Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Höheres Allergierisiko durch Medikamentengabe im Säuglingsalter? // Milbenallergie – welche Temperaturen töten die Erreger ab? // Prothesenhygiene // Joggen gegen Demenz // Was bewegt Menschen zu Schönheits-Operationen? // Könnten Allergien einen Schutz vor Hautkrebs bieten? // Kinder: Marine Omega-3-Fettsäuren beeinflussen kognitives Verhalten // Polyphenol-Mischung verzögert kognitiven Abbau im Alter // Steigern psychische Störungen bei koronarer Herzkrankheit die Sterblichkeit? // Depressionen – auf eine aufrechte Körperhaltung achten

Gesundheit und Prävention

Höheres Allergierisiko durch Medikamentengabe im Säuglingsalter?

Bei bestimmten Erkrankungen im ersten Lebenshalbjahr eines Säuglings kommen Medikamente wie Antibiotika oder Säureblocker zum Einsatz. Schon lange wird diskutiert, inwiefern sich dadurch ein Einfluss auf das spätere Allergierisiko der betreffenden Person ergeben kann.

Wissenschaftler haben im Rahmen einer US-amerikanischen Studie einen entsprechenden Zusammenhang feststellen können. Demnach traten im Kindesalter häufiger Allergien auf, wenn in den ersten sechs Lebensmonaten Antibiotika oder Säurehemmer verabreicht wurden.

Die Daten von über 790.000 Kindern mit Geburtsdatum zwischen den Jahren 2001 und 2013 gingen in die Studie ein. Säuglinge im Alter von bis zu 35 Lebenstagen wurden in die Untersuchung aufgenommen und durchschnittlich 4,6 Jahre weiterbeobachtet.

Einer gewissen Anzahl unter ihnen wurde innerhalb des ersten Lebenshalbjahres eine Therapie mit Säureblockern oder Antibiotika verschrieben. In den folgenden Lebensjahren wurde beobachtet, ob sich Nahrungsmittelallergien, Kontaktallergien, allergischer Schnupfen, Asthma oder ähnliches entwickelten.

Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, wurden gewisse Parameter wie beispielsweise Geschlecht des Kindes, Art der Entbindung, Dauer der Schwangerschaft berücksichtigt. Danach zeigte sich, dass die Einnahme von Säureblockern das spätere Risiko, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln, teilweise um das Doppelte erhöht hatte.

Ebenso ließ die frühe Gabe von Antibiotika das Risiko für eine Nahrungsmittelallergie um etwa 14 % ansteigen. Ein ähnlicher Anstieg des Risikos wurde auch bei den anderen genannten Allergieformen beobachtet.

Offensichtlich lagen bei einigen Allergien auch dosisabhängige Zusammenhänge vor. Je länger ein einzelnes Medikament im frühen Säuglingsalter gegeben wurde, desto höher fiel das spätere Allergierisiko aus.

Vor dem Hintergrund dieser Studie sei es besonders wichtig, die Art und Dauer der Medikamentengabe bei Säuglingen besonders abzuwägen, um zu garantieren, dass der therapeutische Nutzen gegenüber den möglichen gesundheitlichen Risiken bezüglich einer Allergie überwiegt.

Milbenallergie – welche Temperaturen töten die Erreger ab?

Immer mehr Menschen sind von einer Allergie betroffen. Milben in Bettwäsche, Matratzen, Kissen, Stoffbezügen oder Kuscheltieren spielen dabei eine sehr bedeutende Rolle. Es gibt daher viele Tipps, wie die Zahl der Milben zuhause möglichst gering gehalten werden kann. So wird beispielsweise spezielles „allergikergeeignetes“ Bettzubehör empfohlen, Teppiche sollten möglichst aus den eigenen vier Wänden verbannt oder die Raumluftfeuchtigkeit auf maximal 50 % gehalten werden.

Nur was kann man tun, um geliebte Kuscheltiere oder waschempfindliche Kleidungsstücke weitestmöglich von den Milben und deren Eier zu befreien? Ein mehrstündiger Aufenthalt in einem Gefrierfach wird hierbei gerne empfohlen. Doch genaue Angaben zur Dauer und zur Temperatur, die dafür notwendig sind, gab es bisher weniger. US-amerikanische Wissenschaftler nahmen sich dieser speziellen Frage an und untersuchten die Kältetoleranz einer gängigen Milbenart (Dermatophagoides farinae) und deren Eier.

Milben-Weibchen wurden bei unterschiedlichen Temperaturen (-4 °C, -12 °C und -15 °C) für maximal zwei Tage gelagert. Ein anschließender Beobachtungszeitraum von maximal 15 Tagen bei Raumtemperatur sollte Aufschluss darüber geben, wie die Überlebensrate ist und ob sich die Milben von dem Kälteschock wieder erholen konnten.

Es zeigte sich, dass über 50 % der Milben den 24-stündigen Aufenthalt im -15 °C kalten Gefrierschrank zunächst überlebte. Es wurden jedoch keine Eier mehr produziert und am anschließenden 15. Tag fanden alle Tiere den Tod. Wärmere Temperaturen um -4 °C, so wie sie durchschnittlich an einem Frosttag zu messen sind, können den Milben dagegen nichts anhaben.

Vor dem Hintergrund dieses Studienergebnisses wird empfohlen, milbenbelastete Kleidungsstücke und Utensilien mindestens 48 Stunden bei -15 °C im Eisschrank aufzubewahren, um die Allergene zu entfernen.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Prothesenhygiene

Zahnprothesen müssen wie die eigenen Zähne täglich gepflegt werden, um Beeinträchtigungen der Mundgesundheit durch Krankheitserreger zu vermeiden und um Ästhetik und Funktion des Zahnersatzes lange zu erhalten.

Eine ästhetisch aussehende, saubere Prothese trägt wie auch schöne eigene Zähne entscheidend zur Lebensqualität ihres Trägers bei. Wird die Prothesenhygiene vernachlässigt, sind Foetor ex ore(Halitosis; Mundgeruch) und protheseninduzierte Stomatitiden (Mundschleimhautentzündung) die Folge. Handelt es sich um partiellen Zahnersatz (Teilprothese), für dessen Halt noch eigene Zähne herangezogen werden können, so wirkt sich die Hygiene, die man dem Zahnersatz angedeihen lässt, auch auf den Restzahnbestand aus – im positiven wie im negativen Sinne. Denn Prothesenplaque(mikrobieller, der Prothese anhaftender Zahnbelag) kann zwangsläufig auch Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Zahnbettentzündung) an den verbliebenen eigenen Zähnen verursachen.

Oberflächenbeschaffenheit der Prothese

Vollprothesen und der Kunststoffanteil von partiellen Prothesen (Teilprothesen) bestehen in der Regel aus Acrylat. Dessen Oberflächenbeschaffenheit ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • von der Regelmäßigkeit der Pflege
  • von den verwendeten Hilfsmitteln
  • von der Verarbeitung im zahntechnischen Labor (Vermeidung von Schlupfwinkeln bei der Modelliertechnik, Oberflächenpolitur)

Probleme bei der Prothesenhygiene

Durch individuelle Pflegegewohnheiten und -fehler beeinflusst der Träger einer Prothese deren hygienischen Zustand entscheidend:

  • Prothesenplaque: Bei mangelnder Prothesenhygiene haftet weicher bakterieller Belag der Kunststoffoberfläche an.
  • Zahnsteinbildung: Wird Prothesenplaque nicht täglich entfernt, kann sie sich durch Einlagerung mineralischer Substanzen verfestigen.
  • Extrinsische Verfärbungen: Farbauflagerungen aus Nahrungs- und Genussmitteln wie Tee, Kaffee, Nikotin können sich absetzen.
  • Oberflächenschäden: Durch häufiges Austrocknen, starke Temperaturschwankungen des Wassers bei der Reinigung oder durch Lösungsmittel in falschen „Pflegemitteln“ kann es zur Craquelierung (Bildung feinster Risse) des Kunststoffs kommen. In diese feinsten Oberflächenschäden dringen Mikroorganismen und zersetzbare Substanzen ein, die bei Abbau durch die Mikroorganismen zu Foetor ex ore (Halitosis; Mundgeruch) führen. Werden abrasive (schmirgelnde) Pasten und Bürsten mit scharfkantigen Borstenenden zur Reinigung verwendet, wird die Prothese in ihrer Oberfläche aufgeraut, wodurch Mikroorganismen, Zahnstein und Farbauflagerungen noch leichter Halt finden.
  • Prothesenstomatitis (Mundschleimhautentzündung): Bei mangelnder Mund- und Prothesenpflege wird das Wachstum von Prothesenplaque einschließlich des Sprosspilzes Candida albicans begünstigt. Candida albicans kann im Bereich der prothesenbedeckten Schleimhautareale eine Prothesenstomatitis auslösen. Ist es zur Erkrankung gekommen, wird eine medikamentöse Candida-Therapie erforderlich und die Prothese sollte nachts nicht getragen werden.
  • Regelmäßige Kontrollen: Nur durch regelmäßige Vorstellung beim Zahnarzt auch bei Beschwerdefreiheit kann dieser rechtzeitig Reparaturen oder die Aufarbeitung der Prothese veranlassen und so die Funktionstüchtigkeit und Hygienefähigkeit der Prothese möglichst lange erhalten.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Die Indikation zur hygienischen Pflege einer Prothese stellt sich unabdingbar für jeden Prothesenträger zur Erhaltung der eigenen Mundgesundheit und der Funktionstüchtigkeit des Zahnersatzes.

Sport

Joggen gegen Demenz

Wer jahrelang regelmäißig Sport treibt, beugt langfristig vielen gesundheitlichen Risiken im Alter vor. Diese Aussage trifft auch auf Demenzerkrankungen zu, die bekanntlich mit zunehmendem Alter häufiger auftreten.

Eine japanische Studie beschäftigte sich mit diesem Thema und nahm über 6.900 Mitbürger/innen im Alter von über 65 Jahren näher unter Beobachtung. Zum einen wurden im Jahr 1994 sowie 12 Jahre später alle Studienteilnehmer bezüglich ihres körperlichen Trainingsverhaltens befragt. Zum anderen wurden Tests durchgeführt, um eine möglicherweise eingetretene Demenzerkrankung festzustellen.

Mit der Auswertung der Daten zeigte sich, dass die Teilnehmer seltener eine Demenz entwickelt hatten, in deren Alltag jahrelang eine sportliche körperliche Betätigung eingebunden war. Konkreter ausgedrückt zeigte sich eine Reduzierung des Demenz-Risikos um etwa 30 %, wenn in den Jahren zuvor täglich mindestens eine Stunde lang körperliche Aktivität in Form von Sport durchgeführt worden war.

Bei einer Vergleichsgruppe, die sich täglich weniger als 30 Minuten aktiv bewegte, trat dieser positive Effekt für die mentale Gesundheit nicht in dem Maße ein.

Sport bei Übergewicht und Diabetes Typ 2 – Idealer Einstieg durch E-Bikes

Immer häufiger begegnen uns eher betagte Menschen mit einem elektrisch angetriebenen Fahrrad im Straßenverkehr. E-Bikes werden vor allem gerne genutzt von Menschen, die sich körperlich nicht ganz fit fühlen und von dem elektrisch verstärkten Antrieb profitieren.

Leider fehlt auch vielen Menschen mit Übergewicht die Kraft und Motivation, sich regelmäßig körperlich zu bewegen. Das erhöhte Körpergewicht macht sie träge. Dabei wäre es für sie besonders wichtig, mehr Sport zu treiben, um die überflüssigen Pfunde zu verlieren und sich vor den Folgeerkrankungen wie beispielsweise Diabetes Typ 2 zu schützen.

Im Rahmen einer britischen Studie wurden Patienten einer Typ-2-Diabetes für die Dauer von fast einem halben Jahr mit einem E-Bike bestückt, um damit regelmäßig zu fahren. Verständlicherweise wurde ihnen damit der Einstieg in eine regelmäßige körperliche Bewegung erleichtert. Bis auf sehr wenige Ausnahmen nutzten die Studienteilnehmer ihr Trainingsgerät, um ihre körperliche Fitness zu verbessern.

Die Wissenschaftler konnten bei den Probanden am Ende der Studie eine durchschnittliche Zunahme der Ausdauer um etwa 11 % messen. Einige Teilnehmer waren derart begeistert, dass sie sich für den Erwerb eines E-Bikes entschieden.

Auch in anderen Untersuchungen konnte bereits bestätigt werden, dass das Fahrradfahren mit elektrischer Unterstützung bei Übergewichtigen ebenso effektiv ist wie das Fahren mit dem herkömmlichen Rad. Denn nach einer gewissen Zeit des Fahrens oder in Folge von erschwerten Bedingungen durch Gegenwind oder Höhenanstiege fehlt vielen Menschen die notwendige Kondition und Motivation.

Mit Hilfe eines E-Bikes jedoch wird die Hemmschwelle für das Weiterfahren deutlich herabgesetzt, so dass die übergewichtigen E-Biker letztlich im Vergleich zu den nicht elektrisch unterstützten Radfahrern längere und anspruchsvollere Fahrten absolvierten. Sie profitierten somit von einem ebenso großen Fitness-Gewinn wie die Vergleichsgruppe.

Vor diesem Hintergrund sind E-Bikes für Übergewichtige besonders zu empfehlen, um gelenkschonend Gewicht abzubauen und den Fettstoffwechsel anzukurbeln, um das Herz-Kreislaufsystem zu fördern und vor Folgeerkrankungen wie beispielsweise Diabetes Typ 2 zu schützen.

Beauty und ästhetische Medizin

Was bewegt Menschen zu Schönheits-Operationen?

Immer mehr Menschen unterziehen sich einem kosmetischen Eingriff, um ihr Äußeres gemäß ihres Schönheitsideals zu verändern. In immer mehr Fällen liegt keine medizinische Veranlassung für entprechende Schönheits-Operationen vor. Zudem können gesundheitliche Komplikationen mit den Eingriffen verbunden sein.

Vor diesem Hintergrund ist die Hinterfragung der eigentlichen Motivation der betreffenden Patienten besonders wichtig, um individuell auch aus medizinischer Sicht mit einem passenden Rat für die richtige Entscheidung zur Seite zu stehen.

Nicht selten ist der zunehmende gesellschaftliche und soziale Druck ausschlaggebend, wenn sich Menschen für eine Schönheitsoperation entscheiden. Um unangenehme Folgen, auch für die Psyche der Betroffenen zu vermeiden, sollte jeder Chirurg insbesondere die psychologischen Ursachen für den Wunsch nach einer entprechenden Operation herausfinden.

Im Rahmen einer Studie wurden 385 Männer und Frauen im durchschnittlichen Alter von etwa 31 Jahren, die sich ohne eine medizinische Notwendigkeit im Gesicht kosmetisch operieren ließen, befragt, welche Gründe sie zur Operation bewegten. Bei den Studienteilnehmern handelte es sich um Menschen im Iran. Dass die Studienergebnisse eventuell nicht direkt auch auf andere Kulturen übertragbar sind, muss somit berücksichtigt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer war unverheiratet.

Im Ergebnis zeigte sich, dass das Argument „Ich möchte schön sein“ bei den psychologischen Gründen für eine OP bei 88,6 % der Befragten im Vordergrund stand. Es folgten weitere Argumente wie „zufriedener mit dem Körper sein“ und „das Selbstbewusstsein verbessern“. Oftmals wurde aber auch das Argument benannt, dass man „besessen sei von der Schönheit des Gesichts“.

Auf die Frage nach den sozialen Gründen für eine Schönheits-Operation gaben die meisten Teilnehmer an, dass sie sich eine „bessere soziale Stellung“ sowie „bessere soziale Beziehungen“ erhofften. Eine OP mit dem Ziel einer besseren Eheführung wurde noch von 31,7 %, aber von den wenigsten Teilnehmern genannt.

Es zeigte sich bei der Auswertung, dass für die Studienteilnehmer die psychologischen Gründe etwas gewichtiger waren als die sozialen.

Könnten Allergien einen Schutz vor Hautkrebs bieten?

Allergien sind bekanntlich auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen zeigen unangenehme und manchmal auch lebensbedrohliche Reaktionen auf Pollen und Hausstaub oder auf Nahrungsmittel und viele andere Stoffe aus unserer Umwelt.

Wissenschaftler in London haben jetzt herausgefunden, dass es möglicherweise einen gesundheitlichen Vorteil für die Betroffenen geben könnte. Die Reaktionen im Körper, die zu einer Allergie führen, könnten helfen, das Voranschreiten bestimmter Hautkrebsarten zu verlangsamen beziehungsweise aufzuhalten.

Bei einer allergischen Reaktion spielt das sogenannte Immunglobulin E (IgE) eine entscheidende Rolle. Es ist Bestandteil unseres Immunsystems und ist maßgeblich daran beteiligt, dass eine Abwehrreaktion in Gang gesetzt wird. Weiterhin scheint IgE wichtig zu sein beim körpereigenen Schutz vor bestimmten Umweltnoxen.

Diese Vermutung stellten Wissenschaftler zunächst in Versuchen auf, in denen sich das IgE vermehrt in Hautstellen vorfand, die hohen Anteilen an UV-Strahlen oder bestimmten Umweltgiften ausgesetzt worden waren. Es hatte auf diese Weise vor Zellschädigungen und dem Voranschreiten von tumorartigen Hautschäden geschützt.

Da diese Beobachtungen auf Versuchen mit Tieren basierten, nahmen die Forscher Untersuchungen an Patienten vor, die von Basaliomen betroffen waren. Hierbei handelt es sich um einen weißen Hautkrebs. Auch bei ihnen fand man erhöhte Anteile an Immunglobulin E vor, insbesondere an solchen Hautstellen, wo der Hautkrebs weniger stark entartet war.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass IgE daran beteiligt ist, dass die betroffenen Hautzellen bei einem Basaliom weniger stark entarten und sich der Hautkrebs weniger aggressiv entwickelt. Für wichtige Erkenntnisse, inwiefern die Reaktionen des IgE bei der Krebstherapie helfen könnten, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Vitalstoffe und Ernährung

Kinder: Marine Omega-3-Fettsäuren beeinflussen kognitives Verhalten

Die marinen langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) spielen nicht nur in der Schwangerschaft und Stillzeit eine wichtige Rolle für die Gehirnentwicklung des Kindes. Auch danach verlieren diese nicht an Bedeutung, wie eine Studie zeigt.

Ein wissenschaftliches Team untersuchte den Omega-3-Fettsäure-Status im Blut von 307 Kindern im Alter zwischen 2 und 6 Jahren und verglich die Werte mit deren Abschneiden bei einem Test zur exekutiven Funktion (Kartensortieraufgabe mit Dimensionswechsel – dimensional change card sort (DCCS) task).

Ergebnisse
Die Wissenschaftler stellten fest, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem hohen Omega-3-Fettsäurewert im Blut und dem Verständnis der Kinder beim Test gab. Kinder mit einem hohen DHA-, Gesamt-Omega-3-Fettsäure- oder Dihomo-Gamma-Linolensäure-Gehalt im Blut konnten den Testanweisungen folgen. Dies war bei Kindern mit niedrigen Werten anders. Kinder mit dem höchsten Gehalt an Gesamt-Omega-3-Fettsäuren und DHA im Blut konnten drei- bis viermal häufiger die erste Schwierigkeitsstufe meistern.

Zusammenfassung
Die Ergebnisse geben einen Hinweis darauf, dass marine langkettige Omega-3-Fettsäuren wichtig für die Gehirnreifung, beispielsweise für das kognitive Verhalten sein könnten.

Polyphenol-Mischung verzögert kognitiven Abbau im Alter

Polyphenole sind bioaktive Inhaltsstoffe aus Obst und Gemüse mit zahlreichen positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Wissenschaftler aus Frankreich und Kanada untersuchten nun die Wirkung einer Polyphenol-Mischung aus Blaubeeren und Trauben.

In einer dem Zufallsprinzip unterliegenden, placebokontrollierten Ernährungsstudie wurden 215 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 erhielt über 6 Monate eine Kapsel mit einer Mischung aus Blaubeer- sowie Traubenpolyphenolen und Gruppe 2 erhielt ein Placebo.

Ergebnisse
Ein Vergleich der kognitiven Leistung zu Studienanfang und nach Ende der sechs Monate machte deutlich, dass Teilnehmer, welche Polyphenole eingenommen hatten, eine deutliche Verbesserung des Erinnerungsgedächtnisses aufwiesen. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt bei Teilnehmern, die zu den 25 % gehörten, welche zu Studienbeginn am schlechtesten bei dem Test abgeschnitten hatten.

Zusammenfassung
Polyphenole aus Blaubeeren und Trauben können dazu beitragen, im Alter den kognitiven Leistungsabfall zu verzögern.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Steigern psychische Störungen bei koronarer Herzkrankheit die Sterblichkeit?

Eine koronare Herzerkrankung (KHK) wird oftmals von psychischen Störungen begleitet. Betroffene klagen über vermehrten Stress, Ängste, depressive Verstimmungen oder auch über ein höheres Maß an Feindseligkeit und Ärger. Wie eine US-amerikanische Studie belegen konnte, stellen derartige psychische Einschränkungen für die Patienten nicht nur eine ernst zu nehmende Belastung dar, sondern sie erhöhen auch das Risiko, vorzeitig zu sterben.

Die Daten von über 5.000 KHK-Betroffenen, die zwischen den Jahren 1994 und 2010 mit Hilfe eines Belastungstests gesammelt wurden, wurden näher unter die Lupe genommen. Dabei wurden bei 15 % der Patienten psychische Störungen festgestellt. Es handelte sich dabei etwas häufiger um Frauen.

Interessanterweise war es in dieser Patientengruppe im Vergleich zu den psychisch unbelasteten Betroffenen häufiger zu weiteren Begleiterkrankungen gekommen. Dazu zählen beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit. Außerdem zeigten sie eine geringere körperliche Fitness als die Kontrollgruppe.

Während des Beobachtungszeitraumes von etwa einem Jahr waren 38 % der Studienteilnehmer verstorben. Bei der Auswertung zeigte sich, dass das Sterblichkeitsrisiko bei den KHK-Patienten, die zusätzlich unter psychischen Störungen litten, um das Doppelte erhöht war. Wichtige Parameter wie das Alter, Geschlecht und das Vorhandensein weiterer möglicher Begleiterkrankungen wurden dabei berücksichtigt.

Depressionen – auf eine aufrechte Körperhaltung achten

Betroffene einer Depression zeichnen sich oftmals dadurch aus, dass ihr Körper zusammengesunken und gekrümmt wirkt. Wie wichtig in diesem Zusammenhang jedoch eine aufrechte Körperhaltung für die Stimmung ist, zeigt das Ergebnis einer australischen Studie. Darin konnte bestätigt werden, dass eine aufrechte Körperposition die psychische Stimmung positiv beeinflusst.

61 Männer und Frauen, die von einer leichten bis mittelschweren Depression betroffen waren, nahmen an der Studie teil. Bei der Hälfte der Patienten wurde mit Hilfe von Physio-Tapes, die am Oberkörper therapeutisch angebracht wurden, eine aufrechtere Haltung erzwungen. Die zweite Kontrollgruppe erhielt ebenfalls Physio-Tapes, nur wurden diese derart locker angebracht, dass sie keine Auswirkung auf die Körperhaltung hatten.

Anschließend ermittelten die Forscher mit Hilfe von Stresstests und Fragebögen den Gemütszustand der Studienteilnehmer. Sie mussten in kurzer Zeit einen freien Vortrag präsentieren sowie Rechenaufgaben lösen. In einer anschließenden Befragung wurde erneut der Gemütszustand ermittelt. Der gesamte Versuch dauerte etwa 25 Minuten an.

Im Ergebnis zeigte sich, dass grundsätzlich alle depressiv verstimmten Probanden im Vergleich zu vorher entsprechend untersuchten Gesunden stärker gekrümmt saßen. Jedoch änderte die physiologisch getapte Gruppe ihre Körperhaltung während der Untersuchung in eine eindeutig aufrechtere Haltung im Vergleich zur Kontrollgruppe, die weiterhin mit ihrem Oberkörper „durchhing“.

Wie die Befragungen, Tests und die Bewertung der Vortragsausführung zeigte, definierten die getapten, aufrecht sitzenden Teilnehmer ihre Stimmung eindeutig positiver als die Kontrollgruppe. Sie beschrieben einen weniger müden, trägen und abgeschlagenen Gemütszustand. Auch spezielle Analysen des von ihnen präsentierten Vortrages bestätigten, dass ihre Wortwahl größer war und weniger Bezug zur eigenen Verfassung bestand.

Die Haltungskorrektur schien somit tatsächlich eine Verbesserung von depressiven Symptomen zu bewirken.
Möglicherweise könnte eine entsprechende Schulung der Haltung von betroffenen Patienten einer Depression eine wichtige ergänzende Therapiemethode sein, so laute die Äußerung der Studienverantwortlichen.

Share This