Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Lärmbedingter Verlust des Hörvermögens bereits im Kindesalter? // Väterliche Ernährung mit Einfluss auf den Nachwuchs // Lippenbandentfernung // Herzinfarktrisiko mindern durch Sport – trotz Schadstoffe in der Luft? // Diabetes mellitus Typ 2 – Effektive Blutzuckerkontrolle auch durch Dehn- und Kraftübungen möglich? // Was hat es mit den Apps zur Hautkrebsfrüherkennung auf sich? // Umfang der Hautfläche einer Schuppenflechte bestimmt Diabetes-Typ-2-Risiko? // Wie Vitamin D bei Diabetes mellitus Typ 2 hilft // Postmenopause: Vitamin D-Mangel erhöht kardiovaskuläre Risikofaktoren // Geringeres Demenz-Risiko durch Schwangerschaften? // Den Frisörbesuch als gesundheitsfördernde Intervention nutzen?

Gesundheit und Prävention

Lärmbedingter Verlust des Hörvermögens bereits im Kindesalter?

Jedes siebte Kind im Alter zwischen sechs und neun Jahren leidet bereits unter einem Hörverlust.
Eine Schwerhörigkeit wurde bisher hauptsächlich der älteren Generation zugesprochen. Laut dem Ergebnis einer niederländischen Studie wird ein entsprechender Hörverlust zunehmend in der ganz jungen Generation zum Thema.

Wissenschaftler vermuten, dass diese besorgniserregende Entwicklung auf den zunehmenden Gebrauch von tragbaren Audioplayern in Form von Smartphones oder Tablets zurückzuführen ist. Bei jungen, unerfahrenen Kindern erfolgt eine entprechende Beschallung über Kopfhörer meistens in überhöhter Lautstärke. Dieses könnte eine Ursache dafür sein, dass die Anzahl lärmbedingter Hörverluste bei Kindern zunehmend ansteigt.

Ärzte der Universität in Rotterdam begleiteten im Rahmen einer Studie die Teilnehmer von Geburt an bis ins junge Erwachsenenalter und führten entsprechende Messungen zum Hörvermögen durch. Dabei konnten Hörverluste und Hochtonschwerhörigkeiten sowie Störungen in der Geräuschempfindung auf einem oder auf beiden Ohren festgestellt werden.

Zusätzlich kam eine Befragung der Eltern und Kinder zu dem Ergebnis, dass viele Kinder die tragbaren Audio-Player mindestens einmal bis dreimal und mehr pro Woche nutzten. Es ist erwiesen, dass eine derartige Direktbeschallung über Kopfhörer zu einem Hörverlust im Hochfrequenzbereich führen kann.

Auch wenn die Hersteller entprechender Audiogeräte durch eine Verodnung der Europäischen Kommission von 2014 angewiesen sind, darauf zu achten, dass entsprechende Lautstärken mit gesundheitsschädigender Wirkung nicht einzustellen sind, sehen die Ärzte die Erziehungsberichtigten in der Pflicht, ihre Kinder vor den Risiken eines lärmbedingten Hörverlustes zu bewahren.

Väterliche Ernährung mit Einfluss auf den Nachwuchs

Viele Grundlagen späterer Erkrankungen werden bereits vor und in der Schwangerschaft durch das Verhalten der Mutter gelegt. Dieser Zusammenhang ist seit Langem bekannt. Jetzt haben Wissenschaftler der Potsdamer Universität belegen können, dass auch das Ernährungsverhalten des Vaters einen maßgebenden Einfluss auf die spätere Gesundheit des Kindes hat.

In Form einer sogenannten „fetalen Programmierung“ können somit auch die Männer die Gesundheit ihrer Kinder mitprägen.

Im Rahmen einer Studie wurde untersucht, inwiefern sich eine unterschiedliche Ernährung bezüglich des Fett-, Zucker- und Eiweißgehaltes bei männlichen Ratten auf die Reifung und Qualität der Spermien und somit auf bestimmte gesundheitliche Parameter des Nachwuchses auswirken könnte.

Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, ob die Rattenbabys eine größere Veranlagung für einen gestörten Glucosestoffwechsel oder für Diabetes zeigten. Es wurde der Frage nachgegangen, wie sich eine ungesunde Ernährungsweise auf die Entwicklung möglicher Ernährungskrankheiten des Nachwuchses auswirken könnte.

Im Ergebnis zeigte sich, dass eine Ernährung des Vaters, die einer Fastfood-reichen Ernährung ähnelte, beim Nachwuchs zu einem schwereren Körpergewicht und einer erhöhten Körpergröße direkt bei der Geburt führte. Der weibliche Nachwuchs schien zusätzlich unter schlechteren Glucosetoleranzwerten zu leiden. Messungen an Leber und Bauchspeicheldrüse der Babys führten ebenfalls zu der Schlussfolgerung, dass deren Gesundheit beeinträchtigt war im Vergleich zu solchen Kindern, deren Väter sich gesund ernährt hatten.

Ein wichtiger Hinweis, dass sich das Ernährungsverhalten nicht nur der Mutter, sondern auch des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung des Nachwuchses unmittelbar auf die Erbinformationen des Kindes auswirken, scheint damit erbracht.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Lippenbandentfernung

Lippen- und Wangenbänder strahlen bisweilen bis in die marginale Gingiva (den Zahnfleischrand) ein. Hier schädigen sie durch ihre starken Zugkräfte das Parodont (den Zahnhalteapparat) und verhindern einen natürlichen oder kieferorthopädischen Lückenschluss, so dass sie durch den operativen Eingriff der Frenektomie entfernt werden sollten.

Lippen- und Wangenbänder – sogenannte Frenula – bestehen aus Muskel- und Bindegewebsfasern und strahlen aus Lippen und Wangen mitunter weit nach marginal in die Gingiva (in den Zahnfleischrand) ein. Die typischen Bereiche hierfür sind die mittleren Schneidezähne, die Eckzähne und Prämolaren (vorderen Backenzähne).

Der Zug, der während des Sprech- und Kauvorgangs durch die Frenula auf den Zahnfleischrand bzw. vereinzelte Papillen (dreieckförmiger Zahnfleischbereich zwischen den Zähnen) ausgeübt wird, kann so stark sein, dass Rezessionen (entzündungsfreier Zahnfleischrückgang) die Folge sind.

Ein bei etwa sieben Prozent der Kinder zu beobachtendes Trema (Synonym: Diastema mediale superior – Lücke zwischen den mittleren Schneidezähnen des Oberkiefers) kann durch ein straff zwischen den Zähnen verlaufendes Frenulum verursacht sein. Erscheint bei Zug auf das Bändchen die gesamte Papille ischämisch (blutleer), kann davon ausgegangen werden, dass das Bandgewebe die Ursache für die Lücke darstellt.

In diesem Fall muss das Frenulum operativ beseitigt werden, um den Lückenschluss – spontan oder mit kieferorthopädischer Unterstützung – zu ermöglichen. Ist es zum Verlust einer Papille gekommen, bedeutet dies neben Einschränkungen in der Ästhetik auch, dass der betroffene Zahnzwischenraum anfälliger für Plaqueretention (Anhaften von bakteriellem Belag) wird und somit die Hygienetechnik dauerhaft intensiviert werden muss.

Im Zahnfleischrandbereich bedeutet der Rückgang, dass durch Freilegen des Wurzeldentins die Anfälligkeit für Karies (Zahnfäule) und hypersensible Zahnhälse (überempfindliche Zahnhälse) erhöht wird. Aus den genannten Gründen werden Frenula deshalb häufig nicht erst wenn sie Schaden verursacht haben, sondern bereits zur Prophylaxe (als vorbeugende Maßnahme) operativ korrigiert. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei lediglich um eine Durchtrennung (Frenotomie) des störenden Bändchens.

Bei der im Folgenden erläuterten Frenektomie (Synonyme: Lippenbandentfernung, Lippenbandexzision, Frenulotomie) wird darüber hinaus das Bandgewebe vom Periost (Knochenhaut) gelöst und verlagert, um so die Rezidivgefahr (Rückfallgefahr) zu reduzieren.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Unterstützung eines spontanen oder kieferorthopädischen Lückenschlusses
  • Vermeidung einer Rezessionsbildung bzw. des Ausweitens einer bestehenden Rezession
  • Vermeidung entzündlichen Geschehens im Rezessionsbereich
  • Vermeidung eines Papillenverlustes
  • Vermeidung schmerzhafter Druckstellen im Randbereich von Prothesen durch sich bewegende Bänder
  • Verbesserung des Prothesenhalts durch Elimination der Bänder, durch deren Bewegung eine Prothese abgehoben werden kann
  • Vermeidung von Komplikationen im Bereich von Implantaten (künstlichen Zahnwurzeln), wenn in deren unmittelbarer Nähe Frenula ansetzen

Sport

Herzinfarktrisiko mindern durch Sport – trotz Schadstoffe in der Luft?

Das Herzinfarktrisiko stellt in unserer Gesellschaft ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem dar. Schon lange gilt regelmäßige sportliche Bewegung als ein wichtiger Eckpfeiler in der Prävention von Herzerkrankungen. Doch viele motivierte Outdoorsportler stehen aufgrund öffentlicher Meldungen über die Schädlichkeit von vorhandenen Luftschadstoffen für das Herz im Gewissenskonflikt.

Ist in städtischen Regionen sportliche Aktivität im Freien zur Vorbeugung von Herzerkrankungen zu empfehlen oder eher kontraproduktiv?

Im Rahmen einer Studie wurden die entsprechenden Daten von über 57.000 Teilnehmern der sogenannten „Danish Diet, Cancer and Health cohort“ entsprechend ausgewertet. Die Studienteilnehmer hatten zum einen angegeben, in welchem Umfang sie Sport im Freien ausgeübt hatten. Zudem wurden die Herzinfarkt-Rate ermittelt sowie Analysen bezüglich der Stickstoffdioxid-Belastung in der jeweiligen Luftumgebung in die Auswertung einbezogen.

Die Studie kam zu dem zentralen Schluss, dass es zur Reduzierung des Herzinfarkt-Risikos auch für Städter besser ist, draußen bei schlechterer Luft Sport zu treiben, als komplett auf die körperliche Bewegung zu verzichten.

Durch Radfahren, Gartenarbeit, Laufen oder andere Sportdisziplinen im Freien konnte das Risiko um 9 bis 15 % herabgesetzt werden. Wenn auch eine hohe Stickstoffdioxid-Belastung in der Luft den gesundheitsfördernden Nutzen des Sports schmälerte, so profitieren die Sportler immer noch von ihren sportlichen Outdoor-Aktivitäten.

Da die Studie vornehmlich mit Daten von Kopenhagenern durchgeführt wurde, bleibt abzuwarten, zu welchem Ergebnis vergleichbare Untersuchungen kämen, die in stärker luftverschmutzten Städten durchgeführt würden. Grundsätzlich gilt die Empfehlung dennoch, beim Sport möglichst auf weniger befahrene Straßen und Wege auszuweichen, auch aufgrund der dort vorhandenen höheren Dichte an Feinstaubpartikeln.

Diabetes mellitus Typ 2 – Effektive Blutzuckerkontrolle auch durch Dehn- und Kraftübungen möglich?

Diabetikern wird bekanntlich empfohlen, regelmäßig Sport zu treiben, um den stark variierenden Blutzuckerspiegel besser unter Kontrolle zu bekommen. Die Sensitivität des Gewebes auf das Insulin wird auf diese Weise nachweislich gefördert. Das wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel eines Diabetikers aus.

Patienten eines Diabetes-Typ-2 haben leider oftmals das Problem, dass der Blutzuckerspiegel direkt nach den Mahlzeiten in die Höhe schnellt. Indische Wissenschaftler wollten nun wissen, ob die Betroffenen derartige unangenehme Blutzuckeranstiege durch ein passives Muskeltraining wie Dehn- und Kraftübungen reduzieren könnten.

51 Menschen im mittleren Alter zwischen 40 und 65 Jahren mit einer mindestens vierjährigen Diabetes des Typs-2 nahmen an der Studie teil. Trotz medikamentöser Behandlung lag ihr HbA1c-Wert bei über 6,6 %. Um den Einfluss auf den Blutzuckerspiegel beobachten zu können, wurde eine Nüchtern-Blutzuckermessung vorgenommen, eine weitere Messung 120 Minuten nach dem Essen und eine letzte Messung im direkten Anschluss an eine Sporteinheit.

Während 50 % der Gruppe aktiven Ausdauersport betrieb, absolvierte die andere Hälfte ein passives Muskeltraining in Form von Dehn- und Stretchübungen sowie Kraftübungen. Im Ergebnis zeigte sich, dass beide Gruppen gleichermaßen von ihrer sportlichen Einheit profitierten. Der plötzlich angestiegene Blutzuckerwert nach den Mahlzeiten konnte durch beide Sportarten etwa auf den Nüchternwert zurückgeführt werden.

Somit scheinen auch Dehn- und Kraftübungseinheiten einen ausreichenden positiven Einfluss auf die Stoffwechselaktivität der Muskeln zu haben, um den Blutzuckerspiegel eines Diabetikers positiv zu beeinflussen.

Beauty und ästhetische Medizin

Was hat es mit den Apps zur Hautkrebsfrüherkennung auf sich?

Sie sollen per Smartphone eine hauseigene Frühdiagnose von Hautkrebs ermöglichen und die Eigenverantwortlichkeit der Patienten fördern. Unter den Bezeichnungen „First Derm“, „Skin Vision“ oder „Mole Monitor“ kommen die Apps zunehmend auf den Markt. Um ihre Funktionalität und Zuverlässigkeit zu durchleuchten, haben Wissenschaftler der Hautklinik von der LMU München die hierzulande angebotenen 16 entsprechenden Apps näher untersucht und getestet.

Die Apps werden meistens von Unternehmen oder eher selten in Zusammenarbeit mit unabhängigen Wissenschaftlern wie beispielsweise dem Berufsverband Deutscher Dermatologen entwickelt. Mit Hilfe allgemeiner Umweltfaktoren wie Sonnenstand, Geländehöhe, Ozonverteilung und UV-Strahlung sowie unter Berücksichtigung individueller Parameter wie beispielsweise vorhandener Hauttyp errechnen die Apps die persönliche Eigenschutzzeit des Nutzers.

Zudem bieten sie die Möglichkeit, ungeklärte Hautareale zu fotografieren und zu screenen. Eine erste medizinische Bewertung durch die App soll offenbar auf diese Weise angeboten werden. Einen wichtigen Makel haben die Wissenschaftler feststellen müssen: Die Messungen sind nicht validiert und zertifiziert. Lediglich eine angebotene Plattform (HealtOn) bewertet die Apps in Hinblick auf die Patienten-Risikogruppen.

Bei einigen Testdurchläufen kam es zu verwirrenden Ergebnissen, die mit den tatsächlich vorhandenen Rahmenbedingungen des jeweiligen Nutzers nicht übereinstimmen konnten. Die Messergebnisse und folgenden Warnungen durch die App waren völlig unpassend.

Weitere Messungen, in denen eine bestimmte App mit zahlreichen Bildern unterschiedlicher Hautkrebsstadien getestet wurde, kamen zu dem Ergebnis, dass die Sensitivität der Messungen im Vergleich zur histologischen Untersuchung durch einen Arzt geringer war (73 % versus 88 %). Auch die Genauigkeit der Messergebnisse lag unter der eines ärztlichen Befundes (83 % versus 97 %).

Laut Aussage der Studienleiter weisen die Geräte noch Lücken auf, die den Nutzer verwirren könnten. Weiterer Entwicklungsbedarf und die Etablierung der Apps sei unbedingt notwendig. Nach dem heutigen Entwicklungsstand sei es daher unabdingbar, zur ergebnissicheren Hautkrebsfrüherkennung einen Facharzt aufzusuchen.

Umfang der Hautfläche einer Schuppenflechte bestimmt Diabetes-Typ-2-Risiko?

Es ist bekannt, dass Patienten einer Psoriasis (Schuppenflechte) ein erhöhtes Risiko haben, an einem Diabetes Typ-2 zu erkranken. In welchem quantitativen Verhältnis diese beiden Erkrankungen zueinander stehen, dazu blieben bisher konkrete Erkenntnisse aus.

Im Rahmen einer US-amerikanischen Studie versuchte man zu bestimmen, inwiefern die Größe der von einer Schuppenflechte betroffenen Hautfläche ausschlaggebend ist für die mögliche Entwicklung eines Diabetes-Typ-2. Die über mehrere Jahre gesammelten Daten von über 8.000 erwachsenen Psoriasis-Patienten und über 76.000 Nicht-Psoriasis-Patienten wurden diesbezüglich näher unter die Lupe genommen.

Während des Beobachtungszeitraums erkrankten unter den Psoriasis-Patienten 280 neu an Diabetes. Bei allen Patienten der Psoriasis-Gruppe wurde die Größe der betroffenen Hautstellen bestimmt, um somit einen möglichen Zusammenhang zum Diabetes-Risiko zu ermitteln.

Bei der Auswertung zeigte sich nach Brücksichtigung weiterer Parameter wie Alter, Geschlecht und Körpergewicht, dass Patienten, bei denen eine Hautfläche von 10 % und mehr von der Schuppenflechte betroffen ist, mit einem um 20 % erhöhten Diabetes-Risiko zu rechnen haben.

Steigert sich die betroffene Hautfläche um jeweils weitere 10 %, so nimmt auch das Diabetes-Risiko etwa linear um jeweils circa 20 % zu. Die Wissenschaftler empfehlen daher den Psoriasis-Patienten, ab einer betroffenen Hautfläche von 10 % den möglichen Einsatz präventiver Diabetes-Maßnahmen in Betracht zu ziehen.

Vitalstoffe und Ernährung

Wie Vitamin D bei Diabetes mellitus Typ 2 hilft

Bereits in vielen Studien konnte die entzündungshemmende Wirkung von Vitamin D nachgewiesen werden. Insbesondere bei Diabetes mellitus Typ 2 bewirken chronische niederschwellige Entzündungen ein Fortschreiten der Erkrankung. Wissenschaftler aus Australien und Neuseeland fassten in einer hochwertigen Analyse alle Studienergebnisse zusammen, die einen Einfluss von Vitamin D auf Entzündungswerte bei Diabetes mellitus Typ 2 untersucht hatten.

Ergebnisse
Insgesamt 20 von 28 Studien, welche placebokontrolliert und nach einem Zufallsprinzip durchgeführt wurden, entsprachen den hohen Qualitätskriterien der Autoren. Somit umfasste das Analysekollektiv 1.270 Patienten. Erkrankte, die Vitamin D genommen hatten, wiesen im Vergleich zur Placebogruppe deutlich geringere Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein (CRP) oder den Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) sowie eine geringere Erythrozytensedimentationsrate und höhere Leptinkonzentrationen auf.

Zusammenfassung
Die statistische Auswertung der 20 Studien zeigt, dass Vitamin D die Wirkung besitzt, chronische niedrigschwellige Entzündungen bei Diabetes mellitus Typ 2 deutlich zu reduzieren.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Postmenopause: Vitamin D-Mangel erhöht kardiovaskuläre Risikofaktoren

Ein Vitamin D-Mangel ist ein Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen. Dies trifft nach den neuen Studienergebnissen von Schmitt und Kollegen vor allem bei Frauen nach der Menopause zu. Die Wissenschaftler untersuchten in einer Querschnittsstudie den 25-Hydroxy-Vitamin D-Spiegel sowie zahlreiche weitere Parameter von 463 Frauen zwischen 45-75 Jahren. Die Frauen hatten keine kardiovaskulären Erkrankungen und nahmen keine Vitamin D-Ergänzungen ein.

Ergebnisse
Jeweils ein Drittel der Frauen hatte einen Vitamin D-Mangel (<20 ng/ml), eine Vitamin D-Unterversorgung (20-29 ng/ml) oder war ausreichend versorgt (≥ 30 ng/ml). Im Vergleich zu den ausreichend Versorgten hatten Frauen mit einem Vitamin D-Mangel oder unzureichender Versorgung höhere Gesamtcholesterin-, Triglycerid-, Insulin- und HOMA-IR-Spiegel. 57,8 % der Frauen mit einem Vitamin D-Mangel oder unzureichenden Vitamin D-Spiegeln hatten gleichzeitig ein metabolisches Syndrom.

Von den ausreichend Versorgten wiesen dies nur 39,8 % auf. Somit erhöhte sich das Risiko für ein metabolisches Syndrom in der Postmenopause um 90 %, wenn ein nicht ausreichender Vitamin D-Status vorlag. Das Risiko für hohe Triglyceridwerte stieg um 55 % und für niedrige HDL-Cholesterinwerte um 60 %.

Zusammenfassung
Ein Vitamin D-Mangel erhöht bei postmenopausalen Frauen das Risiko für das metabolische Syndrom und hohe Blutfettwerte.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Geringeres Demenz-Risiko durch Schwangerschaften?

Demenzerkrankungen scheinen häufiger bei Frauen als bei Männern aufzutreten. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass sich diese ungerechte Entwicklung bei den Frauen durch Schwangerschaften aufhalten lässt. Mit anderen Worten: Bei Frauen, die einmal oder mehrmals schwanger waren, scheint sich das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung zu reduzieren.

Es wird angnommen, dass ein entsprechender Östrogenspiegel sowie spezielle Anpassungen des Immunsystems während einer Schwangerschaft mit ausschlaggebend sind. Sicherlich sind Frauen auch allein aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung und anderer geschlechtsspezifischer Eigenschaften häufiger von einer Demenz betroffen als Männer. Doch die Anzahl der Schwangerschaften und die Dauer der fruchtbaren Phase scheinen außerdem einen wichtigen Einfluss auszuüben.

Gemäß Expertenaussagen auf dem internationalen Kongress der Alzheimer’s Association (AAIC) in Chicago verringert sich das Risiko, von einer Alzheimer-Erkrankung betroffen zu sein, bei dreifachen Müttern um 12 % im Vergleich zu kinderlosen Frauen. Fehlgeburten bewirken jedoch das Gegenteil: Mit jeder Fehlgeburt erhöht sich das Risiko um 9 %.

Je länger Frauen in einer fruchtbaren Phase sind, desto mehr reduziert sich außerdem das Risiko für eine Demenz. Befanden sich Frauen in ihrem Leben weniger als 30 Jahre in einer fruchtbaren Phase, das heißt in der Zeit zwischen erster Regelblutung und Eintritt in die Menopause, so war die Gefahr, an einer Demenz zu erkranken um etwa 33 % erhöht im Vergleich zu Frauen, deren reproduktive Phase länger als 30 Jahre anhielt.

Den Frisörbesuch als gesundheitsfördernde Intervention nutzen?

Im Rahmen einer US-amerikanischen Studie beschäftigten sich Wissenschaftler mit der Frage, wie man einen regelmäßigen gesundheitsfördernden Kontakt zu solchen Menschen herstellen kann, die nur sehr selten Zugang zur medizinischen Versorgung haben.

Insbesondere im Hinblick auf die gefährliche Zivilisationskrankheit „Bluthochdruck (Hypertonie)“ wäre es ganz wichtig, Wege und Möglichkeiten zu finden, um die zahlreichen betroffenen Menschen zur regelmäßigen medizinischen Kontrolle und Therapie zu bewegen.

So suchten sich die Wissenschaftler für ihre sechsmonatige Studie 319 schwarze Männer mit Bluthochdruck – im Durchschnitt ein systolischer Wert von 153 mmHg – zur Zielgruppe, da auch sie trotz ihrer Erkrankung fast nie einen Mediziner aufsuchten. Wie bei sehr vielen anderen Menschen scheint ihre Hypertonie kaum kontrolliert, was ein sehr ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem auf der ganzen Welt darstellt.

Da die Studienteilnehmer durchaus regelmäßig zum Frisör gingen, wollten die Wissenschaftler versuchen, über diesen wiederkehrenden Kontakt eine permanente medizinische Versorgung herzustellen. In Absprache mit dem Hausarzt vor Ort wurde ein Apotheker herangezogen, um mit den vermeintlichen Patienten regelmäßig im Frisörsalon Gesprächs- und Messtermine zu vereinbaren und durchzuführen.

Bei Bedarf wurde auf diese Weise über den Kontakt im Frisörsalon bei der Hälfte der Studienteilnehmer mit einer blutdrucksenkenden Therapie begonnen. Die andere Hälfte diente als Kontrollgruppe und erhielt ausschließlich vom Frisör Anregungen zur Änderung des Lebensstils.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Maßnahme über den Apotheker beziehungsweise drahtziehend über den Hausarzt im Vergleich zur Kontrollgruppe sehr erfolgreich war. Deren Teilnehmer schafften es, über den Zeitraum von einem halben Jahr den Blutdruck um durchschnittlich 27 mmHg zu senken. Bei der Kontrollgruppe reduzierte sich der Wert um 9 mmHg.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis war es, dass 95 % der Teilnehmer ihre regelmäßigen medizinischen Beratungs- und Messtermine beim Frisör langfristig wahrgenommen haben. Somit scheint es durchaus effektiv, eine bisher träge medizinische Betreuung zunächst über teilweise fachfremde Personenkreise herzustellen, die aber durch andere Fähigkeiten von vielen Menschen regelmäßig aufgesucht werden, so beispielsweise die Frisöre.

Fast jeder dritte Erwachsene hierzulande leidet unter Bluthochdruck. Bei den 70- bis 79-Jährigen scheint sogar jeder Vierte betroffen. Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Herz-Kreislauferkrankungen enorm.

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