Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Übergewichtig durch „Upselling“ // Fettleber bei Kindern immer häufiger // Externes Bleaching // Mögliche Infektionsgefahr durch Abenteuer-Wassersport? // „Female athlete triad“ – Wenn Sportlerinnen zu wenig essen // Haarefärben oft mit allergischem Potential // Brustimplantate mit unerwünschten Nebenwirkungen auf die Lymphe? // Neues zu ADHS und Omega-3-Fettsäuren: Eine hochwertige Analyse // Rosenwurzwurzel-Extrakt: Hilfe bei Stress und Burnout // Viel stehen oder viel sitzen. Was schadet dem Herzen mehr? // Walnüsse für gesunde Gefäße

Gesundheit und Prävention

Übergewichtig durch „Upselling“

Wer kennt sie nicht, die Nachfrage, ob es noch mehr sein darf oder man nicht lieber eine etwas größere Portion beziehungsweise das XXL-Menü bestellen wolle? Diese manchmal drängelnde Verkaufsstrategie hat einen Namen, das sogenannte „Upselling“, und wird immer häufiger nicht nur im Gastronomie-Gewerbe angewendet.

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass ein derartiges ständiges Nachfragen bei vielen Verbrauchern auf offene Ohren trifft und damit bei vielen von ihnen zu unnötigen Fettdepots im Körper führt. Über zwei Kilogramm pro Jahr nehmen die anfälligen Bürger auf diese Weise an Körpergewicht zu. Durch das ständige Nachfragen und Überreden zu größeren Portionen nehmen sie zusätzliche Kalorien auf, die über ihren Bedarf hinausgehen. Ihre Ernährung wird ungesünder.

Pro Tag mögen es vielleicht lediglich ein paar unnötig aufgenommene Kalorien sein. Über die Woche gerechnet sind es durchschnittlich schnell über 300 Kalorien und im Jahr etwa 17.000 Kalorien, die dem Körper unnötigerweise zugemutet werden.

Die Untersuchung ergab auch, dass Menschen in den Industrienationen im Durchschnitt etwa 100-mal nach einem gewünschten Nachschlag oder einer größeren Portion gefragt werden. Heranwachsende und junge Erwachsene sind noch anfälliger für das Upselling.

Im Sinne einer gesunden Ernährung ist es daher wichtig, sich im dankenden Ablehnen derartiger Verkaufsstrategien zu üben und seitens des Gewerbes vom Upselling abzusehen.

Fettleber bei Kindern immer häufiger

Zum vergangenen Weltkindertag am 20. September wurde erneut darauf hingewiesen, dass immer mehr Kinder eine Fettleber haben. Jedes zehnte europäische Kind, das in ärztlicher Behandlung steht, leidet demnach unter einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL), die durch Fehlernährung und Bewegungsmangel verursacht wird.

Wie die Deutsche Leberstiftung berichtet, sind immer jüngere Menschen von einer NAFL betroffen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alamiert, weil fast 30 % der Kinder in Europa zwischen sechs und neun Jahren unter krankhaftem Übergewicht leiden. Als Folgegerkrankung entwickelt sich bei etwa 50 % von ihnen eine Fettlebererkrankung.

Diagnostiziert werden kann eine krankhafte Leber mittels erhöhter Leberwerte. Vor diesem Hintergrund plädiert die Leberstiftung dafür, bei Übergewicht die betroffenen Kinder und Jugendlichen unbedingt auf eine entsprechende Lebererkrankung untersuchen zu lassen. Hierfür bieten sich im ersten Schritt Ultraschalluntersuchungen an.

Wird eine Fettleber frühzeitig erkannt, kann eine Behandlung in Kombination mit einer herbeigeführten Gewichtsabnahme durch Sport und einer umgestellten Ernährung den Fettablagerungen entgegenwirken und die kindliche Leber wieder genesen lassen.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Externes Bleaching

Beim externen Bleaching handelt es sich um unterschiedliche Zahnaufhellungsverfahren, bei denen Bleichmittel extern (von außen) auf die Zähne aufgebracht werden und in die oberen Zahnschmelzschichten eingelagerte färbende Substanzen chemisch in farblose Reaktionsprodukte umgewandelt werden.

Ein Patient verbindet heute mit einer erfolgreichen zahnmedizinischen Versorgung nicht nur den Wunsch auf die Wiederherstellung und Gesunderhaltung seiner Kaufunktion, sondern er hofft gleichermaßen auf ästhetische Verbesserungen, die ihm durch ein strahlend schönes Lächeln zu einer sympathischen und kompetenteren Ausstrahlung verhelfen.

Den wichtigsten Beitrag zu strahlenden Zähnen hat der Patient hierfür selbst durch konsequente richtige häusliche Zahnpflege verbunden mit dem weitgehenden Verzicht auf färbende Genussmittel wie Kaffee, bestimmte Teesorten, Rotwein und vor allem Nikotin zu erbringen.

Darüber hinaus ist der erste Schritt in der zahnärztlichen Praxis die gründliche professionelle Zahnreinigung (PZR): Verfärbungen, die auf der Zahnoberfläche aufgelagert sind, werden z. B. durch die Zahnreinigung mit Pulverstrahl und nachfolgende Politur mit Pasten unterschiedlicher Körnungentfernt. Diese aufgelagerten Verfärbungen werden von den während des Bleachings ablaufenden chemischen Reaktionen zwar auch erfasst, sollten aber zuvor dennoch entfernt werden, da sie dem Bleichmittel ansonsten den Penetration (Durchdringung) der Zahnoberfläche erschweren.

Wirkungsweise der Bleaching-Materialien:

Die Bleichmittel stehen in der Regel als Gel zur Verfügung und sind in dieser Darreichungsform leicht zu handhaben und aufzutragen. Bei den chemisch reaktiven Substanzen handelt es sich um:

  • Wasserstoffperoxid (H2O2; Wasserstoffsuperoxid): zerfällt und entfaltet dabei sowohl reduzierende als auch oxidierende Wirkung; größere farbige Moleküle werden dadurch zu kleineren farblosen Reaktionsprodukten abgebaut, farbige Metalloxide zu farblosen reduziert.
  • Carbamidperoxid: zerfällt zu Wasserstoffperoxid und Harnstoff. Dieser reagiert weiter zu Kohlendioxid (CO2) und Ammoniak (NH3). Carbamidperoxid stellt ein Depot für Wasserstoffperoxid als dem eigentlichen Wirkstoff dar; der allmählich freigesetzt wird. Ein Bleaching mit Carbamidperoxid erfolgt dementsprechend abgepuffert.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Verfärbungen, die in die obersten Schichten des Zahnschmelzes eingedrungen sind, sind den Methoden der professionellen Zahnreinigung nicht zugänglich. Hier finden die verschiedenen Verfahren des externen Bleachings Anwendung. Sinnvolle Indikationsstellungen können sein:

  • altersbedingte Zahnverfärbungen;
  • in der  Mineralisationsphase der Zähne erfolgte Einlagerungen, z. B. Tetrazyklinverfärbungen; hier ist allerdings nur das Bleaching leichter Verfärbungen als prognostisch gut zu bewerten.

Sport

Mögliche Infektionsgefahr durch Abenteuer-Wassersport?

Wassersportarten wie Windsurfen, Wildwasser-Rafting oder Tauchen sind beliebter denn je. Insbesondere während einer Auslands-Urlaubsreise nehmen derartige Abenteuer-Sportaktivitäten zu. Mediziner weisen darauf hin, dass nicht nur ein erhöhtes Risiko, sich zu verletzen, den Spaß trüben kann, sondern auch mögliche Infektionen, die man sich dabei zuziehen kann.

Zum einen kann das Schlucken von kontaminiertem Wasser zu unvermittelten Infektionen führen. So ist diese Gefahr beispielsweise beim Wildwasser-Paddeln in Gebieten mit häufigen Regenfällen verstärkt vorhanden.

Zum anderen können sich oberflächliche Verletzungen der Haut durch die ständige Berührung mit belastetem Wasser entzünden, wenn sie im Anschluss nicht ausgiebig desinfiziert werden. Regenzeit, schlechte Wasserqualität und mögliche vorhandene Körperverletzungen sind folglich wichtige Parameter, welche die Sportler einschränken könnten.

Weitere äußere Einflüsse wie eine vermehrte Algenbelastung des Wassers könnten die Wassersportler, insbesondere die Taucher, von ihrer Freizeitaktivität abhalten. Eine gute Hygiene der Tauchgeräte ist zudem ein „Muss“ für die Sportler.

Eine weitere Attraktion, das Wandern durch Höhlen, erfährt zunehmender Beliebtheit. Neben vorhandenen Insekten und Tieren wie Fledermäuse, Ratten und Mäuse oder Zecken kann auch eine belastete Wasserqualität zu gesundheitlichen Komplikationen führen.

„Female athlete triad“ – Wenn Sportlerinnen zu wenig essen

Aktiver Sport führt zu einem zusätzlichen Verbrauch von Körperenergien. Wenn diese Kalorien auf Dauer dem Körper über die Nahrung nicht wieder zugeführt werden, kann es vor allem bei Frauen zu folgenschweren Störungen kommen. Dieser unerwünschte Zusammenhang wird in der Fachwelt mit dem „female athlete triad“ betitelt und macht sich unter anderem durch Untergewicht, Störungen der Menstruation oder durch eine verringerte Knochendichte und Osteoporose (Knochenschwund) bemerkbar.

In den meisten Fällen handelt es bei den Betroffenen um junge Athletinnen eines Ausdauersports, eines ästhetischen Sports oder einer gewichtsabhängigen Sportart. Sobald mit dem Sport zu viel von der aufgenommenen Nahrungsenergie verbraucht wird und folglich zu wenig Reserve für wichtige Körperfunktionen im Körper vorhanden ist, stellen sich entsprechende Störungen ein.

Neben einer Beeinträchtigung der Menstruation kann es auf diese Weise zu erheblichen Einschränkungen im Knochenwachstum kommen, dessen Folgen insbesondere im jugendlichen Alter gefährlich sind. In dieser Zeit entwickelt sich die Knochendichte zu ihrem maximalen Wert. Sobald dies jedoch aufgrund eines Energiemangels nicht möglich ist, werden erste Weichen in Richtung einer späteren Osteoporose gestellt. Dieses Defizit in der Knochendichte kann in späteren Jahren nicht mehr ausgeglichen werden.

Nicht selten gehen dem female athlete triad zu lange Diäten, Schwankungen im Gewicht oder ein fehlerhaftes Essverhalten voraus. Sie werden oftmals hervorgerufen durch einen Trainerwechsel, durch Verletzungen oder durch negative Einwände seitens des Freundeskreises, welche sich auf das Körpergewicht beziehen.

Die Therapie bei entsprechenden Symptomen besteht hauptsächlich zunächst in einer langsam ansteigenden Zufuhr von Nahrungsenergie bei gleichzeitiger Rücknahme des Trainingspensums.

Es wird davon ausgegangen, dass auch Männer von diesem Symptom betroffen sind, diese jedoch weniger auffällig sind.

Beauty und ästhetische Medizin

Haarefärben oft mit allergischem Potential

Viele Mittel zum Haarefärben, vor allem die dunkleren Farbnuancen, beinhalten den Stoff Paraphenylendiamin (PPD), welcher häufiger Allergien verursachen kann. Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Friseure müssen vorsichtig sein und gegebenenfalls mit Hautrötungen, Ausschlag und möglichen Entzündungen rechnen. Interessanterweise wird dieses Färbemittel auch bei Henna-Tattoos verwendet und stellt auch dort ein Risiko dar.

Zur Färbung geht das PPD mit einer anderen Substanz einen Oxidierungsprozess ein, damit vor allem die schwarzen Pigmente länger anhalten. In dieser Kombination bildet sich eine Verbindung, die ein hohes allergenes Potential hat. Es ist möglich, dass entsprechende Unverträglichkeitsreaktionen erst später auftreten, lange nachdem die künstliche Farbe der Haare oder des Tatoos bereits wieder verblasst ist.

Aus den ersten Unverträglichkeitsreaktionen auf der Kopfhaut können sich Ausschläge auf Gesicht, Augen, Nacken, Arme und Brust bilden. Nachhaltige Beeinträchtigungen in der Hautpigmentierung können ebenfalls die Folge sein. Obwohl die Therapie schlimmstenfalls auf den Einsatz von kortison- oder antibiotikahaltigen Medikamenten basiert, wollen viele Betroffene nicht auf das Haarefärben verzichten.

Vor diesem Hintergrund bieten sich Haarfärbemittel auf pflanzlicher und PPD-freier Basis an. Fast 60 % der Betroffenen einer entsprechenden Allergie finden mit PPD-freien Haarfärbemitteln eine verträgliche Alternative. Bei den anderen 40 % sind es häufig andere alternativ zugesetzte Inhaltsstoffe, die zu erneuten Unverträglichkeitsreaktionen führen.

Vor dem Einsatz des Haarfärbemittels wird daher empfohlen, an einer kleinen Hautstelle auf eine mögliche allergische Reaktion zu testen. Außerdem sollte die Liste der Inhaltsstoffe auf mögliche Allergene ausführlich studiert werden. Das Tragen von Handschuhen während des Einsatzes ist zudem unabdingbar.

Brustimplantate mit unerwünschten Nebenwirkungen auf die Lymphe?

Viele Frauen weltweit haben Brustimplantate, sei es in Folge einer Brustrekonstruktion oder aber aus kosmetischen Gründen. Die Zahl entsprechender Frauen liegt derzeit bei 10-15 Millionen, und sie ist nach wie vor ansteigend.

Aufgeraute Brustimplantate können offensichtlich das Risiko für Vergrößerungen von Lymphknoten erhöhen und zu Lymphknotenschwellungen oder schlimmstenfalls zum Tumor des Lymphgewebes führen. Diese Erkrankungen sind unter dem medizinischen Oberbegriff „Lymphome“ zusammengefasst.

Bei einer frühzeitigen Diagnose sind die Behandlungserfolge gut. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Zahl der Betroffenen bei 4.000 bis 30.000 liegt und in Zukunft ansteigen wird. Es wird von einer großen Dunkelziffer ausgegangen, weil die Erkrankung derzeit nicht nach eindeutig festgelegten Kriterien diagnostiziert werden kann.

Wissenschaftler vom Penn State Medical Center in Hershey wollten mehr über die Krankheit und dessen Zusammenhänge erfahren und werteten zahlreiche Studien, die bisher zu diesem Thema veröffentlicht wurden, aus.

Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass die ungünstigen gesundheitlichen Folgen oftmals erst zehn Jahre nach der Brustimplantation aufgetreten waren. Zunächst war es zu einer Ansammlung von Lymphflüssigkeit oder Zellmasse in der Nähe des Implantats gekommen. Bei anderen Trägerinnen zeigten sich Läsionen auf der Haut, Fieber, Schweißausbrüche oder Erschöpfungszustände.

Mittels Ultraschall oder MRT können entsprechende Veränderungen festgestellt werden. Es wird angenommen, dass die aufgeraute Oberfläche des Brustimplantates zu dauerhaften Entzündungsreaktionen führt und die Entstehung der Lymphome begünstigen kann.

Vitalstoffe und Ernährung

Neues zu ADHS und Omega-3-Fettsäuren: Eine hochwertige Analyse

Ein kürzlich veröffentlichtes systematisches Review mit enthaltener hochwertiger Analyse (Metaanalyse) fasste die aktuellen Erkenntnisse der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kontext mit marinen Omega-3-Fettsäuren zusammen.

Die Wissenschaftler berechneten die Gesamtwirkung der nach dem Zufallsprinzip zugeordneten und kontrollierten Interventionsstudien (RCT), die den Einfluss der marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in der Therapie von ADHS untersucht hatten. Ebenso fassten sie die Studienergebnisse zahlreicher Fall-Kontrollstudien zusammen.

Ergebnisse
Die Auswertung von sieben RCTs mit insgesamt 534 Teilnehmern ergab, dass marine Omega-3-Fettsäuren die klinischen Symptome bei ADHS deutlich (hoch signifikant) verbessern können. Die Zusammenfassung drei weiterer RCTs ergab eine deutliche (hoch signifikante) Verbesserung der Aufmerksamkeitsfähigkeit. Aus den Ergebnissen der Fall-Kontrollstudien zeigte sich, dass ADHS-Erkrankte im Vergleich zu Gesunden geringere Konzentrationen an EPA, DHA und Gesamt-Omega-3-Fettsäuren aufwiesen.

Zusammenfassung
Marine Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA, sind nach Zusammenfassung zahlreicher Studienergebnisse eine sinnvolle Therapiemaßnahme bei ADHS.

Rosenwurzwurzel-Extrakt: Hilfe bei Stress und Burnout

Die Einnahme von Rosenwurzwurzel-Extrakt verbessert die Stressresistenz und die Symptome bei einem Burn-out-Syndrom. Wissenschaftler von der medizinischen Universität Wien untersuchten in einer Vorher-Nachher-Studie (Interventionsstudie) die Wirkung von Rosenwurzwurzel-Extrakt auf die Symptome und die Stressresistenz von Burn-out-Patienten.

118 Teilnehmer erhielten über 12 Wochen einen entsprechenden Extrakt. Die Wirkung wurde anhand zahlreicher Tests und Fragebögen bewertet, die den Gefühlszustand, die Krankheitssymptome, die Stressresistenz und die Sexualfunktionen erfassten.

Ergebnisse
Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten kam es nach 12 Wochen zu einer deutlichen Verbesserung der Burn-out-Symptome. Zahlreiche Parameter verbesserten sich bereits nach einer Woche der Rosenwurzwurzeleinnahme.

Zusammenfassung
Aus Sicht der Autoren ist Rosenwurzwurzel-Extrakt eine gute Präventions- und Therapiemöglichkeit gegen das Burn-out-Syndrom.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Viel stehen oder viel sitzen. Was schadet dem Herzen mehr?

Wenn es in Sachen Herzggesundheit um gesunde Verhaltensweisen geht, so heißt es doch immer, dass permanentes Sitzen eine ungünstige Wirkung habe. Es wurde angenommen, dass insbesondere am Arbeitsplatz stehende Tätigkeiten das kardiovaskuläre Risiko weniger stark belasten würden.

Wie wirkt sich tatsächlich ständiges Stehen im Job –  beispielsweise im Einzelhandel, im Küchenbereich oder an Maschinenarbeitsplätzen – auf die Herzgesundheit aus? Dieser Frage ging ein kanadisches Institut für Arbeit und Gesundheit nach und untersuchte die Beeinflussung der Körperhaltung am Arbeitsplatz auf das Herzerkrankungsrisiko.

Für die Dauer von 12 Jahren wurden über 7.000 Arbeitnehmer beobachtet und auf ihre Herzgesundheit untersucht. Zu Beginn der Studie hatten sie ein Alter von 35 Jahren.

Nach dem Beobachtungszeitraum wurde bei 4,6 % der Männer und 2,1 % der Frauen die Vermutung bestätigt, dass dauerhaftes Stehen noch ungünstiger ist als Sitzen. Sie erhielten eine entsprechende schlechte Diagnose zu ihrer Herzgesundheit. Demnach ist das Risiko einer kardiovaskulären Herzerkrankung bei einer stehenden Berufstätigkeit im Vergleich zur sitzenden um das Doppelte erhöht.

Wenn sich stehende, sitzende und gehende Tätigkeiten am Arbeitsplatz abwechseln, so profitieren lediglich die Männer davon. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, welche Art von Berufen ausgeübt werden. Bei den Männern sind es üblicherweise eher Arbeitsplätze an Maschinen, während die Frauen hierbei eher Pflegeberufe ausüben. Letztere könnten aufgrund ihrer Inhalte für eine höhere Beanspruchung des Herzens verantwortlich sein, so die Studienautoren.

Grundsätzlich sei es zu begrüßen, auf einen möglichen Wechsel von stehenden und sitzenden Tätigkeiten am Arbeitsplatz zu achten, um bis ins hohe Alter von einer guten Herzgesundheit zu profitieren.

Walnüsse für gesunde Gefäße

Wenn es um ein gesundes langes Leben geht, spielt die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems eine große Rolle. Der Cholesterinspiegel nimmt hierbei bekanntlich eine sehr wichtige Rolle ein. Wie könnte die aktuelle Nachricht aus der Forschung, dass Walnüsse den Cholesterinspiegel senken können, nicht passender sein als jetzt zur Weihnachtszeit, wo uns Nüsse & Co. besonders gut schmecken?

Dass ein regelmäßiger Genuss von Walnüssen einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel in unserem Körper haben und den Spiegel des schlechten LDL-Cholesterins senken können, ist bereits vor drei Jahren bestätigt worden.

Jetzt hat eine weitere Studie bewiesen, dass diese wünschenswerte Eigenschaft auch dann erhalten bleibt, wenn die Betroffenen eine Handvoll Walnüsse pro Tag essen, unabhängig davon, ob sie im Gegenzug auf andere Nährstoffe verzichten. Demnach ist allein der Walnussverzehr ausschlaggebend für die Senkung des Cholesterinspiegels.

200 Männer und Frauen mit durchschnittlichem Alter von 63 Jahren wurden in vier Gruppen unterteilt. Alle gesunden und nichtrauchenden Studienteilnehmer bis auf die Kontrollgruppe verzehrten für die Dauer von zwei Monaten täglich 43 g Walnüsse. Während eine Gruppe in der Zeit möglichst keine Kohlenhydrate zu sich nahm, die zweite Gruppe auf Fett verzichtete, versuchte die dritte Gruppe möglichste beide Nährstoffgruppen zu meiden.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der bekannte cholesterinsenkende Effekt der Walnuss in allen drei Gruppen eintrat, unabhängig vom Verzicht auf Kohlenhydrate oder Fette. Die Blutwerte des schlechten Cholesterins konnten auf diese Weise um etwa fünf Prozent herabgesetzt werden.

Wer sich diesen gesundheitsfördernden Effekt zu Nutze machen möchte, aber die Walnüsse nicht gerne pur knabbert, der kann sie auch einer Speise untermischen. Die cholesterinsenkende Eigenschaft der Walnuss bleibt dennoch erhalten.