Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe: Gesundheitlicher Schaden durch die berufliche Smartphone-Nutzung nach Feierabend // Schaden bereits kleinste Mengen Alkohol und Nikotin dem Gehirn? // Kariesdetektor // Gesundheitspflege für das Herz – bereits 10 Minuten zügiges Spazierengehen helfen // Weniger Hunger nach dem Joggen // Behandlung von Haarausfall durch Dufttherapie? // Die „Schnappschuss-Dysmorphie“ – gestörte Selbstwahrnehmung durch Selfies // Osteoporose: Probiotika verlangsamen Knochenabbau // Marine Omega-3-Fettsäuren verbessern Ruhepuls // Gesund altern durch ein gutes Arbeitsklima // Herzkrank durch Lärm?

Gesundheit und Prävention

Gesundheitlicher Schaden durch die berufliche Smartphone-Nutzung nach Feierabend

Erreichbar sein nach Feierabend, schnell noch einmal die letzten Mails checken, das kennen zunehmend viele Arbeitnehmer und engagieren sich auf diese Weise mehr und mehr Stunden in ihrer eigentlichen Freizeit für ihren beruflichen Job. Das Statistische Bundesamt berichtet in diesem Zusammenhang davon, dass heute die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer von zu Hause aus auf seine elektronischen Nachrichten zurückgreift, vorzugsweise über das Smartphone.

Laut Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung der Universität Dortmund riskieren Betroffene ihre psychische Gesundheit durch das permanente Erreichbar-Sein und Mobil-Bleiben, wenn sie sich im Gegenzug nicht einen ausreichenden Ausgleich durch gesunden Schlaf oder andere wichtige Maßnahmen verschaffen.

Die Arbeitspsychologen haben eine Studie mit 63 Teilnehmern durchgeführt. Für die Dauer von zehn Tagen sollten diese mit Hilfe von Online-Fragebögen Protokoll führen über die Nutzung ihres Smartphones für berufliche Zwecke nach Feierabend. Weiterhin sollten sie über ihr Schlafverhalten sowie über möglicherweise aufgetretene Erschöpfungserscheinungen berichten.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die ständige mobile Erreichbarkeit eine extreme Doppelbelastung für die Betroffenen darstellt. Sie fühlen sich hin- und hergerissen zwischen den unterschiedlichen Anforderungen des Berufs- und Familienlebens. Die persönliche Stress- und Belastungsgrenze ist sehr schnell erreicht und wird daher häufig überschritten.

Sofern der Körper im Anschluss an einen derart belastenden Tag nicht ausreichend Schlaf findet, fühlen sich die Betroffenen bereits am nächsten Tag extrem erschöpft. Viele neu anstehende Aufgaben, die erhöhte Konzentration und Selbstkontrolle erfordern, können nicht zufriedenstellend erfüllt werden.

In Summe ist demnach mit einer sinkenden Leistungsfähigkeit der Betroffenen zu rechnen, es sei denn, man beugt den Folgen einer doppelten Beanspruchung durch eine gute Schlafhygiene vor. Ausreichend guter Schlaf in einem möglichst regelmäßigen Rhythmus mit wiederkehrenden Zubettgehzeiten verschafft dem Körper Erholung und lässt ihn ausreichend Energie für den kommenden Tag tanken.

Schlaf darf jedoch kein Freibrief sein für eine grenzenlose Erreichbarkeit durch den Arbeitgeber. Nachvollziehbare Regeln und Erwartungen für die berufliche Nutzung des Smartphones sowie deren Einhaltung – auch von Seiten der Vorgesetzten – sind daher besonders wichtig.

Schaden bereits kleinste Mengen Alkohol und Nikotin dem Gehirn?

Ab und zu mal ein Bier oder ein Glas Wein und die tägliche Genusszigarette nach dem Essen, das ist doch nicht schädlich! So lautet die Einstellung vieler Menschen zum Verzehr von Genussmitteln. Doch laut Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern aus Dresden und Oxford scheinen bereits kleinere Mengen negative Spuren in unserem Körper zu hinterlassen, und zwar in unserem Gehirn.

Unter anderem mit Hilfe von kernspintomografischen Untersuchungen wurden 125 Erwachsene im Alter von maximal 40 Jahren diesbezüglich näher unter die Lupe genommen. Nachdem die Wissenschaftler Daten zur körperlichen Gesundheit (Blutdruck, Cholesterinhaushalt etc.), zum Fitnessstand sowie zum Genuss von Alkohol und Zigaretten sammelten, ermittelten sie auch Aufnahmen und Messwerte vom Gehirn.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass allein das Rauchen oder der Genuss von Alkohol Gefäße und Gehirn schädigen. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass sich die Genussmittel offenbar negativ auf die Umhüllungen der im Gehirn ansässigen Nervenfasern auswirken. Die sogenannten Myelinscheiden scheinen damit ihre schützende Isolierfunktion nicht ausreichend ausüben zu können. Gedächtnisverlust kann die Folge sein.

Da sich das Gehirn bis zum 25. Lebensjahr in der Entwicklungsphase befindet, bekanntlich aber auch viele junge Erwachsene gerne über den Durst hinaus trinken und zur Zigarette greifen, riskieren sie damit eine gesunde Entwicklung wichtiger Hirnregionen. Nicht zu vergessen sind die zusätzlichen negativen Auswirkungen der Genussmittel sowie eines ungesunden Lebensstils auf das Herz-Kreislauf-System.

In Deutschland raucht noch immer ein Viertel der Bevölkerung, Jugendliche ab 15 Jahren eingenommen! Beim Alkoholkonsum kommt sie laut einer Erhebung von vor drei Jahren zu einem jährlichen Konsum von 9,6 Litern reinen Alkohols.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Kariesdetektor

Bei einem Kariesdetektor (Synonyme: caries detector; Kariesfinder) handelt es sich um eine Flüssigkeit, die aus einem Lösungsmittel mit definierter Molekülgröße und einem Farbstoff besteht. Die Lösung dient zur Überprüfung einer kariösen Läsion (eines Loches) nach Exkavation (Kariesentfernung) und vor weiterer restaurativer (Füllungs-) Versorgung um sicherzustellen, dass kein kariöses Restdentin (Zahnbein) zurückbleibt.

Kariesdetektorlösungen werden von etlichen Herstellern angeboten. Ihnen gemeinsam ist ein Lösungsmittel, beispielsweise Propylenglykol, das auf Grund der definierten Größe seiner Molekülein nekrotisches (abgestorbenes) und von Bakterien penetriertes Dentin (durchdrungenes Zahnbein) eindringen kann, nicht aber in gesundes oder nur demineralisiertes Dentin, dem lediglich durch den Säureangriff der Karies verursachenden Bakterien die Hartsubstanzanteile entzogen sind.

Der mittransportierte Farbstoff, z. B. Erythrosin 1 %, wiederum dient dazu, das entsprechende Dentinareal zu markieren und vom erhaltungswürdigen Dentin optisch abzugrenzen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Ein Kariesdetektor unterscheidet sich von anderen Methoden der Kariesdiagnostik wie z. B. dem Röntgen, der faseroptischen Transillumination oder der Laserfluoreszenz dadurch, dass er nicht in einer zahnärztlichen Kontrolluntersuchung, sondern während der Behandlung eines kariösen Defekts zum Einsatz kommt.

Auch ohne Anwendung einer Detektorflüssigkeit ist es für den routinierten Zahnarzt möglich, weiches, demineralisiertes und somit zu entfernendes Dentin von noch mineralisiertem, sondenhartem Dentin zu unterscheiden, indem er die sogenannte taktile (das „Tasten“ betreffend) Methode anwendet und den exkavierten Defekt mit einer zahnärztlichen Sonde unter leichtem Druck abtastet und dadurch die unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheit erspürt.

Außerdem ist der sogenannte cri dentaire („Zahnschrei“), ein typisches Geräusch beim Sondieren mineralisierten Dentins, ein sicheres Zeichen für eine erfolgreiche Exkavation (Kariesentfernung).

Die Anwendung eines Kariesdetektors stellt also keine conditio sine qua non (unverzichtbare Bedingung) dar, ist aber eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Exkavationskontrolle.

Sport

Gesundheitspflege für das Herz – bereits 10 Minuten zügiges Spazierengehen helfen

Eine aktuelle Warnung der Weltgesundheitsorganisation zum mangelhaften Bewegungsverhalten der Deutschen zeigt, dass die Menschen hierzulande mittlerweile nicht viel mehr Sport treiben als die US-Bürger. Betrachtet man ausschließlich die körperliche Aktivität der Frauen in Deutschland, so fällt auf, dass diese ähnlich gering ist wie die derjenigen Menschen, die in den inaktivsten Ländern wie beispielsweise Brasilien oder Saudi-Arabien leben.

Laut Aussage eines Expertens der Deutschen Herzstiftung ist es vor dem Hintergrund dieser Meldungen wichtig, die Menschen für mehr körperliche Bewegung zu begeistern. Nur so ist der bereits angelaufene Trend, dass Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes und auch Demenz- und Krebserkrankungen ansteigen, aufzuhalten.

Es sei auch untragbar, dass bereits im Kindesalter vielen Heranwachsenden einerseits in den Schulen durch den Ausfall von Sportstunden und andererseits in der Freizeit zunehmend Gelegenheiten entzogen werden, um regelmäßig sportlich aktiv zu sein. Negative gesundheitliche Folgen in den kommenden Jahren seien vorprogrammiert.

Den Erwachsenen geht es dabei nicht anders. Permanenter Stress sowie mangelnde Zeit aufgrund zahlreicher Verpflichtungen schränken die wünschenswerte körperliche Aktivität scheinbar zunehmend ein. Dabei wäre es so einfach, dem Körper die notwendige regelmäßige körperliche Bewegung zu verschaffen. Es sollten täglich zumindest kürzere Einheiten genutzt werden, um den Körper zu trainieren.

Wer am Tag 10 Minuten ausdauernd aktiv ist, beispielsweise durch Fahrradfahren, Walken, Joggen oder Schwimmen, der könne das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie Diabetes um etwa 20 % herabsetzen. Wichtig dabei sei es, dieses Minimal-Sportprogramm über mindestens sechs bis acht Wochen zu absolvieren, da sich nach dieser Zeit ein effektiver positiver Nutzen für den Stoffwechsel, für die Muskeln sowie für die Gefäß- und Herzgesundheit zeige.

Idealerweise sollte das Ausdauertraining durch leichte Kraftübungen zur Stärkung der Muskeln ergänzt werden.

Weniger Hunger nach dem Joggen

Wer ein paar überflüssige Pfunde verlieren möchte, dem ist bekanntlich angeraten, regelmäßig Sport zu treiben. Dieses führt nicht nur dazu, dass überflüssige Kalorien verbrannt werden, sondern auch das Hungergefühl reduziert wird. Ob mittelmäßiger und auch intensiverer Ausdauersport auch bei bereits Trainierten den Appetit zügelt, untersuchten japanische Wissenschaftler. Denn bisher ist man von diesem Nebeneffekt eher bei untrainierten, ggf. übergewichtigen Personen ausgegangen.

Im Rahmen der Studie nahmen durchtrainierte Männer im Alter von 20 Jahren täglich an einem morgendlichen 20 km-Dauerlauf auf nüchternem Magen teil. Zwischenzeitlich ließen sie den Lauf ausfallen und ruhten sich entsprechend aus. Währende der Trainings- beziehungsweise gleich langen Ruhezeit nahmen die Teilnehmer 400 ml Wasser zu sich.

Mit Hilfe von Blutproben und weiteren Messungen wurden vor sowie unmittelbar nach dem Training bzw. der Ruhephase Kenndaten bezüglich des Stoffwechsels und des Hormonstatus ermittelt. Der Belastungspuls lag bei allen laufenden Teilnehmern etwa gleich hoch bei durchschnittlich 78 % der maximalen Herzfrequenz.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Werte des Hormons, das den Appetit mitbestimmt, nach dem Lauf deutlich reduziert waren. Im Vergleich zu den nicht körperlich aktiven Teilnehmern lag er um etwa 14 % niedriger. Bei den Hormonwerten, die das Sättigungsgefühl bestimmen, gab es hingegen keine Änderungen.

Auch entsprechende Befragungen kamen zu dem gleichen Ergebnis, dass die Sportler ein geringeres Hunger- beziehungsweise Appetitgefühl hatten als die ausgeruhten Teilnehmer. Während eines angebotenen Frühstücks nahm die morgendliche Jogginggruppe durchschnittlich 13 % weniger Kalorien zu sich als die Nicht-Jogger.

Beauty und ästhetische Medizin

Behandlung von Haarausfall durch Dufttherapie?

Wer wünscht sich nicht ein gesundes Haarwachstum? Bei zunehmend vielen Menschen bleibt die Erfüllung dieses Wunsches jedoch aus, weil sie stress- oder hormonbedingt vom vorzeitigen Haarausfall betroffen sind. Der natürliche Lebenszyklus ihrer Haare ist eingeschränkt, beziehungsweise die Wachstumsphase der Haare ist verkürzt. Die Haare werden folglich nach der sogenannten „Selbstmord-“ und anschließenden „Ruhephase“ verfrüht abgestoßen.

In vergangenen Studien konnte bereits ein wichtiger Zusammenhang zwischen bestimmten Duftrezeptoren und dem Wachstum spezieller Hautstellen nachgewiesen werden. Duftstoffe aus Sandelholz konnten demnach eine Wundheilung und Regeneration der Haut um bis zu 50 % steigern. Ob eine ähnliche stimulierende Beziehung auch zwischen Haarwurzelzellen und den Duftstoffen besteht, versuchten Wissenschaftler der Universität in Manchester gemeinsam mit Bochumer Experten herauszufinden.

Es zeigte sich, dass entsprechende Duftrezeptoren auch in bestimmten Zellen der Haarwurzeln beteiligt sind, insbesondere in der wichtigen Wachstumsphase eines Haares. Sobald diese Rezeptoren mit bestimmten Duftstoffen wie Brahmanol oder Sandalore aus Sandelholz für einige Tage in Kontakt gekommen waren, kam es zu einer Ankurbelung des Haarwuchses.

Auf diese Weise konnte die wünschenswerte Phase des Haarwachstums um bis zu 30 % erhöht werden mit der sichtbaren Folge einer längeren Haarlebensdauer.

Weitere Untersuchungen sind notwendig, um aus diesem Ergebnis genauere Rückschlüsse für die mögliche Entwicklung von speziellen Haarwassern oder Haarpflegeprodukten mit entsprechenden Duftstoffen ziehen zu können.

Die „Schnappschuss-Dysmorphie“ – gestörte Selbstwahrnehmung durch Selfies

Selfies sind „in“, und jeder möchte auf einem Selfie originell und vor allem gut aussehen. Was früher einzig in der Werbebranche durch professionelle Fachkräfte manipuliert wurde, um Prominente auf Fotos schön aussehen zu lassen, wird nun jedem Smartphone-Nutzer durch entsprechende Apps ermöglicht: Immer mehr Menschen, insbesondere Frauen, posten nicht ich natürliches „Ich“, sondern verzerren ihr Äußeres, indem sie ihrem vermeintlichen Abbild zum Beispiel weißere Zähne, glattere Haut oder sogar kräftigere Lippen verpassen.

Das Bild im Netz soll perfekt sein. Ungeschönte Bilder werden von vielen Nutzern als minderwertig angesehen. Dieser Entwicklung sehen viele Mediziner mit Sorge entgegen, denn das permanente Aufhübschen der Bilder kann bei vielen Menschen zu einer gefährlichen Verzerrung des Körperbildes und somit zu einer krankhaft gestörten Selbstwahrnehmung führen, der sogenannten „körperdysmorphen Störung“.

Die Betroffenen bilden sich einen Mangel an ihrem Äußeren ein, obwohl dieser nicht gegeben ist. Hinzu kommt, dass die inneren Werte einer Person durch das permanente Posten der geschönten Selbstportraits zunehmend in den Hintergrund gedrängt werden.

Um dieser Entwicklung näher auf den Grund zu gehen, wurden im Rahmen einer australischen Studie 101 junge Mädchen befragt. Sehr schnell fiel den Wissenschaftlern dabei auf, dass die Verschönerung der Selfies um so extremer war, je unzufriedener die Mädchen mit ihrem Aussehen und ihrer Körperfigur waren. Viele von ihnen zeigten zudem Probleme im Essverhalten.

Alle Mädchen, die sich für das Netz phototechnisch verschönerten, legten besonders großen Wert auf die Beurteilung ihrer eigenen Person durch andere. Von außen auferlegte Schönheitsstandards, die es von Natur aus nur sehr selten gibt, scheinen den betroffenen Frauen als Ideal zu dienen.

Die besorgniserregende Entwicklung der Körperdismorphie führt dazu, dass immer mehr Menschen sich in Anlehnung an die gehübschten Bilder auch in ihrer realen Welt ein entprechendes Äußeres wünschen und mit diesen Bildern einen Schönheitschirurgen aufsuchen.

Viele Wissenschaftler schlagen Alarm, denn zum einen seien viele Verschönerungswünsche, die aus einer App entstammen, nicht realisierbar. Zum anderen benötigten die Betroffenen eher einen anderen therapeutischen Ansatz als durch einen Schönheitschirurgen. Eine entsprechende Körperdismorphie sollte eher vom Psychotherapeuten behandelt werden, damit die Betroffenen die gesunde und unverzerrte Einstellung zum natürlichen „Ich“ zurückgewinnen.

Vitalstoffe und Ernährung

Osteoporose: Probiotika verlangsamen Knochenabbau

Eine gestörte Zusammensetzung der Darmflora könnte nach experimentellen Studien an Mäusen Mitauslöser für eine geringe Knochendichte sein. Ein Team aus Wissenschaftlern untersuchte nun den Effekt bei Menschen. In einer doppeltverblindeten, nach einem Zufallsprinzip durchgeführten, klinischen Studie wurde die Wirkung probiotischer Kulturen auf die Knochendichte untersucht.

Insgesamt nahmen 70 postmenopausale Frauen im Alter zwischen 75 und 80 Jahren über 12 Monate täglich ein Pulver mit Lactobazillen oder ein Placebo ein. Die Frauen hatten eine geringe Knochendichte, jedoch noch keine ausgeprägte Osteoporose.

Ergebnisse
In beiden Gruppen kam es nach 12 Monaten zu einem erwarteten Voranschreiten der Knochendichteabnahme. In der Lactobazillusgruppe fiel der Rückgang jedoch signifikant geringer aus als in der Placebogruppe (-0,83 % vs. -1,85 %). Dies entsprach einem durchschnittlich verringerten Knochendichterückgang um 1,02 %.

Zusammenfassung
Probiotische Kulturen insbesondere Lactobazillen können nach den Ergebnissen der Studie vermutlich über die Darmflora einen positiven Einfluss auf die Knochendichte ausüben. Der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch nicht geklärt.

Marine Omega-3-Fettsäuren verbessern Ruhepuls

Die Ergebnisse einer großen hochwertigen Analyse unterstützen die allgemeine Auffassung, dass marine Omega-3-Fettsäuren eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit aufweisen. Wissenschaftler werteten insgesamt 51 dem Zufallsprinzip unterliegende, placebokontrollierte Ernährungsstudien mit insgesamt circa 3.000 Teilnehmern aus. Die Studien untersuchten den Einfluss der Einnahme der marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) auf den Ruhepuls.

Ergebnisse
Nach Auswertung aller Studien ergab das Gesamtergebnis eine positive Wirkung der marinen Omega-3-Fettsäuren. EPA und DHA in Kombination senkten den Ruhepuls im Durchschnitt um 2,23 Schläge pro Minute. Wurden beide Fettsäuren einzeln eingenommen, reduzierte lediglich DHA den Ruhepuls deutlich. EPA hatte keinen eindeutigen Einfluss.

Zusammenfassung
Die Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren hat einen positiven Einfluss auf die Herzgesundheit und kann den Ruhepuls senken.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Gesund altern durch ein gutes Arbeitsklima

Eine aktuelle veröffentlichte Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) bringt es auf den Punkt: Immer mehr Menschen ist es wichtig, dass das Betriebsklima am Arbeitsplatz gut ist. Doch etwa nur zwei Drittel der Befragten fühlen sich am Arbeitsplatz tatsächlich wohl. Die Zahl der Fehltage infolge von psychischen Erkrankungen hat sich in den letzten zehn Jahren um fast 70 % erhöht.

Der Wunsch vieler Arbeitnehmer nach mehr kollegialer Zusammenarbeit und Loyalität des Unternehmens sowie nach guten, gesunden Arbeitsbedingungen und sinnvollen Tätigkeiten scheint bei vielen Menschen nicht erfüllt. Dabei sind diese wünschenswerten Bedingungen offenbar sehr viel wichtiger als ein höheres Einkommen.

Denn wer dauerhaft einem ungünstigen Betriebsklima und belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt ist, fehlt scheinbar doppelt so oft und ist häufiger krank als Menschen, die mit ihrer Situation am Arbeitsplatz zufrieden sind.

Insbesondere psychische Belastungen durch fehlendes Vertrauen und schlechte Zusammenarbeit nagen dauerhaft an der Gesundheit und führen zu mehr Krankheitstagen. Wie der diesjährige Fehlzeitenreport der AOK, für den 2.030 Menschen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren befragt wurden, erkennen lässt, fallen Arbeitnehmer immer häufiger aus, weil sie psychisch erkrankt sind.

Ängste, Depressionen und andere Erkrankungen der Psyche führten 2017 dazu, dass die Betroffenen doppelt so lange ausfielen als solche Arbeitnehmer, deren Psyche nicht dauerhaft überlastet war. Im Durchschnitt fällt ein Arbeitnehmer offenbar etwa 12 Tage pro Jahr durch Krankheit aus, zufriedene Arbeitnehmer nur 9,4 Tage.

Bei den unzufriedenen Kollegen liegt die Ausfallquote bei 19,6 Tagen. Wenn sich aus einer dauerhaft manifestierten Unzufriedenheit eine psychische Erkrankung ausbildet, dann kommen die Betroffenen sogar auf etwa 26 Fehltage. Der hohen Anzahl an Fehltagen aufgrund psychischer Leiden sollte unbedingt entgegengewirkt werden, um die seelische Gesundheit zu erhalten und somit belastungsbedingten psychischen Erkrankungen vorzubeugen, vor allem auch vor dem Hintergrund eines gesunden langen Lebens.

Herzkrank durch Lärm?

Herz-Kreislauferkrankungen stellen eine häufige Todesursache dar. Auf der Suche nach möglichen krankmachenden Ursachen, die immer mehr Menschen auf das Herz schlagen, wird neben der Luftverschmutzung zunehmend eine dauerhafte Lärmbelastung diskutiert.

Über ein Drittel der Menschen in Europa sind permanent unangenehmen Geräuschepegeln durch Verkehr auf den Straßen, auf Schienen und in der Luft ausgesetzt. Dieser Lärm führt bei zunehmend vielen Menschen zu dauerhaftem chronischen Stress, der nicht ohne Folge für die Gesundheit bleibt.

Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Studien, in denen spezielle Zahlen zur Lärmverschmutzung genannt werden konnten. Bereits ab einem Verkehrsgeräuschpegel von 50 dB erhöht sich pro weiterer Lärmpegel-Erhöhung um 10dB das Risiko für Schlaganfall um 14 %, für Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz um bis zu 7 % und für Herz-Kreislauferkrankungen um 6 %. In ähnlichem Maße steigerte sich auch das Risiko für Bluthochdruck.

Zurückzuführen seien diese alarmierenden Daten wohl auch darauf, dass Betroffene aufgrund einer Beeinträchtigung ihres Hormonspiegels und infolge der entsprechend chronischen Stressbelastung schlechter und weniger schlafen. Dieses wiederum habe zur Folge, dass das Aktivitätsniveau vieler Menschen sinkt und die Betroffenen auf Dauer einen ungesünderen Lebensstil entwickeln.

Dieser wiederum bleibt nicht ohne negative Folgen auf die Gesundheit. Entsprechenden umweltbedingten Noxen sollte daher mehr Beachtung geschenkt werden, wenn es darum geht, gesund zu altern.

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