Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Die Deutschen essen am liebsten und am meisten zu Abend // Ballaststoffreiche Kost gegen chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen // Dentale Erosionen // Chronische Schmerzen bei übergewichtigen Teenies // Diabetes und Bewegung – mehr Sport und weniger Sitzen! // Nagelkosmetik – Können Gelnägel eine Nesselsucht auslösen? // Bremst oder fördert Vitamin D die Hautalterung? // Asthma: Vitamin D kann helfen // Probiotika helfen bei Übergewicht // Sterblichkeit durch Diabetes hierzulande höher als angenommen // Herzinfarkt-Symptome – Ältere Frauen kommen am spätesten in die Notaufnahme

Gesundheit und Prävention

Viele junge Onkologen vom Burnout betroffen?

Um herauszufinden, wie viel die Menschen hierzulande täglich im Durchschnitt essen und vor allem, wie sie ihre Mahlzeiten auf den Tag verteilen, wurde das Essverhalten von 662 deutschen Erwachsenen über drei Jahre festgehalten und analysiert. Auch vor dem Hintergrund einer möglichst gesunden Ernährung wurde interpretiert, inwieweit ihr Essverhalten den gängigen Empfehlungen entspricht.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass sich das Essverhalten bei beiden Geschlechtern und bei unterschiedlichen Altersgruppen unterscheidet. Demnach haben die Frauen ein anderes Essmuster als die Männer. Außerdem isst die ältere Generation anders als die jüngere. Zudem unterscheidet sich das Essverhalten zwischen den übergewichtigen und den eher untergewichtigen Personen, wie man annehmen konnte.

Interessanterweise legen aber alle Deutschen den größten Wert auf die Mahlzeit am Abend.
Im internationalen Vergleich liegen die Deutschen bezüglich der Ausgewogenheit ihrer Speisenauswahl im Mittel. Mengenmäßig nehmen sie im Durchschnitt zwischen 1.900 und 2.500 kcal zu sich.

In allen Alters- und Geschlechtsgruppen zeigte sich das Drei-Mahlzeiten-Muster. Es gab also Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie zwischendurch einen Snack. Auffällig war hierbei jedoch, dass insbesondere in der jüngeren Generation (Alter zwischen 18 bis 35 Jahren) die Mahlzeiten eher ineinander verschwommen sind. Sie nimmt ihre Mahlzeiten unregelmäßiger zu sich und legt die größte Betonung, auch hinsichtlich der verzehrten Kalorienmenge, auf das Abendessen.

Auch in den höheren Altersklassen wurde eine Großteil der Kalorien mit der Abendmahlzeit aufgenommen. Diese eher ungesunde Gewichtung konnte insbesondere bei übergewichtigen Teilnehmern gemessen werden. Eine kleine Gruppe scheint als Ausnahme zu gelten und sich hinsichtlich der Mahlzeiten-Verteilung gesünder zu verhalten: Frauen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren gelingt es, abends nicht mehr Kalorien zu sich zu nehmen als zu den anderen beiden Hauptmahlzeiten.

Ballaststoffreiche Kost gegen chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen

Unsere allgemeine Gesundheit lässt sich durch eine gesunde Ernährungsweise nachweislich steigern. Nicht nur durch die Gesamtheit einer ausgewogenen Kost, sondern auch durch die Eigenschaften deren spezieller Inhaltsstoffe kommt es zur Gesundheitsvorsorge und Krankheitsvorbeugung.

Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben in diesem Zusammenhang belegen können, dass Ballaststoffe nicht nur für eine gesunde Darmflora und Darmfunktion verantwortlich sind, sondern unter anderem eine Arthritis positiv beeinflussen und die Knochen stärken kann.

Wichtiger Dreh- und Angelpunkt dieser wünschenswerten Eigenschaften sind viele Bakterien im menschlichen Darm. Sie bauen die Ballaststoffe ab, damit sie von unserem Körper aufgenommen werden können. Bei diesem Prozess bilden sich unter anderem kurzkettige Fettsäuren, die weitere körpereigene Funktionen positiv beeinflussen.

Die Forscher bestätigten, dass vor allem die so gebildeten Fettsäuren Propionat und Butyrat entzündungshemmende und immunsystemstärkende Eigenschaften haben. Zudem seien sie als natürlicher Bestandteil von Gelenkflüssigkeit besonders vorteilhaft für die gute Funktion der Gelenke.

Nach längerem Verzehr einer ballaststoffreichen Kost ließen sich erhöhte Konzentrationen der Fettsäure Propionat im Knochenmark messen. Dies führte dazu, dass der Knochenabbau gebremst werden konnte, weil die Anzahl der dazu erforderlichen Zellen dadurch abgenommen hatte.

Weitere Forschungen sind notwendig, um diesen Ansatz für die Aufstellung entsprechender Behandlungsmethoden bei Arthrose und Osteoporose verwenden zu können. Fest steht, dass der regelmäßige Verzehr von Ballaststoffen in Form von Müsli oder Obst und Gemüse wichtig ist für die gesunde Darmflora und deren wünschenswerter Stoffwechselprozesse.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Dentale Erosionen

Wenn die Zähne in Kontakt mit Säuren kommen und es daraufhin zu einem oberflächlichen Verlust an Zahnhartsubstanz kommt, spricht man von sogenannten dentalen Erosionen (ICD-10: K03.9 – Krankheit der Hartsubstanz, nicht näher bezeichnet).

Bei den Säuren handelt es sich entweder um endogene (körpereigene) Säuren oder exogene (körperfremde) Säuren. Dieser Prozess läuft ohne die Beteiligung von Bakterien ab, also anders als bei Karies oder Parodontitis.

Normalerweise besteht in der Mundhöhle ein Gleichgewicht zwischen Demineralisation und Remineralisation des Zahnschmelzes. Wird dieses Gleichgewicht zugunsten der Demineralisation gestört, kommt es zum Auftreten erosiver Zahnhartsubstanzveränderungen.

Erosionsindex (nach Lussi et.al.):

  • Grad 0 – Keine Erosion
  • Grad 1 – oberflächlicher Schmelzverlust
  • Grad 2 – auf weniger als der Hälfte der Zahnoberfläche freiliegendes Dentin
  • Grad 3 – auf mehr als der Hälfte der Zahnoberfläche freiliegendes Dentin

Symptome – Beschwerden
Dentale Erosionen verursachen zunächst keine Beschwerden. Erst wenn so viel Zahnschmelz verloren gegangen ist, dass das Dentin (Zahnbein) frei liegt, treten Schmerzen und Temperaturempfindlichkeit auf.

Dentale Erosionen können alle Zähne betreffen. Patienten, die unter Bulimie oder Reflux leiden, weisen häufig Erosionen an den Rückseiten der Oberkieferschneidezähne auf. Im Gegensatz dazu kommt es bei Säureeinwirkung von außen eher auf den Vorderseiten der Zähne zu Erosionen.

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)
Die körpereigene Magensäure kann Erosionen verursachen, wenn Magen-Darm-Störungen mit saurem Aufstoßen oder dem Rückfluss von Magensäure (Refluxkrankheit) vorliegen. Aber auch Patienten, die an Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) leiden, weisen oftmals deutliche Erosionen im Bereich der Zähne auf.

Die häufigsten Säuren, die dem Körper von außen zugeführt werden, sind Säuren in Nahrungsmitteln und Getränken. Dazu zählen insbesondere Fruchtsäfte oder kohlensäurehaltige Getränke sowie eine einseitige stark obsthaltige Ernährung. Ein weiterer Risikofaktor ist die berufsbedingte Säureexposition.

Nahrungsmittel, die Calcium und Phosphat enthalten, wirken weniger erosiv als solche ohne diese Zusätze. Dazu zählen unter anderem Milch und Milchprodukte.

Auch der Speichel kann die Entstehung von Erosionen begünstigen, wenn seine Funktionen – unter anderem das Neutralisieren von Säuren – oder seine Zusammensetzung – Calcium und Phosphat puffern Säuren – gestört sind.

Bestimmte Medikamente können die Speichelmenge senken und so ebenfalls das Auftreten erosiver Veränderungen begünstigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Anticholinergika – Arzneimittel gegen Blasenschwäche
  • Antiemetika – Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen
  • Antihistaminika – Arzneimittel gegen Allergien
  • Antiparkinsonmittel – Arzneimittel gegen die Parkinson-Krankheit und
  • Tranquilizer (Beruhigungsmittel)

Folgeerkrankungen
Folgen von dentalen Erosionen sind schmerzempfindliche Zähne. Des Weiteren stellen die erosiven Veränderungen eine ästhetische Beeinträchtigung dar.

Diagnostik
Erosionen können mittels Blickdiagnostik festgestellt werden. Eine allgemeine Anamnese sowie eine Ernährungsanamnese geben wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache der Erosionen. Gegebenenfalls sollte ein Psychologe hinzugezogen werden, soweit der Verdacht auf Anorexia nervosa oder Bulimie besteht oder die Patienten dies selbst angeben.

Auch eine ausführliche Medikamentenanamnese sollte erfolgen, da viele Medikamente die Speichelsekretion hemmen können.

Eine Speichelanalyse gibt Hinweis darauf, ob der Speichel in seiner Menge, Pufferkapazität (die Fähigkeit, Säuren zu neutralisieren) oder Viskosität so beeinträchtigt ist, dass dies die Entstehung von Erosionen begünstigt.

Therapie

Um das Fortschreiten der Erosionen und somit den Verlust von Zahnhartsubstanz zu verhindern, muss zunächst die Ursache festgestellt und therapiert werden.

Oftmals wissen die betroffenen Patienten nicht, was die Erosionen bedingt. In diesem Fällen empfiehlt es sich, ein Ernährungstagebuch über einige Tage führen zu lassen, um einen möglicherweise häufigen Konsum säurehaltiger Nahrungsmittel und/oder Getränke aufzudecken.

Als lokale therapeutische Maßnahme empfiehlt sich die Verwendung von Fluoridprodukten. Dadurch kommt es zu einer Remineralisation im Bereich des Zahnschmelzes. Gleichzeitig bildet das Fluorid eine Schutzschicht auf der Zahnoberfläche, welche den Zahn vor Säureangriffen schützt und so mitunter das Ausmaß der Erosionen verringern kann.

Die Methode ist insbesondere bei Patienten mit nächtlichem Reflux oder Aufstoßen sinnvoll.

Bei Patienten, deren Erosionen durch Nahrungsmittel und Getränke verursacht werden, ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.

Sport

Chronische Schmerzen bei übergewichtigen Teenies

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig. In den meisten Fällen sind eine falsche Ernährung und mangelnde körperliche Bewegung die Ursache. Eine der ersten Empfehlungen zur Gewichtsreduzierung lautet daher immer, sich mehr zu bewegen und Sport zu treiben.

Für Jugendliche, die unter chronischen Schmerzen leiden, ist dieser Tipp jedoch leider nicht uneingeschränkt umsetzbar, weil sie sich bereits oftmals in einem Teufelskreis befinden: Zum einen lassen sich viele Betroffene durch bereits vorhandene Schmerzen von dem notwendigen Maß an körperlicher Bewegung abhalten.

Die Schmerzen erhöhen somit zusätzlich das Risiko für Übergewicht. Zum anderen verstärken die überflüssigen Kilos möglicherweise bereits vorhandene Schmerzen während der aktiven Bewegung.

Vor diesem Hintergrund ist es also besonders wichtig, geeignete Trainingsprogramme für betroffene Jugendliche zu finden, die möglichst ohne Schmerzen zu einer Besserung der körperlichen Verfassung führen.

Wie schwierig es ist, bei übergewichtigen Jugendlichen mit chronischen Schmerzen eine gesunde Körperfunktion wiederherzustellen, zeigt eine Studie mit 461 Schmerzpatienten im Alter von 8 bis 18 Jahren. Knapp die Hälfte von ihnen war leicht beziehungsweise stark übergewichtig. Nach der Ermittlung des Schmerzgrades, unter dem sie litten, wurde ein angepasster Plan zur medikamentösen, physiotherapeutischen und verhaltenstherapeutischen Therapie aufgestellt und durchgeführt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass zu Beginn der Studie die Schmerzstärke und die körperliche Eingeschränktheit bei allen Studienteilnehmern vergleichbar hoch war. Nach einer dreimonatigen Therapie verringerten sich ebenfalls bei allen Teilnehmern die Schmerzen, doch hinsichtlich der körperlichen Gesamtverfassung gab es Unterschiede.

Bei den normalgewichtigen Teilnehmern kam es zu einer eindeutigen Verbesserung, während die übergewichtigen Jugendlichen weniger profitierten. Ihre körperlich eingeschränkte Funktion verebesserte sich nur sehr langsam oder fast nicht.

Die Autoren schließen daraus, dass übergewichtige Schmerzpatienten bereits im Jugendalter eine schonende, individuelle Therapie benötigen, um auf Dauer körperlich fit, normalgewichtig und möglichst schmerzfrei zu werden. Zusätzlich ist es in dieser Zielgruppe der Schmerzpatienten besonders wichtig, frühzeitig darauf zu achten, dass Übergewicht vermieden wird.

Diabetes und Bewegung – mehr Sport und weniger Sitzen!

Für Diabetes-Patienten gilt als wichtige Empfehlung, regelmäßig Sport zu treiben. Nur leider fällt vielen Betroffenen die Umsetzung dieser Empfehlung sehr schwer. Da zudem auch ein Lebensstil mit vorwiegend sitzenden Aktivitäten insbesondere das Risiko für einen Diabetes des Typs 2 erhöht, konnten jetzt Wissenschaftler beweisen, dass die sportträgen Betroffenen zumindest das durchgehende Sitzen vermeiden und häufiger von ihrer Sitzgelegenheit aufstehen sollten.

19 Typ-2-Diabetiker, die sehr viele Stunden am Tag sitzend verbrachten, nahmen an einer Studie teil. Alle Teilnehmer mussten unterschiedliche Testphasen durchlaufen. In einer viertägigen Phase wurde die Tageszeit vorwiegend sitzend verbracht. In einer weiteren viertägigen Phase wurde täglich mindestens eine Stunde Sport auf einem Ergometer getrieben. In einer weiteren Phase wurde ein jeweils fünfstündiges sitzendes Verhalten durch ein halbstündiges Gehen unterbrochen.

Nach der Auswertung, wie sich die jeweiligen Verhaltensmuster auf den Glucose- und Insulinspiegel auswirken, konnten die Wissenschaftler bestätigen, dass sich gelegentliche Sitzpausen gleichermaßen positiv auswirken wie die einstündigen Sporteinheiten. In beiden Gruppen konnte der 24-Stunden-Glucosespiegel um etwa 36 % herabgesetzt werden.

Als weiteres Ergebnis zeigte sich, dass  das Unterbrechen des Sitzens zusätzlich positive Auswirkungen auf die Insulinresistenz habe und es nicht zu Blutzuckerabfällen kam, so wie es teilweise bei sportlichen Aktivitäten der Fall ist.

Für sportträge Diabetiker gilt daher die Empfehlung, alternativ zu den empfohlenen Bewegungseinheiten den vorwiegend sitzenden Tagesablauf durch Steh- und Gehpausen zu unterbrechen.

Beauty und ästhetische Medizin

Nagelkosmetik – Können Gelnägel eine Nesselsucht auslösen?

Nagelstudios haben derzeit Hochkonjunktur. Wer sich zur Verstärkung seiner Fingernägel sogenannte Gelnägel auftragen lässt, dem sollte das Allergierisiko von den dabei verwendeten Acrylat- und Methacrylatmonomeren bekannt sein. Diese Stoffe werden als Basis eingesetzt und unter UV-Licht ausgehärtet. Immer wieder klagen Betroffene über Hautausschläge infolge einer allergischen Hautentzündung.

Australische Wissenschaftler berichten in diesem Zusammenhang von einer möglichen weiteren gesundheitlichen Folge, die von den Gelnägeln ausgehen könnte: Durch die Symptome wie extreme Hautrötung, vor allem an den Fingernägeln und am Nagelbett, sowie eine Berührungsempfindlichkeit der Finger kam der Verdacht auf, dass es sich um eine chronische Urtikaria (Nesselsucht) handeln könnte.

Es gibt entsprechende Fälle, in denen eine auf diese Weise hervorgerufene Nesselsucht, die bereits über mehrere Monate ohne Erfolg therapiert wurde, durch die Entfernung der Gelnägel nach vier Wochen bereits verschwand. Es stehen weitere Untersuchungen an. Von einem Zusammenhang zwischen dem Auftragen von Gelnägeln mit entsprechenden Acrylat- und Methacrylatverbindungen und zeitnahen Auftreten einer Nesselsucht kann nach Ansicht der Forscher jedoch ausgegangen werden.

Bremst oder fördert Vitamin D die Hautalterung?

Laut zahlreicher Experimente außerhalb eines Organismus (sogenannte in-vitro-Experimente) kann Vitamin D helfen, um der Hautalterung vorzubeugen. Einzelne Studien an Menschen haben jedoch auch widersprüchliche Daten ergeben. Sie geben den Anlass zu vermuten, dass Vitamin D in hoher Konzentration Altersflecken oder die Faltenbildung fördern könnten.

Ob es nun tatsächlich einen direkten Zusammenhang zwischen einer hohen Vitamin-D-Versorgung und der Hautalterung gibt, wurde im Rahmen einer Studie geklärt. Die Daten zweier Analysen zu diesem Thema gingen in die Studie ein. Insgesamt nahmen damit etwa 4.500 Menschen im Alter zwischen 59 und 65 Jahren an dem Gutachten teil. Während die Studienteilnehmer über eine längere Zeit erhöhte Vitamin-D-Spiegel im Blut hatten, bewerteten mehrere Gutachter die Beschaffenheit ihrer Haut.

Im Ergebnis zeigte sich, dass es einen scheinbaren Zusammenhang zwischen einer verstärkten Faltenbildung und höheren Vitamin-D-Gehalten im Blut gab. Zu mehr Pigmentflecken auf der Haut war es jedoch nicht gekommen. Die Wissenschaftler führten weitere Analysen durch, um festzustellen, ob die vermehrte Faltenbildung tatsächlich auf der erhöhten Vitamin-D-Zufuhr basierte, ob es also einen direkten kausalen Zusammenhang gab.

Sie kamen zu dem Schluss, dass die höheren Vitamin-D-Konzentrationen nicht die Ursache waren für mögliche Hautalterungserscheinungen. Die Forscher gaben an, dass die zunächst vermehrt aufgetretene Faltenbildung bei den Personen mit einem höheren Vitamin-D-Gehalt im Blut wohl darauf zurückzuführen sei, dass diese mehr Zeit im Freien unter dem Sonnenlicht verbrachten und dadurch die vermehrte Hautalterung zu erklären sei.

Vitalstoffe und Ernährung

Asthma: Vitamin D kann helfen

Die Einnahme von Vitamin D kann die Anzahl von Asthmaattacken reduzieren. Wissenschaftler der Queen Mary Universität aus London untersuchten in einer hochwertigen Analyse (Metaanalyse) einen Zusammenhang zwischen einer Vitamin D-Supplementierung und der Häufigkeit von Asthmaanfällen, die eine Verwendung von Corticosteroiden erforderten. Sie konzentrierten sich bei ihrer Suche auf doppelblinde, dem Zufallsmechanismus unterliegende und placebokontrollierte Studien.

Ergebnisse
Die Autoren sichteten 483 Studien, von denen 7 Studien mit insgesamt 955 Teilnehmern den hohen Einschlusskriterien entsprachen. Die Einnahme von Vitamin D-Supplementen konnte in allen Gruppen die Anzahl an Asthmaanfällen um 30 % reduzieren.

Zusammenfassung
Nach den Ergebnissen dieser hochqualitativen Analyse hat Vitamin D eine wichtige Funktion zur Reduktion von Asthmaattacken.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Probiotika helfen bei Übergewicht

Neben Bewegung und Ernährung scheint auch der Darmflora eine wichtige Rolle beim Abnehmen zuzukommen. Wissenschaftler werteten in einer hochwertigen Analyse (Metaanalyse) alle hochqualitativen Vorher-Nachher-Studien aus, die einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Probiotika und einer Gewichtsreduktion untersucht hatten.

Die Teilnehmer in den Studien waren übergewichtig (BMI 25-29,9 kg/m2) bis adipös (BMI ≥ 30 kg/m2) und hatten, im Vergleich zu einer Placebogruppe, über 3 bis 12 Wochen probiotische Kulturen eingenommen.

Ergebnisse
Insgesamt 800 Studien recherchierten die Wissenschaftler, nur 15 Studien entsprachen den hochqualitativen Anforderungen, die zum Einschluss in die Metaanalyse führten. Nach Auswertung aller Studienergebnisse zeigte sich, dass die Einnahme von Probiotika zu einer signifikant höheren Abnahme des Gewichts, des BMIs und des relativen Körperfettanteils führte.

Zusammenfassung
Die Einnahme von probiotischen Kulturen kann die Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen und adipösen Menschen unterstützen.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Sterblichkeit durch Diabetes hierzulande höher als angenommen

Bisher lag die Anzahl der diabetes bedingten Sterblichkeit in Deutschland in einer Grauzone. Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf haben jetzt errechnet, dass im Jahr 2010 insgesamt 175.000 Todesfälle hierzulande auf eine Diabetes-Erkrankung zurückzuführen sind. Interessanterweise ist in einer entsprechenden Todesursachen-Statistik eine niedrigere Zahl nachzulesen.

Die Wissenschaftler konnten mit ihrer Studie ebenfalls belegen, dass sich die Anzahl der Todesfälle durch Diabetes auf der ganzen Welt zwischen 1990 und 2010 verdoppelt hat. Weltweit starben 2013 demnach wahrscheinlich 5,1 Millionen und europaweit 620.000 Menschen.

Eine Diabetes-Erkrankung verkürzt die Lebenserwartung eines Menschen um fünf bis sechs Jahre, so die Wissenschaftler. Zurückzuführen sind diese Zahlen auf entsprechende Routinedaten zu allen gesetzlich kranken versicherten Personen in Deutschland, die von den Krankenkassen gesammelt werden. 90 % der deutschen Bevölkerung aller Altersklassen sind damit abgedeckt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass im Jahr 2010 etwa 21 % der Todesfälle hierzulande auf einer Diabetes-Erkrankung und deren Folgen basierten. Beim Typ-2-Diabetes lag dieser Anteil bei 16 %.

Am meisten war die Altersklasse der 70-89-Jährigen betroffen. Männer starben im Durchschnitt zehn Jahre früher an einer Diabetes als Frauen.

In vielen Ländern gibt es jedoch zum Thema „Diabetes“ einen durchaus positiven Trend zu verzeichnen. Denn seit einigen Jahren nimmt international die Sterblichkeitsrate ab. Diese Entwicklung ist wohl auf eine bessere medizinische Versorgung sowie Therapie- und Präventionsmaßnahmen zurückzuführen. Ob diese Entwicklung auch für die Deutschen maßgeblich ist, muss anhand zukünftiger Erhebungen analysiert werden.

Herzinfarkt-Symptome – Ältere Frauen kommen am spätesten in die Notaufnahme

Bei einem drohenden Herzinfarkt ist zeitnahes Handeln und eine möglichst schnelle Behandlung durch einen Mediziner bekanntlich besonders wichtig, um das zahlreiche Absterben der Zellen des Herzmuskels zu vermeiden. Bei den ersten Symptomen zählt jede Sekunde, damit das verschlossene Gefäß schnell wieder geöffnet wird und damit das Blut baldmöglichst wieder fließen kann.

Wie das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) in Kooperation mit dem Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München jetzt feststellen konnte, scheinen die Frauen im höheren Alter von über 65 Jahren diejenigen zu sein, bei denen vom Auftreten des ersten Symptoms bis zur Ankunft in der Notaufnahme am meisten Zeit vergeht.

Sowohl Männer in diesem Alter als auch Männer und Frauen unter 65 Jahren erreichen ein Krankenhaus schneller als diese Risikogruppe. Während es bei den älteren Frauen im Durchschnitt mehr als viereinhalb Stunden andauert, sind es bei den Männern etwa dreieinhalb Stunden. Die jüngeren Frauen erreichen innerhalb von zweieinhalb Stunden die Notaufnahme.

Die Forscher haben feststellen können, dass die älteren Frauen mehr Zeit verstreichen lassen, bevor sie sich entscheiden, auf die Symptome anmaßend zu reagieren. Zum einen zeigte sich, dass die Frauen häufiger ohne Partner lebten. Zum anderen scheinen sie sich in diesem Zusammenhang durch eine falsche Bescheidenheit zu charakterisieren: Es wird lieber etwas abgewartet, um einen möglichen Fehlalarm auszuschließen. Gefährliche Verzögerungen sind in diesen Fällen leider vorprogrammiert.

Weder bezüglich der Intensität der Brustschmerzen als auch der typischen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen gab es zwischen Männern und Frauen des höheren Alters bemerkenswerte Unterschiede. Diese Faktoren scheiden daher als mögliche Ursachen aus.

Vor dem Hintergrund dieses Ergebnisses fordern die Wissenschaftler, dass die Risikogruppe der älteren Frauen noch gezielter über schnelle Handlungsmaßnahmen aufgeklärt werden muss.