Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Viele junge Onkologen vom Burnout betroffen? // Pilzinfektion bei Trägern von Kontaktlinsen // Interdentalraumhygiene // Bessere Krebsprognose durch Sport? // Skiverletzungen – oft sind schlecht eingestellte Bindungen die Ursache // Melanom – OP nicht hinauszögern // Einen schönen Teint dank Smoothies? // Frucht-Polyphenole beschleunigen Muskelregeneration // Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL): Vitalstoffe optimieren Therapieerfolg // Kaffee – für ein gesundes langes Leben?! // Kaffee – für ein gesundes langes Leben?!

Gesundheit und Prävention

Viele junge Onkologen vom Burnout betroffen?

Immer mehr Menschen und Teilnehmer des täglichen Berufslebens haben mit einem Burnout zu tun. Um bei einzelnen Berufsgruppen nähere Informationen dazu zu erhalten, untersuchte die  European Society for Medical Oncology (ESMO) die Häufigkeit des Burnout-Syndroms bei Onkologen der jüngeren Generation und kam zu einem besorgniserregenden Ergebnis.

Über 700 europäische Onkologen im Alter von maximal 40 Jahren nahmen an einer schriftlichen Befragung zu diesem Thema teil. Neben informationen zum Lebensstil und zur beruflichen Aktivität wurden auch Angaben bezüglich eines möglichen Burnouts gesammelt. Bei der Hälfte der Fragebögen, die am Ende ausgewertet werden konnten, handelte es sich bei den Absendern um medizinische Onkologen, die noch in der Ausbildung standen.

Das Ergebnis war erschreckend, denn nahezu 70 % der befragten Mediziner zeigten eindeutige Hinweise auf ein bereits vorhandenes Burnout-Syndrom. Am häufigsten waren Mediziner in zentraleuropäischen Ländern und am wenigsten solche aus den nordeuropäischen Ländern betroffen. Die Häufigkeit der Betroffenen waren bei den Männern und den Frauen ähnlich.

Etwa ein Fünftel von ihnen hatte bereits medizinische Beratung aufgrund ihres Burnouts eingefordert.

Es ist anzunehmen, dass die Zahlen in anderen nicht nur medizinischen Berufskreisen vergleichbar sind. Betroffen sind vor allem Personen, die an oder mit anderen Menschen arbeiten oder bei denen ein hoher Leistungsdruck herrscht.

Pilzinfektion bei Trägern von Kontaktlinsen

Immer mehr Menschen tragen Kontaktlinsen. Diese Sehhilfen werden zunehmend von jungen Betroffenen bevorzugt, doch wie eine aktuelle Studie jetzt bestätigt hat, bergen insbesondere die weichen Linsen neben den zahlreichen Vorteilen auch ein gesundheitliches Risiko, wenn sie nicht ordnungsgemäß gehandhabt werden.

Entsprechende Meldungen seitens der Augenärzte an das Nationale Register für Pilzkeratitiden (Hornhaut-Infektionen durch Pilze) zeigen, dass Hornhaut-Infektionen durch Pilze eine besonders ernst zu nehmende Erkrankung sind.

Bei einer solchen Infektion kommt es am Auge zu starken Schmerzen bei abnehmender Sehleistung. Schlägt eine entsprechende medikamentöse Therapie nicht an, weil mittlerweile viele Erreger resistent gegenüber den Medikamenten sind, kann es zu gefährlichen Langzeitfolgen kommen und schlimmstenfalls eine Transplantation der Hornhaut oder weitere Operationen notwendig machen

Wissenschaftler der Universität Würzburg betonen, dass insbesondere weiche Kontaktlinsen die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen, da sie direkt ohne Flüssigkeitsfilm auf dem Auge liegen und weniger vom Tränenfilm umspült werden. Pilze haben es da leichter, sich zu vermehren. Die harten Linsen hingegen haften auf dem Flüssigkeitsfilm im Auge und werden somit regelmäßig von einer säubernden Flüssigkeit umgeben.

Für eine möglichst geringe Infektionsgefahr wird empfohlen, auf eine umfassende Hygiene zu achten. Die Hände sollten vor dem Kontakt der Linsen gewaschen sein, ebenso wie die Kontaktlinsen selbst, bevor sie ins reinigende Bad und ins Auge gesetzt werden. Die Lösung zur Aufbewahrung sowie die Spülflüssigkeit dürfen nur einmalig genutzt werden.

Ebenso sollte ein gefüllter Aufbewahrungsbehälter nicht an warmen Orten stehen. Zwischenzeitig muss der Behälter zur Aufbewahrung ausgiebig trocken sein, um ein mögliches Ausbreiten von Keimen zu vermeiden. Nicht zuletzt sollten die Träger darauf achten, dass die vorgeschriebene Höchst-Tragedauer der Linsen nicht überschritten wird.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Interdentalraumhygiene

Unter Interdentalraumhygiene versteht man Mundhygienetechniken, die auf die schwerer zu reinigenden Interdentalräume (Approximalräume, Zahnzwischenräume) abgestimmt sind, welche von der elektrischen oder Handzahnbürste nicht erfasst werden.

Um die Zähne lebenslang gesund und frei von Karies und Zahnfleischerkrankungen zu halten, sind die wesentlichen Faktoren einer optimalen Basis-Mundhygiene zunächst einmal:

  • zweimal täglich die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpaste
  • die Wahl einer effizienten Zahnbürste
  • die richtige Anwendung einer effizienten Putztechnik im gesamten Gebiss, also auch an schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen und den Bereichen hinter den letzten Molaren (den großen Backenzähnen).

Im individuellen Fall reichen diese Basismaßnahmen meist nicht aus. Um der Entstehung von Approximalraumkaries (Zahnzwischenraumkaries) und parodontalen Taschen (krankhaft entzündeten Zahnfleischtaschen mit Knochenabbau) effektiv vorzubeugen, muss die Basishygiene um zusätzliche Hilfsmittel für die Interdentalraumhygiene erweitert werden.

Indikationen (Anwendungsgebiete)
Der Einsatz von Mundhygienehilfsmitteln zur Ergänzung der Basismaßnahmen empfiehlt sich immer dann, wenn die Zähne ohne Lücken stehen. Da der Zahnbogen üblicherweise ohne Lücken ausgeformt ist, bedeutet dies, dass die überwiegende Mehrzahl der Menschen täglich zu Hilfsmitteln greifen sollte, die die Effektivität der Interdentalhygiene (Zahnzwischenraumhygiene) steigern.

I. Zahnseide
Die Zahnseide dient der Reinigung enger Interdentalräume (Approximalräume, Zahnzwischenräume), die vollständig von der Interdentalpapille (dreieckförmiger Zahnfleischbereich zwischen den Zähnen) ausgefüllt sind, so dass die Verwendung eines Interdentalbürstchens nicht möglich ist.

Sie wird einmal täglich verwendet, um Nahrungsreste und Plaque (bakteriellen Zahnbelag) in den Interdentalräumen zu lockern und zu entfernen, da diese Engstellen auch bei einer effizienten Putztechnik mit der Zahnbürste nicht vollständig zu erreichen sind.

Aus diesem Grunde stellen die Approximalräume eine so genannte Prädilektionsstelle für die Kariesentstehung dar: gerade zwischen den Zähnen bildet sich bevorzugt Karies, die hier als Approximalkaries (Zahnzwischenraumkaries) bezeichnet wird.

Auch die Interdentalräume des Milch- bzw. Wechselgebisses müssen bereits gereinigt werden. Dies bedeutet: Eltern, die ja angehalten sind, die Zähne ihrer Kinder bis ins Schulalter hinein nachzuputzen, sollten bereits routinemäßig einmal täglich Zahnseide zur Zahnzwischenraumreinigung der kindlichen Sechs-Jahr-Molaren verwenden.

Zahnseide ist in verschiedenen Varianten im Handel erhältlich:

  • glatt gewachst
  • glatt ungewachst
  • flauschig: ein Anhaften der Beläge an der Zahnseide wird begünstigt, sie ist jedoch nur schwer über sehr enge Kontaktpunkte zu bewegen.
  • mit verstärktem Ende (Superfloss®): zum Einfädeln z. B. unter Brückengliedern (Mittelteil einer Brücke), verblockten (miteinander verbundenen) Kronen, Stegen oder Geschieben
  • mit Fluoriden beschickt
  • auf kleine Träger aufgezogen zur leichteren Handhabung (z. B. Oral B Flossette®)

Das Verfahren

  • Ein ca. 40 cm langes Stück Zahnseide  wird zunächst um beide Mittelfinger gewickelt, so dass ein Verrutschen oder Nachgeben nicht mehr möglich ist und ein ca. 10 cm langes Mittelstück verbleibt.
  • Dieses wird gespannt und in den Zahnzwischenraum eingeführt, wobei es mit Gefühl über den Kontaktpunkt (Berührungspunkt der Zähne) bewegt werden muss, um eine Verletzung der Interdentalpapille zu vermeiden.
  • Unterhalb des Kontaktpunktes wird die Seide, nach wie vor gespannt, mit leichten Bewegungen auf und ab geführt – keine Sägebewegungen!
  • nach jedem Zahnzwischenraum die Zahnseide unter fließend Wasser reinigen, ggf. ein neues Stück verwenden, um eventuell vorhandene Keime und Bakterien nicht in andere Bereiche zu verschleppen.

II. Interdentalbürstchen
Interdentalbürsten (Zahnzwischenraumbürstchen) sind das Mittel der Wahl zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Selbst bei jugendlichen Erwachsenen bieten die Zahnzwischenräume meist genügend Platz, um ein Interdentalbürstchen mit geringem Durchmesser zu verwenden.

Hierfür muss nicht zwingend ein Rückgang der Interdentalpapille vorliegen. Das bedeutet, dass auch bei parodontal gesunden Zähnen (mit gesundem Zahnhalteapparat) Zahnzwischenraumbürstchen verwendet werden können und sollten.

Zahnzwischenraumbürstchen stehen von etlichen Herstellern in aufsteigenden ISO-Größen zur Verfügung und werden wie Zahnseide einmal täglich verwendet.

Die Bürstchen müssen häufiger als die Zahnbürste ausgetauscht werden, da sie, besonders beim Anfänger, leicht verbiegen und danach schwieriger zu handhaben sind. Ihre Lebensdauer beträgt ca. 14 Tage.

Das Verfahren

  • Das Bürstchen wird ohne Zahnpaste in horizontaler Richtung in den Zahnzwischenraum eingeführt. Bei den vorderen Backenzähnen empfiehlt sich das Einführen von bukkal (von der Wangenseite der Zähne aus), während bei den letzten Backenzähnen ggf. von oral (von der Zungenseite aus) gearbeitet werden muss.
  • Wird das Bürstchen schräg eingeführt, kann die Zahnfleischtasche verletzt werden.
  • Das Bürstchen wird einige Male vorsichtig horizontal hin und her bewegt.
  • Liegt eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) vor, so wird das Zahnfleisch u. U. zu Beginn der Anwendung mit einer Blutung reagieren. Nach wenigen Tagen wird sich die Gingivitis zurückgebildet haben. Sollte das Bürstchen nun leichter gängig sein, ist die Ursache hierfür kein pathologischer (krankhafter) Zahnfleischrückgang, sondern der Rückgang der entzündungsbedingten Zahnfleischschwellung.
  • Nach jedem Zwischenraum wird das Bürstchen unter fließendem Wasser gereinigt. Bei starker Verschmutzung sollte der letzte Zwischenraum nochmals gereinigt werden.

III. Zahnhölzchen
Zahnhölzchen dienen der Reinigung von Interdentalräumen, die weit offen liegen, weil die Papille (dreieckförmiger Zahnfleischbereich zwischen den Zähnen) stark zurückgegangen ist. Sie haben die Form eines Dreikants und werden wie Interdentalbürstchen von bukkal (von der Wangenseite der Zähne aus) horizontal eingeführt.

Sie zeigen im Vergleich zu Interdentalbürstchen größeren Durchmessers den Vorteil, dass sie nicht verbiegen, wohl aber brechen können. In ihrer Reinigungsleistung stehen sie den Bürstchen nach.

IV. Mundspüllösungen
Mundspülungen sollten prinzipiell nicht von Kindern im Vorschulalter benutzt werden. Mundspüllösungen zeigen ihre Wirkung weniger durch den mechanischen Spülvorgang selbst als vielmehr durch ihre Inhaltsstoffe, die durch den Spülvorgang in die Zahnzwischenräume transportiert werden:

  • Mundspülungen mit Chlorhexidin senken die Bakterienzahl im Mund und werden zur Behandlung bei Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) eingesetzt. Sie sind in akuten entzündlichen Phasen, nicht aber zur täglichen Ergänzung der Mundhygiene indiziert.
  • Fluoridhaltige Mundspülungen dienen der Kariesprophylaxe. Die hierzulande gebräuchlichsten Fluoridverbindungen sind Natrium-, Zinn- und Aminfluorid. Fluoride wirken in mehrfacher Hinsicht kariesprotektiv:
    • sie fördern die Remineralisation (Einbau von Mineralstoffen) der Zahnsubstanz,
    • verringern deren Säurelöslichkeit,
    • bilden eine für die Remineralisation wichtige Calciumfluorid-Deckschicht auf der Zahnoberfläche,
    • hemmen den bakteriellen Zuckerabbau und hemmen die Anhaftung der Bakterien an die Zahnoberfläche.
  • Spüllösungen gegen Halitosis (Mundgeruch) neutralisieren die geruchsbildenden Schwefelverbindungen (z. B. Zinnlaktat in Meridol® Halitosis Mundspülung) und wirken durch die enthaltenen Fluoride antibakteriell.
  • Mundspülungen gegen empfindliche Zahnhälse wirken schmerzlindernd durch Kaliumsalze und mechanischen Verschluss der offenen Dentinkanälchen im Zahnhalsbereich.

Sport

Bessere Krebsprognose durch Sport?

Wer sich regelmäßig körperlich bewegt, tut bekanntermaßen seiner gesundheitlichen Gesamtverfassung etwas außerordentlich Gutes und trägt zur Vorbeugung vieler Krankheiten bei. Auch im Rahmen der Krebsvorsorge ist ein entsprechend guter Lebensstil sehr hilfreich.

Bisher mangelte es an kontrollierten Studien, welche Aufschluss über den direkten Zusammenhang beziehungsweise die speziellen Mechanismen geben, die dem positiven gesundheitlichen Effekt des Sports zugrunde liegen. Wichtige Erkenntnisse dazu lieferte jetzt ein britisch-amerikanisches Wissenschaftler-Team, welches die bereits verfügbaren Studien zu diesem Thema auswertete.

Sie gaben folgende indirekte Faktoren an, die eine regelmäßige sportliche Aktivität auf die gesundheitliche Gesamtverfassung und damit auf die Krebsvorbeugung ausübe. Demnach verändert sie den Vitamin-D-Spiegel positiv, reduziert das Körpergewicht und verbessert die Stimmung auch durch zusätzliche Aufenthalte unter Tages- beziehungsweise Sonnenlicht.

Direkte Faktoren in der Vorbeugung von Krebs, die von regelmäßiger körperlicher Aktivität ausgehen, seien eine wünschenswerte Wirkung auf das Wachstum und die Differenzierung von Zellen, die Beeinflussung von Reparaturmechanismen der DNA, die Reduzierung von schädigendem oxidativen Stress sowie positive Einflüsse auf den Hormonhaushalt, das Immunsystem und auf den Energie- und Insulinstoffwechsel.

Nicht zuletzt seien auch direkte Schutzmechanismen bei chronischen Entzündungsprozessen beobachtet worden. Es wird vermutet, dass es zahlreiche weitere positive Einflüsse gibt, die direkt und indirekt von einer regelmäßigen sportlichen Aktivität ausgehen. Um diese zu belegen, stehen weitere Studien an.

Skiverletzungen – oft sind schlecht eingestellte Bindungen die Ursache

Knieverletzungen beim Skifahren treten bei Frauen fast doppelt so häufig auf wie bei Männern. Laut Aussage von Sportwissenschaftlern aus Innsbruck liegt das nicht an dem mangelnden Können der Skifahrerinnen, sondern zu einem großen Anteil an falsch eingestellten Skibindungen an den weiblichen Füßen.

Vor diesem Hintergrund raten die Wissenschaftler, die aktuell weisende ISO-Norm für Skibindungen in zwei geschlechtsspezifische Normen aufzuteilen. Im Rahmen einer Studie konnte belegt werden, dass Knieverletzungen bei Hobbyskifahrern zu 60 bis 90 % auf falsch eingestellte Skibindungen zurückzuführen sind.

Im Einzelnen hatte das zur Folge, dass sich die Bindungen bei einem Sturz nicht ordnungsgemäß öffnen konnten, um Verletzungen möglichst zu vermeiden. Bei Frauen lag die Quote, dass sich die Bindungen nicht öffneten, um 20 % höher als bei den Männern.

Die Experten bemängeln, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Aufstellung der ISO-Norm nicht ausreichend berücksichtigt werden. Diese Unterschiede in beispielsweise Muskelaufbau, Muskelkraft, prozentuellem Fettanteil, Gelenkigkeit des Knies und Festigkeit des Kreuzbandes führten dazu, dass Frauen durch diese Norm verletzungstechnisch eindeutig benachteiligt sind.

Zudem sei ein unterschiedliches Fahrverhalten der beiden Geschlechter in der Bindungseinstellung der Skier meistens nicht berücksichtigt.

Beauty und ästhetische Medizin

Melanom – OP nicht hinauszögern

Sobald ein Melanom der Haut eindeutig festgestellt wird, sollte nicht zu lange mit der operativen Entfernung gewartet werden. Insbesondere im Frühstadium macht sich eine baldige Operation positiv bemerkbar, da eine Hinauszögerung möglicherweise die Sterberate der Betroffenen erhöhen könnte.

Zu diesem Ergebnis kamen US-amerikanische Wissenschaftler, welche die Daten von über 153.200 Melanom-Patienten näher analysierten. Es handelte sich dabei um Befunde, die über mehrere Jahre lang von etwa jedem zweiten US-Melanompatienten im sogenannten National Cancer Database-Register gesammelt wurden.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass sich bei Betroffenen, bei denen erst frühestens drei Monate nach der Diagnose das Melanom entfernt wurde, ein höheres Sterberisiko zeigte als bei denjenigen, bei denen die Operation innerhalb des ersten Monats erfolgte.

Insbesondere im Frühstadium der Erkrankung macht sich vor diesem Hintergrund schnelleres Handeln bemerkbar. Wird das Melanom im Stadium I erst zwei bis drei Monate später entfernt statt direkt nach einem Monat, so komme es zur Erhöhung des Sterberisikos um 16 %. Dieser Wert steige sogar noch mehr an, sofern die Operation erst nach den drei Monaten erfolge, so die Studienautoren.

Interessanterweise scheint sich eine Verzögerung der Operation bei Patienten mit einem entsprechenden Hautkrebs des Stadiums II und III nicht signifikant auf die Sterberate auszuwirken. Daher sei es vor allem im frühen Erkrankungsstadium wichtig, schnell zu handeln.

Einen schönen Teint dank Smoothies?

Carotinoide aus rotem, orangefarbenem oder gelbem Obst sowie Gemüse haben bekanntermaßen gesundheitsförderndes Potential. Ihre antioxidativen Eigenschaften, die Fähigkeiten, das Immunsystem zu stärken und ihr Schutzpotential vor UV-bedingten Schädigungen der Haut sind nur einige Beispiele, warum die Carotinoide auch in Form von Nahrungsergänzungen erfolgreich angeboten werden.

Bekannt ist auch, dass Carotinoide in supplementierter Form bei konsequenter Einnahme zu einer gelblichen Färbung der Haut führen können. Vor diesem Hintergrund stellten sich Wissenschaftler die Frage, ob auch ein regelmäßiger Verzehr von den derzeit stark nachgefragten Smoothies mit einem hohen Anteil an natürlichen Karotinoiden denselben Effekt auf die Hautfärbung einnehmen könnte?

Für die Herstellung von Smoothies werden frische Obst- und Gemüsesorten püriert und in Form von Direktsaft angeboten. Gesunde Studienteilnehmer erhielten im Rahmen einer malaysischen Studie für die Dauer von eineinhalb Monaten täglich einen halben Liter Wasser oder die entsprechende Menge eines Smoothies, das aus Karotten und weiteren Frucht- und Gemüsesorten hergestellt wurde. Durchschnittlich erhielten diese Teilnehmer folglich täglich etwa 28 mg Carotinoide zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung.

Im Ergebnis zeigte sich, dass man bei der Gruppe der Smoothie-Trinker nach etwa einem Monat eine erhöhte Gelbfärbung der Haut erkennen konnte im Vergleich zu den Wasser-Trinkern. Zusätzlich erhöhte sich teilweise auch die Rotfärbung der Haut.

Da die Färbung etwa so lange anhielt, wie entsprechendes pürriertes Obst und Gemüse getrunken wurde, kann vor allem jetzt in der trüben, sonnenarmen Jahreszeit den Liebhabern eines rosigen Teints empfohlen werden, täglich ausreichend Obst und Gemüse mit hohem Carotinoid-Gehalt zu verzehren.

Vitalstoffe und Ernährung

Frucht-Polyphenole beschleunigen Muskelregeneration

Sportliche Aktivitäten mit hoher Intensität erzeugen Muskelschmerzen (Muskelkater), die bis zu einer Woche andauern können. Die tägliche Einnahme von Frucht-Polyphenolen zeigte in einer Interventionsstudie an aktiven Sportlern eine verbesserte Regenerationsfähigkeit und eine Reduktion der Muskelschmerzen.

13 Sportler nahmen in einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Interventionsstudie über 5 Tage täglich ein Frucht-Polyphenol-Supplement oder ein Placebo ein. Die Wash-out Phase betrug drei Wochen.

Ergebnisse
Die Einnahme von Frucht-Polyphenolen verzögerte die Wahrnehmung von Muskelschmerzen innerhalb der ersten 24 Stunden nach Trainingseinheiten signifikant. Der geringer wahrgenommene Muskelschmerz korrelierte mit einer gleichzeitigen Abnahme klassischer Biomarker struktureller Muskelverletzungen. Myoglobin, Kreatinin und die Kreatin-Kinase wurden während der gesamten Regenerationsphase des Muskels in geringerem Umfang freigesetzt.

Zusammenfassung
Frucht-Polyphenole können das Training von Sportlern durch eine verbesserte Regenerationsfähigkeit des Muskels unterstützen.

Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL): Vitalstoffe optimieren Therapieerfolg

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist die häufigste Lebererkrankung weltweit. Eine mediterrane Ernährung gilt als wirkungsvolle ernährungsmedizinische Therapiemöglichkeit. Eine Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nutrients, untersuchte den zusätzlichen Nutzen eines Supplements, das unter anderem ein Mariendistel-Extrakt enthielt. Insgesamt 50 übergewichtige Teilnehmer mit NAFLD nahmen an der sechsmonatigen Studie teil.

Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt und ernährten sich entweder auf Basis einer hypokalorischen und mediterranen Kost (Gruppe A) oder erhielten zusätzlich täglich ein Supplement mit Vitalstoffen, insbesondere Mariendistel-Extrakt (Gruppe B). Eine dritte Gruppe diente als Vergleichsgruppe (Gruppe C). Die Teilnehmer der Gruppe behielten ihre Essgewohnheiten bei.

Ergebnisse
Die Teilnehmer der Gruppe A und B hatten nach sechs Monaten verbesserte Parameter der Körper-Maße (anthropometrisch), eine bessere Zusammensetzung der Blutfettwerte und eine Abnahme der Verfettung und Verhärtung der Leber. Die Einnahme der Vitalstoffe verbesserte zusätzlich zur mediterranen Ernährung deutlich (signifikant) die Insulinsensitivität und die anthropometrischen Parameter.

Zusammenfassung
Antioxidativ wirksame Vitalstoffe wie beispielsweise Mariendistel-Extrakte können den Therapieerfolg bei NAFLD verbessern.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Kaffee – für ein gesundes langes Leben?!

Immer wieder gerät der Genuss von Kaffe in die Kritik, weil der beliebte Wachmacher einen scheinbar schlechten Einfluss auf die Gesundheit seiner Liebhaber habe. Eine Metaanalyse, in der über 200 Studien zum Thema Kaffee ausgewertet wurden, kam jetzt  zu dem Ergebnis, dass drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag der Gesundheit durchaus dienlich sein können.

Einige Ergebnisse deuten sogar darauf hin, dass ein moderater Kaffeegenuss zu einem langen Leben beitragen könne.

Wissenschaftler der Universitäten in Southhampton und Edinburgh fanden unter anderem eindeutige Hinweise darauf, dass es bei Menschen mit einer täglichen Kaffee-Trinkmenge von drei bis vier Tassen durchaus zu einer Reduzierung einiger Gesundheitsrisiken im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern kommen kann.

Dieses Ergebnis zeigte sich in Bezug auf Erkrankungen der Leber, des Herzens und der Gefäße am eindeutigsten: Das Risiko für eine nichtalkoholische Fettleber konnte bei den Kaffetrinkern um 29 % reduziert werden. Die Gefahren für eine Leberfibrose reduzierte sich um 27 % und das Risiko, eine Leberzirrhose zu entwickeln, nahm um 39 % ab. Das Risiko, von einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems betroffen zu sein, reduzierte sich bei dem genannten Kaffeekonsum um 15 % und die Gefahr eines Schlaganfalls nahm um 20 % ab.

Ähnliche positive Eigenschaften zeigte der Kaffeekonsum auch bei der Vorbeugung von Krebs. Insbesondere bei Krebserkrankungen der Prostata, der Leber, der Gebärmutterschleimhaut oder beispielsweise bei einer Leukämie-Erkrankung zeigte der Genuss von Kaffee eine risikoreduzierende Eigenschaft.

Auch die Wahrscheinlichkeit, an einem Diabetes-Typ-2 zu erkranken, nahm bei den Kaffeetrinkern um bis zu 30 % ab. Weitere positive Auswirkungen des Kaffees auf andere Erkrankungen, die verstärkt auch mit zunehmendem Alter auftreten, konnten von den Wissenschaftlern belegt werden. So kommt es zu Aussagen, dass bei den Kaffeetrinkern das Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben, um 30 % reduziert werden könnte im Vergleich zu den Nicht-Kaffeetrinkern.

Die Forscher weisen darauf hin, dass Schwangere nach wie vor auf den Genuss von Kaffee verzichten sollten. Zusätzliche Studien seien notwendig, um genauere Aufschlüsse über das Zusammenspiel von Kaffeekonsum und dessen gesundheitlicher Auswirkungen zu erhalten.

Kaffee – für ein gesundes langes Leben?!

Hoher Obstverzehr im Jugendalter schützt vor Brustkrebs im fortgeschrittenen Alter

Eine ballaststoffreiche Kost mit viel Obst ist bekanntlioch sehr vorteilhaft für die Gesundheit, insbesondere wohl auch zur Vorbeugung von Krebserkrankungen. US-amerikanische Wissenschaftler kamen jetzt zu dem Ergebnis, dass Frauen, die in ihrer Jugend viel Obst verzehrt hatten, im Alter ein deutlich reduziertes Risiko für ein Mammakarzinom hatten.

Die Daten von etwa 90.000 Frauen gingen in die sogenannte Nurses‘ Health Study II ein. In Fragebögen gaben die Frauen in wiederkehrenden Zeiträumen Auskünfte über ihr Essverhalten im Jugendalter und im mittleren Lebensalter an, insbesondere bezüglich ihres Obst- und Gemüseverzehrs. Nach einem über 20-jährigen Beobachtungszeitraum trat bei einigen Frauen eine Brustkrebserkrankung auf.

Die Wissenschaftler versuchten bei den Betroffenen Rückschlüsse bezüglich des Krebserkrankungsrisikos und des früheren Obstverzehrs zu ziehen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Obstverzehr und einem Mammakarzinom-Risiko bestand: Die Frauen, die in jungen Jahren am meisten Obst verzehrten, das heißt bis zu drei Portionen pro Tag, profitierten von einem um 25 % reduzierten Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken im Vergleich zu denjenigen, die Jahre zuvor maximal eine halben Portion Obst täglich verzehrten.

Interessanterweise war ein entsprechender positiver Effekt durch den früheren häufigen Verzehr von Gemüse nicht zu beobachten, so die Wissenschaftler. Auch der Genuss von Fruchtsäften schien in diesem Zusammenhang keine krebsvorgeugende Funktion auszuüben.

Die langjährige positive Eigenschaft des hohen Obstverzehrs scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass insbesondere im heranwachsenden Alter zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein die Anfälligkeit für karzinogene Einflussfaktoren erhöht ist.

Werden daher in dieser Lebensphase hohe Gehalte an bioaktiven Substanzen in Form von Obst aufgenommen, so könne die Entwicklung des Brustgewebes vor dem Hintergrund eines möglichen Krebsrisikos in späteren Jahren positiv beeinflusst werden. Die Studienautoren verweisen insbesondere auf einen hohen wünschenswerten Verzehr von Trauben, Äpfeln und Bananen im Jugendalter.

Da ähnliche Studienergebnisse auch bezüglich der Vorbeugung von Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, zeigt dieses Ergbenis weider einmal, wie wichtig es für ein gesundes langes Leben ist, bereits im jungen Alter auf eine obst- und gemüsereiche Kost zu achten.