Mit dem Eucell Vitalstoff-Telegramm informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Ernährungsmedizin. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe:

Lutein steht in Zusammenhang mit körperlicher Aktivität// Omega-3-Fettsäuren & körperliche Fitness im Alter// Muskelaufbau bei Sarkopenie: Molkenprotein am effektivsten// Beta-Carotin schützt möglicherweise vor metabolischem Syndrom// Polyphenole senken Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen// Erkältungen: Vitamin C verkürzt Dauer und lindert Symptome

Review: Lutein steht in Zusammenhang mit körperlicher Aktivität

Lutein ist ein Carotinoid und kann nach den Ergebnissen einiger Studien das Risiko für chronische Erkrankungen reduzieren. Ein systematisches Review, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Nutrients, untersuchte nun einen Zusammenhang zwischen der Luteinversorgung (Höhe der Aufnahme sowie Konzentration im Blut) und dem körperlichen Aktivitätsstatus. Hierfür durchsuchten die Autoren der Studie verschiedene wissenschaftliche Literaturdatenbanken. 

Ergebnisse
Insgesamt 17 Studien erfüllten die Suchkriterien. Davon berichteten 11 Studien über ein positives Ergebnis, drei Studien von gemischten Ergebnissen und weitere drei Studien über keinen Zusammenhang. Bei Männern und Frauen mit einer hohen Luteinkonzentration im Blut war die körperliche Aktivität bis zu 600 % höher als die von Studienteilnehmern mit einem geringen Luteinhalt.

Zusammenfassung
Eine gute Luteinversorgung steht in einem günstigen Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität.

MAPT-Studie: Omega-3-Fettsäuren & körperliche Fitness im Alter

Marine Omega-3-Fettsäuren haben schon in zahlreichen Studien einen gesundheitlichen Nutzen bewiesen. Dazu zählen beispielsweise positive Wirkungen im Bereich der Gehirn- und Herzfunktion, aber auch auf das Immunsystem. Französische Wissenschaftler entdeckten nun einen weiteren interessanten Zusammenhang. Fougère und Kollegen werteten in einer Querschnittsstudie die Daten der MAPT-Studie aus. Die MAPT-Studie (Multidomain Alzheimers Disease Trial) ist eine placebokontrollierte RCT-Studie und umfasst 1.449 Senioren im Alter zwischen 70-79 Jahren. Die Wissenschaftler wollten untersuchen, ob die Versorgung mit den marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) einen Einfluss auf deren körperlichen Fitnesszustand hatte. Dazu mussten die Teilnehmer einen kurzen Fitness-Test mit verschiedenen Übungen absolvieren. Ebenso wurden die EPA- und DHA-Konzentrationen der Erythrozyten bestimmt und mit den Testergebnissen in Zusammenhang gebracht. 

Ergebnisse
Senioren mit niedrigen EPA- und DHA-Konzentrationen hatten im Vergleich zu den Anderen eine deutlich schlechtere körperliche Fitness. Der Effekt verlor jedoch, nach Bereinigung zahlreicher Störfaktoren, die statistische Signifikanz.

Zusammenfassung
Auf Grundlage der Studienergebnisse könnten marine Omega-3-Fettäsuren eine wichtige Funktion für die körperliche Fitness im Alter haben.

Muskelaufbau bei Sarkopenie: Molkenprotein am effektivsten

Eine aktuelle Studie hat herausgefunden, dass Molkenproteine den Wiederaufbau von Muskelmasse effektiver unterstützen als Kollagenpeptide. Die Wissenschaftler der McMaster Universität in Hamilton (Kanada) induzierten in einem Studienmodell mit ausgewählten Teilnehmern einen stufenweisen Muskelmassenverlust. Anschließend untersuchten sie, welche nutritiven Maßnahmen den anschließenden Muskelaufbau optimal unterstützten. Insgesamt 16 Männer und 15 Frauen im Alter zwischen 64 und 72 Jahren nahmen an der Studie teil. Dies entsprach der typischen Risikogruppe für Muskelschwund im Alter.

Ergebnisse
Unabhängig von der eingenommenen Proteinquelle verloren die Teilnehmer in den forcierten Muskelschwundphasen gleich stark an Muskelmasse. In einer zweiwöchigen Regenerationsphase, in der Muskelmasse wieder aufgebaut werden sollte, erzielte jedoch nur die Gruppe einen signifikanten Zuwachs der fettfreien Masse und der Muskelproteinsynthese, die Molkenproteine eingenommen hatte. Teilnehmer der Gruppe, die Kollagenpeptide einnahmen, verbesserten sich nicht.

Zusammenfassung
Nach den Ergebnissen der Studie sind Molkenproteine besonders geeignet, um verloren gegangene Muskelmasse im Alter wiederaufzubauen.

Beta-Carotin schützt möglicherweise vor metabolischem Syndrom

Ein hoher Gehalt an Carotinoiden im Blut ist nach den Daten einer aktuellen Metaanalyse invers mit dem Auftreten eines metabolischen Syndroms assoziiert. Die Wissenschaftler der Metaanalyse hatten wichtige renommierte Datenbanken auf Studien geprüft, die in den letzten 20 Jahren einen Zusammenhang zwischen Carotinoiden und dem metabolischen Syndrom untersucht hatten.

Ergebnisse
Insgesamt wurden 11 Querschnittsstudien identifizierten, die eine Assoziation untersucht hatten. Nach Auswertung der Studien kamen sie zu dem Ergebnis, dass Patienten ohne metabolisches Syndrom einen höheren Gesamt-Carotinoidgehalt im Blut hatten als Erkrankte. Dies zeigte sich insbesondere bei Beta-Carotin.

Zusammenfassung
Patienten mit einem hohen Beta-Carotingehalt leiden seltener unter einem metabolischen Syndrom als solche mit niedrigen Werten. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Carotinoide eine schützende Wirkung haben.

Polyphenole senken Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen

Epidemiologische und experimentelle Studien legen einen schützenden Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Polyphenolen aus der Nahrung und chronischen Erkrankungen nahe. Wissenschaftler aus Frankreich untersuchten diesen Zusammenhang nun in einer großen Kohorte für kardiovaskuläre Erkrankungen. Adriouch und Kollegen sammelten im Zeitraum zwischen Mai 2009 und Juni 2017 mindesten drei 24 Stunden Ernährungsprotokolle von 84.158 Teilnehmern der NutriNet-Sante Kohorte. Sie ermittelten die Menge der aus der Nahrung aufgenommenen Polyphenole und teilten die Teilnehmer entsprechend in Tertile.

Ergebnisse
Teilnehmer des 3. Tertils, die am meisten Polyphenole verzehrten, hatten im Vergleich zu Teilnehmer des 1. Tertils ein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dies galt insbesondere für Anthocyane, Catechine und Flavonole, jedoch auch für viele andere Untergruppen der Polyphenole.

Zusammenfassung
Ein hoher Verzehr von Polyphenolen, insbesondere von Anthocyanen, Catechinen und Flavonolen, kann das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen senken.

Erkältungen: Vitamin C verkürzt Dauer und lindert Symptome

Wer bei einer Erkältung eine zusätzliche Dosis Vitamin C einnimmt, kann die Krankheitsdauer und die Ausprägung der Symptome senken. Wissenschaftler aus China fassten in einer Metaanalyse alle placebokontrollierten Interventionsstudien zusammen, die eine Wirkung von Vitamin C auf Erkältungen untersucht hatten. Durch die Zusammenfassung der Ergebnisse vieler Studien in eine Metaanalyse wird die Aussage einzelner Studien, die oft zu kontroversen Diskussionen führen, relativiert.

Ergebnisse
Nach der Auswertung von insgesamt 9 Studien ziehen die Wissenschaftler ein positives Fazit. Die Einnahme von zusätzlichem Vitamin C kann demnach die Dauer von Erkältungen reduzieren und Symptome wie Brustschmerzen, Fieber und Schüttelfrost lindern.

Zusammenfassung
Die Einnahme einer extra Dosis Vitamin C hilft nach den Ergebnissen dieser Metaanalyse zur Linderung einer Erkältungskrankheit.

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