beschäftigung von etwa 40 Stunden wöchentlich nahmen die Vielbeschäftigten ein um 28 % erhöhtes Risiko in Kauf, krank zu werden.

Bei den kardiovaskülären Erkrankungen zeigte sich ein um 42 % erhöhtes Risiko. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, nahm bei ihnen sogar um über 60 % zu. Männer in beruflicher Selbstständigkeit mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Einkommen zeigten diesbezüglich eine besondere Gefährdung.

Vor dem Ergebnis dieser Studie wird nun die bisher als verträglich angepriesene Wochenarbeitszeit von 40 bis 56 Stunden neu diskutiert. Um diesbezüglich einen gesundheitlich verträglichen Grenzwert für eine Aussicht auf ein gesundes langes Leben zu erhalten, stehen weitere Studien an.

Immer weniger jugendliche Raucher

Die Anzahl der Jugendlichen, die regelmäßig zur Zigarette greifen, erreicht laut einer aktuell veröffentlichten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) einen Tiefpunkt. Demnach hat sie seit 2001 bei den 12- bis 17-Jährigen um 20 % abgenommen und liegt jetzt noch bei 7,4 %.  Auch bei den 18- bis 25-Jährigen ist ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten: Während vor etwa 10 Jahren noch 43 % rauchten, sind es heute in dieser Altersklasse 26 %.

Zum einen führen die Wissenschaftler diesen Trend darauf zurück, dass die präventive Arbeit der vergangenen Jahre ein Erfolg war. Zum anderen zeichnet sich der zunehmende Konsum von E-Zigaretten oder Wasserpfeifen als neuer Trend ab. Zu den E-Zigaretten und deren gesundheitlichen Nebenwirkungen liegen derzeit noch keine ausreichenden Aussagenn vor.

Hier stieg bei den 18- bis 25-Jährigen die Anzahl der E-Zigaretten- und Wasserpfeifen-Raucher in den letzten zehn Jahren deutlich an. Bei weiterer Auswertung des Studienergebnisses lässt sich sagen, dass 80,9 % der unter 18-Jährigen noch niemals zur Zigarette gegriffen haben. Das ist ein „Nieraucher-Trend“ so niedrig wie nie zuvor.

Der Trend zum Nichtrauchen setzt sich fort : Neue Studienergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Rauchverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener

Pressemitteilung 9/2017