Mit dem Eucell Vitalstoff-Telegramm informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Ernährungsmedizin. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Schwangerschaft & Probiotika: Schnellere körperliche Entwicklung des Nachwuchs// Anthocyane unterstützen Herzgesundheit: Metaanalyse //Schwangerschaft: DHA verbessert Problemlösungsfähigkeit beim Nachwuchs// Marine Omega-3-Fettsäuren lindern Depressionen // Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Vitalstoffkombination kann helfen // Magenbypass-OP: Marine Omega-3-Fettsäuren zur Vorbereitung

Schwangerschaft & Probiotika: Schnellere körperliche Entwicklung des Nachwuchs

Eine ausreichende Zufuhr an Nährstoffen ist besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit von großer Bedeutung. Wissenschaftler untersuchten in einer großen Interventionsstudie den Einfluss von probiotischen Kulturen auf den Nachwuchs. 208 schwangere Frauen erhielten während des letzten Schwangerschaftsdrittels und während der ersten 2 Monaten der Stillzeit entweder ein Vitalstoffpräparat mit oder ohne Probiotika oder ein Placebo. Nach 12 Monaten untersuchten die Wissenschaftler den Einfluss auf das Kleinkind.

Ergebnisse
Kinder von Müttern, die Vitalstoffe kombiniert mit den probiotischen Lactobazillen und Bifidobakterien eingenommen hatten, wiesen eine bessere körperliche Konstitution auf als Kinder von Müttern, die ein Placebo erhalten hatten. Die Kinder waren im Schnitt 0,8 cm größer und 360 g schwerer.

Zusammenfassung
Die Einnahme von Vitalstoffen kombiniert mit probiotischen Kulturen in der Spätschwangerschaft und während der Stillzeit unterstützt die körperliche Entwicklung des Neugeborenen.

Anthocyane unterstützen Herzgesundheit: Metaanalyse

Eine Metaanalyse veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Clinical Nutrition unterstützt die Einnahme von Supplementen mit Anthocyanen. Anthocyane sind eine Untergruppe der Polyphenole und kommen beispielsweise in Früchten wie Beeren vor. Zahlreiche klinische Studien haben einen Nutzen für die Herzgesundheit untersucht, weshalb eine Studiengruppe nun die Ergebnisse zusammengefasst hat.

Ergebnisse
Die Wissenschaftler identifizierten insgesamt 19 randomisierte, placebokontrollierte Studien (RCT) und unterzogen sie einer Metaanalyse. Nach Auswertung der Studien kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Anthocyane einige kardiometabolische Parameter verbessern können. Dazu zählen neben der Insulinresistenz (HOMA-IR) auch die Blutfettwerte Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin. Kein Effekt hingegen konnte für das Körpergewicht, den Body-Mass-Index (BMI) oder Blutdruck nachgewiesen werden.

Zusammenfassung
Die Einnahme von Supplementen mit Anthocyanen könnten nach den Ergebnissen der Wissenschaftler eine sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung der Herzgesundheit sein.

Schwangerschaft: DHA verbessert Problemlösungsfähigkeit beim Nachwuchs

Docosahexaensäure auch bekannt als DHA ist eine langkettige Omaega-3-Fettsäure, die nur in Lebensmitteln aus dem Meer wie bspw. Fisch vorkommt. Während der Schwangerschaft und Stillphase kommt DHA eine besondere Rolle für die gesunde Entwicklung des Gehirns und der Sehkraft zu. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass DHA eine wichtige Rolle für die Fähigkeit des Nachwuchs besitzt, Probleme lösen zu können. 

Ergebnisse
Die Wissenschaftler erfassten in der 28. Schwangerschaftswoche und dem 3. Monate nach der Geburt den DHA-Status der Mutter im Blut. Ebenso testeten sie die Problemlösungsfähigkeiten beim Nachwuchs im Alter von 6 und 12 Monaten. Es zeigte sich, dass Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft und Stillzeit einen guten DHA-Status aufwiesen, bessere Fähigkeiten zum problemlösenden Denken besaßen. Der Effekt war so stark, dass er unabhängig vom sozioökonomischen Status und dem Bildungsstand der Mutter Bestand hatte.

Zusammenfassung
Der Einnahme von DHA während der Schwangerschaft und Stillzeit kommt eine besondere Bedeutung für die kognitive Entwicklung des Nachwuchs zu.

Marine Omega-3-Fettsäuren lindern Depressionen

Eine Pilotstudie der Universitäten von North Carolina, Pennsylvania und Virginia berichtet über einen Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Index und der Abnahme depressiver Symptome. Jiang und Kollegen rekrutierten 108 Patienten mit Depressionen (Hamilton Depressionsskala ≥ 18 Punkte) und einer Herzinsuffizienz. Während eines Zeitraums von 12 Wochen erhielten die Teilnehmer entweder eine Kombination aus den marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) oder reine EPA oder ein Placebo.

Ergebnisse
In beiden Omega-3-Gruppen kam es im Vergleich zur Placebogruppe zu einer signifikanten Zunahme der Omega-3-Fettsäurekonzentrationen im Körper. Ebenso stellten die Wissenschaftler fest, dass eine höhere Omega-3-Konzentration mit abnehmenden depressiven Symptomen und einer verbesserten allgemeinen Gesundheit (36-Punkte Gesundheits-Check) einher ging.

Zusammenfassung
Marine Omega-3-Fettsäuren können die Gesundheit und Symptome bei Depressionen in Kombination mit Herzinsuffizienz verbessern.

 

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Vitalstoffkombination kann helfen

Eine Kombination aus marinen Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D konnte Frauen mit PCOS helfen. In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie erhielten 60 Frauen im Alter zwischen 18-40 Jahren über 12 Wochen täglich eine Vitalstoffkombination aus 2 g marinen Omega-3-Fettsäuren und circa 89 µg Vitamin D. 

Ergebnisse
In der Folge kam es zur Verbesserung zahlreicher Parameter. Neben der Abnahme des Testosterongehaltes kam es zur Verbesserung der Punktezahl bei drei verschiedenen Fragebögen zu Depressionen, der allgemeinen Gesundheit, Angst und Stress. Ebenso verbesserten sich die Biomarker hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP), Malonyldialdehyd (MDA) und die antioxidative Gesamtkapazität (TAC). Die Wissenschaftler beobachteten zusätzlich eine Downregulation der Expression von Genen für Interleukin-1 (IL-1) und eine Upregulation von Genen des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VGEF).

Zusammenfassung
Die Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren mit Vitamin D hat zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit von Frauen mit einem PCOS.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Magenbypass-OP: Marine Omega-3-Fettsäuren zur Vorbereitung

Die präoperative Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren könnte bei einer Magenbypass-Operation mit Vorteilen für die postoperative Phase verbunden sein. Wissenschaftler veröffentlichten im Fachjournal Clinical Nutrition die Ergebnisse einer randomisierten und kontrollierten Interventionsstudie. Patienten, die sich einer Roux-en-Y-Magenbypass-Operation unterzogen hatten, erhielten ab dem 10. Tag vor dem Eingriff eine spezielle eiweißreiche Vorbereitungskost mit oder ohne marine Omega-3-Fettsäuren.

Ergebnisse
Patienten, die eine Vorbereitungskost mit marinen Omega-3-Fettsäuren verzehrten, hatten signifikant weniger postoperative Schmerzen (25 +/- 9,2 mm vs. 10,9 +/- 4,4 mm) und signifikant geringere Entzündungswerte (C-reaktiven Proteins – CRP) als Patienten der Kontrollgruppe. Einen Unterschied in Bezug auf postoperative Komplikationen war nicht vorhanden.

Zusammenfassung
Die Verwendung eines Omega-3-Fettsäure-reichen Supplementes ist eine sinnvolle komplementärmedizinische Vorbereitung auf eine Magenbypass-Operation.

Share This